Schizachyrium scoparium / Kleines Präriegras

Schizachyrium_scoparium_kleines_pr%c3%a4riegras_a11 Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 8.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Schizachyrium scoparium

Das Kleine Präriegras ist in mehreren Unterarten in den gesamten USA und im südlichen bis mittleren Kanada heimisch. Schizachyrium scoparium kommt von den Ebenen bis in montane Lagen in Prärien vor. Es ist eines der am weitest verbreiteten Gäser Nordamerikas.

In Zentral-Chile und Teilen Pakistans ist es neophytisch eingebürgert.

Es gedeiht auf einer sehr breiten Standortamplitude, zeigt jedoch vorzügliche Anpassungserscheinungen an mäßig nahrhafte, skelettreichen Rohböden in (voll-)sonnigen, trockeneren Lagen.

Gegenüber der Bodenreaktion ist es tolerant und gedeiht sowohl auf stark alkalischen wie sauren Substraten.



Spätwinterbild mit Ludwigs Beifuß, Rauhblatt-Aster und Ruten-Hirse im Hintergrund.

Beschreibung

Die im Handel befindliche Unterart "var. scoparium" des Kleine Präriegrases ist ein sommergrünes, straff aufrechtes Horstgras. Die langlebige Art erreicht je nach Standort 70 bis 120 cm Wuchshöhe.

Das Laub ist bläulich-grün, in Auslesen auch blau-grau oder stahl-blau. Der Austrieb erfolgt sehr spät im Jahr (Mitte/Ende Mai).

Die nur mäßig zierende Blüte im September besteht aus schlanken Ähren. Die Samenstände sind bis in den Winter hinein relativ zierend.

Die Horste nehmen im Herbst eine rötlich-braune Färbung an und sind den Winter über strukturstabil. Allerdings neigen sie auf stressfreien Standorten schon zur Blütezeit im Herbst zum Auseinanderfallen.

Matrix-Pflanzung des Kleinen Präriegrases Ende Februar mit eingestreutem Engelshaar:



Als C4-Pflanze kann sie auch auf trockeneren Standorten im Sommer effektiv Photosynthese betreiben. Dazu wird in den Blättern CO2 z.B. während der luftfeuchteren Nächte angereichert, so dass die Spaltöffnungen während der verdunstungsintensiven Sommertage nicht für die CO2-Aufnahme geöffnet werden müssen.

Verwendungshinweise

Schizachyrium scoparium ist ein straff aufrecht wachsendes Gras von sehr charakteristischem Erscheinungsbild. Zweifellos gibt es spektakulärere Gräser, es setzt aber interessante Aspekte jenseits der üblichen Standard-Ziergras-Bilder z.B. eines Garten-Reitgrases (Calamagrostis x acutiflora) oder eines Silber-Rauhgrases (Achnatherum calamagrostis) anbieten.

Die Art wird relativ selten eingesetzt, vielleicht weil es doch zwei bis drei Vegetationsperioden dauert, bis sich ein strukturstarker, breiter Horst entwickelt. Jungpflanzen erreichen zwar schon im ersten Jahr die Endhöhe, allerding nur mit wenigen, locker-unmotiviert nebeneinander stehenden Trieben.

Für den etwas geduldigeren Gärtner eignet sich das kleine Präriegras aber gut für möglichst sonnige, trocken-warme Steppenanlagen, mediterrane Gärten und Staudenbeete. Es kann hier solitäre Akzente setzen, ist aber in größeren Flächen auch eine schöne Matrix für kräftigere Stauden.

Insbesondere alle klassichen Nordamerika-Präriestauden sind passende Partner. Wenn man aber schon mal dabei ist, mit dem Kleinen Präriegras ungewohntere Anblicke zu bieten, könnte man ja auch bei den Begleitern zu interessanten Alternativen wie der Bleiwurz (Amorpha canescens), Kanadischem Buschklee (Desmodium canadense) oder der Indigolupine (Baptisia australis) greifen. Letztere braucht zwar eine Weile, bis sie in Fahrt kommt, kontrastiert dafür im Winter hervorragend mit fast schwarzen Samenständen.



Der Blütenstand ist weniger zierend als der spätere Samenstand, dessen strohig-weißen Pappusfrüchte schön mit dem rotem Laub harmonieren.

Kultur

Die Art ist gut hitze- und aufgrund der sehr tiefreichenden Wurzeln trockenheitsverträglich. Es benötigt nach der Etablierung praktisch keine gärtnerische Unterstützung.

Auf stickstoffreichen und/oder frischen Böden neigt das Kleine Präriegras zum mastigen Wuchs und ist ungenügend standfest.

Aufgrund des späten Austriebes ist eine Kombination mit früh austreibenden, laubkräftigen Stauden ungünstig.

Sorten:
  • Blue Heaven: 70 cm hoch, recht standfest, blau-grünes Sommerlaub und orange-rote Herbstfärbung
  • Cairo: 70 cm hoch, grünes Laub, standfest, auffällig braun-orange-rote Herbstfärbung
  • Prairie Blues: 70 cm hoch, blau-graues Laub mit orangener Herbstfärbung

Bilder





Schizachyrium_scoparium_kleines_pr%c3%a4riegras_a11

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
bräunlich/schwarz
September
grün
blau-grün
zierende Herbstfärbung
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Nordamerika
gut
Sehr gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
sommergrün
zierende Winterstruktur
Wiesen
Felssteppen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren