Saponaria officinalis / Gewöhnliches Seifenkraut

Saponaria_officinalis_echtes_seifenkraut_111 Familie Caryophyllaceae, Nelkengewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Saponaria officinalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Saponaria officinalis: Das Gewöhnliche Seifenkraut ist in ganz Europa mit Ausnahme Skandinaviens und der Britischen Inseln heimisch (Karte der europäischen Verbreitung). Es ist hier aber mittlerweile neophytisch eingebürgert. Auch in Nord-West-Afrika, Teilen der USA und Südamerikas hat sie bereits Fuß fassen können.



Saponaria officinalis in einer urbanen Schotterfläche

In Deutschland ist Saponaria officinalis im Prinzip flächendeckend in allen Naturräumen heimisch und vielerorts auch häufig. Es kommt vorwiegend in (halb-)ruderalen Queckenrasen, in Möhren-Steinklee- und Klettenfluren vor.

Das Gewöhnliche Seifenkraut bevorzugt vollsonnige bis licht halbschattige, basen- und mäßig nahrhafte Standorte. Die Böden sind frisch, oft humusarm und skelettreich-durchlässig.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (6)  Kontinentalität (3)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)



Gewöhnliches Seifenkraut am Wegrain mit Gewöhnlichem Pastinak

Beschreibung

Saponaria officinalis ist eine sommergrüne Staude von 40-60 cm Wuchshöhe. Sie bildet durch Ausläufer breite, in die Fläche tendierende Horste. Auf leichten Böden und fehlender Konkurrenz ist der Ausbreitungsdrang stärker und es entstehen rasige Bestände.

Die weißen bis rosa-weißen Blüten duften ausgeprägt und erscheinen ausdauernd von Juli bis Anfang September. Auch an Naturstandorten findet man gefüllt blühende Bestände.

'Rosea Plena' in einem ruderalen Queckenrasen:



Aus den getrockneten Wurzelstöcken wird eine Droge für Teeaufgüsse hergestellt, die bei Schleimhautentzündungen der oberen Atemwege eingesetzt wird. Daneben wird die Droge gelegentlich als Schnupftaback eingesetzt und - namensgebend - als Waschmittel.

Verwendungshinweise

Das Gewöhnliche Seifenkraut ist eine alte Kulturpflanze, die uns vielerorts wild wachsend begegnet. Oft sind dies etwas gestörte Standorte, der Blütenflor ist aber meist wirklich so beeindruckend, dass dies der Wertschätzung keinen Abbruch tut. Außerhalb der Blütezeit ist die Struktur allerdings bestenfalls unauffällig. Durch Beseitigung der Samenstände lässt sich er Blütenflor aber verlängern. Im Prinzip treibt das Seifenkraut dann bis in den Oktober hinein nennenswert laufend neue Blüten.

Die Art darf eigentlich in keinem echten Bauern- und Klostergärten fehlen. Als Blühpartner bieten sich hier z.B. Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) oder Schleierkraut  (Gypsophila paniculata) für romantische Ensembles an.

Daneben ist sie aber auch eine wichtige Art in sommertrockenen bis frischen, mäßig nahrhaften Wildstaudenfluren. Glaubwürdige, gartenkulturell meist unterschätzte Partner sind hier insbesondere die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus), Eselsdistel (Onopordum acanthium), Wermut (Artemisia absinthium), Banater Kugeldistel (Echinops bannaticus), Nickende Distel (Carduus nutans) oder Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium). In dieser Aufzählung darf natürlich die Gemeine Natternzunge (Echium vulgare) nicht fehlen!

Eine zwar nicht so naturgetreue, dennoch interessante Kombination ergibt sich mit dem Ludwigs Beifuß (Artemisia ludoviciana). Dieser expandiert etwas leidenschaftlicher als das Seifenkraut, wuchert aber nicht. Beide verweben sich bei Mischpflanzung inniglich miteinander und die silbrigen Triebe des Beifuß verschaffen dem Duett das gesamte Sommerhalbjahr eine ansprechende Struktur.



Im üppigen Kiesgarten mit Steppen-Salbei und Wilder Möhre

Kultur

Das Gewöhnliche Seifenkraut ist anspruchslos und robust. Es übersteht sommerliche Trockenphasen recht unbeeindruckt und benötigt praktisch keinerlei gärtnerische Aufmerksamkeit.

In etwas schattigeren bzw. licht absonnigen Lagen kann es sich ebenfalls problemlos halten, entwickelt hier aber einen weniger kompakten Habitus.

Auf zusagenden Standorten breitet sich die Art vegatativ und durch Versamung aus, ist aber unter normalen Konkurrenzbedingugnen gut zu kontrollieren.  



Reiner, stickstoffarmer Sandboden stellt kein Problem dar. Dieser Wuchsort ist aber durch geringen Grundwasserflurabstand nicht so trocken, wie man vermuten könnte.

Sorten:
  • Alba Plena: mit gefüllten, weißen Blüten, robust und der Wildart an Wuchskraft nicht nachstehend
  • Rosea Plena: mit gefüllten, rosa Blüten, robust und der Wildart an Wuchskraft nicht nachstehend

Bilder





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Alba Plena


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Rosea Plena


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Rosea Plena


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Rosea Plena

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
flächendeckend
horstartig
30-60 cm Höhe
weiß
rosa
rosé-weiß
Juli
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
vorhanden
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Frischwiesen
Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
Klostergarten
Duftgarten
Duft ausgeprägt
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
sommergrün
Wiesen
Gehölzrand/Staudenfluren