Sedum album / Weiße Fetthenne

Sedum_album_p1020513 Familie Crassulaceae, Dickblattgewächse
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Sedum album
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Sedum album: Die Weiße Fetthenne ist mit Ausnahme der britischen Inseln, von Polen und dem Baltikum in ganz Europa sowie im Norden Afrikas urwüchsig. In den USA und Kanada und den oben genannten Teilen Europas ist Sedum album neophytisch eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland ist sie in den Bergregionen von der Hügelstufe bis in hochmontane Vegetationsstufen häufig. In der Norddeutschen Tiefebene sind die zunehmend ausdünnenden Vorkommen anthropogen begründet und nur in urbanen Räumen dauerhaft etabliert. 



Sedum album im Ersatzlebensraum am Fuß einer Kalksteinmauer

In Mitteleuropa ist sie eine Kennart der trocken-warmen, extrem stickstoffarmen Mauerpfeffer-Fluren auf flachgründigen, silikatischen wie kalkgebundenen Felsköpfen.

Sedum album kommt aber auch stetig in sehr trockenen Schwingel- und Trespenmagerrasen vor.

Im urbanen Raum bieten sich anthropogene Ersatzlebensräume in Natursteinmauern (Mauerrauten-Gesellschaften), ungenutzten Betondecken und sandig-kiesigen Ruderalbrachen.

Bezüglich der Bodenreaktion ist die Art tolerant und gedeiht sowohl auf stark basenreichen als auch sauren Substraten. Sie ist noch lichtbedürftiger als der Scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre) mit ansonsten fast identischen Standortansprüchen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (-)  Kontinentalität (2)  Feuchte (2)  Reaktion (-)  Stickstoff (1)



Estremstandort Felskopf mit Wurzelraum in Moospolstern

Beschreibung

Die Weiße Fetthenne ist eine immergrüne Sukkulente, die durch niederliegende, sich bewurzelnde Triebe auf vegetationsfreien Flächen erstaunlich zügig dicht-rasige Bestände entwickelt.

Die Art erreicht auch in Blüte kaum mehr als 8 cm Höhe. Die weißen, sternartigen Einzelblüten stehen in Doldenrispen und erscheinen im Juni/Juli.

Die blühenden Triebe sterben nach der Blüte ab und die Pflanze überwintert mit den sterilen Sprossen. V.a. im Winterhalbjahr färben sich die Blättchen mitunter intensiv bordeaux-rot.

Verwendungshinweise

Sedum album ist durch seine breite Präsenz auch in gestörten, urbanen Ruderalflächen nicht ganz einfach in gepflegte Gartenanlagen zu integrieren. Attraktiv ist sie v.a. in alten Mauern, wo sie selbstverständlicher und weniger bemüht wirkt, als die meisten anderen Optionen.

Gärtnerisch bedeutsam ist die Art v.a. bei der extensiven Dachbegrünung und der Begrünung von Straßenbahn-Gleisbetten.

Sie kann auch in naturhaften, sehr trockenen, stickstoffärmsten Magerrasen auf flachgründigen Standorten herangezogen werden. Für großflächige Einsätze werden aus Kostengründen Sprosse ausgebracht, zumal sich Topfballen hier auch schlecht pflanzen lassen. In der Natur findet man sie auf Kalk-Felsrasen z.B. zusammen mit Dianthus gratianopolitanus, Allium lusitanicum oder Melica ciliata. Die Etablierung auf solchen Extremstandorten ist praktisch nur über Saatgut möglich.



Zusammen mit Sedum acre auf einer Betonfläche fast ohne Substratauflage

Kultur

Ein Einsatz ist nur auf trockenen, mageren Extremstandorten wirklich sinnvoll.

Die Weiße Fetthenne hält sich auf flachgründigen Substraten erstaunlich gut noch in licht-schattigen Lagen, wirkt hier aber deplaziert.



Standort Magerrasen auf Sand an einer Straßenböschung

Sorten:
  • Coral Carpet: flach-kompakter, kurztriebiger und dichter wachsend als der Typ, braun-rotes Laub, im Winter vergrünend
  • Murale: wie der Typ, bräunlich-rote Triebe
  • ssp. micranthum: flach-kompakter, kurztriebiger und dichter wachsend als der Typ, braun-grünes Laub



Beliebter Einsatzort auf dem Kopf von Trockenmauern.

Bilder





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'Murale'


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'Murale'


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'Murale'


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
bis 15 cm Höhe
weiß
Juli
grün
rötlich
bräunlich
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
sommertrocken
vollsonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
Kleinasien
befriedigend
Gering
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Bodensaure Borstgrasrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Alpine Felsfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Silikat
Kalk
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
Klostergarten
Gründächer
Substratstärke 8-15 cm
Substratstärke über 15 cm
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Alpinum
Felssteppen
Steppen