Santolina rosmarinifolia // Rosmarinblättriges Heiligenkraut, Grünes Heiligenkraut

Familie Asteraceae
Pflanzen pro qm 6.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Santolina rosmarinifolia

Das Rosmarinblättrige Heiligenkraut kommt urwüchsig nur auf der iberischen Halbinsel vor. Es ist aber Teil eines größeren Artenschwarms sehr ähnlicher Spezies, deren Verbreitungsgebiet sich auch auf die mediterranen Gebirgszüge Nordafrikas erstreckt. 

Santolina rosmarinifolia wächst in trocken-warmen Zwergstrauchheiden auf Kalkschotterböden.

Die Standorte sind vollsonnig, im Frühling aufgrund der guten Wasserspeicherfähigkeit des porösen Gesteinsanteils oft frisch und trocknen dann im Laufe des sehr niederschlagsarmen Sommers stark ab.



Bestand in Vollblüte


Beschreibung

Das Rosmarinblättrige Heiligenkraut ist eine immergrüne, in rauheren Lagen auch wintergrüne Staude/Halbstrauch von aufstrebend-buschigem Wuchs. Es erreicht Wuchshöhen von etwa 40 cm. Die gelben Blütenköpfe erscheinen im Juli.

Die Blätter riechen und schmecken aromatisch. Der Geschmack ist sehr intensiv und herb. Das Laub ist grau-grün. Oft ist im Laub auch ein Blauanteil erkennbar, der bei einzelnen Exemplaren sogar sehr ausgeprägt sein kann.

In ungünstigen Lagen oder Witterungsverläufen kann das Laub im Winter auch stark ausdünnen. Auch tagelange Wintersonne in Verbindung mit tiefem Frost kann zum vollständigen Verlust des Laubes führen.

Das etwas ähnliche Zypressen-Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) ist intensiver silbrig gefärbt und duftet ebenfalls herb, allerdings mit einer angenehm süßlichen Note. Der Geschmack ist ebenfalls milder.

Das Gefiederte Heiligenkraut (Santolina pinnata) mit ebenfalls grau-grünem Laub unterscheidet sich v.a. durch die creme-weißen bis schwefel-gelben Blüten und ist deshalb für reine Zierfunktionen vielleicht sogar noch etwas besser geeignet.

Verwendungshinweise

Santolina rosmarinifolia ist v.a. für Duft- und Kräutergärten eine gute Option, macht sich aber auch in Kies- und Steppengärten in Verbindung mit Gräsern oder in Felsheiden mit anderen mediterranen Zwergsträuchern gut.

Ohne ein klares Schnittregime (s.u.) ist die Art aber selbst auf trockenen Magerstandorten aber nicht standfest genug und macht dann zur Blüte einen unordentlichen Eindruck.

In Pflanzgefäßen kann sie auch auf Terrassen und Balkonen eingesetzt werden. Der Wurzelballen darf aber nicht durchfrieren.



Auf zu guten Standorten geht der mastige Wuchs den Exemplaren an die Substanz und der Fläche an die Struktur.

Kultur

Die Art benötigt basenreiche, möglichst stickstoffarme Böden in voller Sonne. Ideal sind lockere Schottersubstrate oder auch reiner Sand. Es werden allerdings auch lehmige Böden gut toleriert. Sommerhitze und regelmäßiger Trockenstress sorgen für einen artgerechteren Habitus.

Sie ist aber insgesamt erstaunlich robust und kommt sogar auf schweren, winterfeuchten Böden schadlos über die Winter. In rauhen Lagen sollte man vorsichtshalber auf die Frühjahrspflanzung setzen, damit die Pflanzen gut ausgereift in den ersten Winter gehen können.

Es lohnt sich, sich hinsichtlich des Schnittregimes etwas Mühe zu machen. Idealerweise nimmt man einen Rückschnitt nach der Blüte vor, bei dem die oberen Triebknospen so zurückgenommen werden, dass eine kompakte Halbkugel entsteht, die über den Winter eine ansehnliche, blau-graue Struktur abgibt. Vor dem Austrieb gegen Anfang April schneidet man tief bis an das alte Holz zurück. Etwa drei Wochen nach dem Austrieb kürzt man die Triebspitzen etwas ein. Diese verzweigen sich dann und die Triebe bleiben kürzer und damit standfest.



Geschnittene Exemplare bleiben auf trocken-warmen Standorten auch im Samenkleid ansehnlich.

Sorten:
  • ssp. canescens: wie die Art, aber durch silbrige Behaarung deutlich graueres Laub, kaum gehandelte Varietät, oft nur als Saatgut

Bilder















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
horstartig
30-60 cm Höhe
breit ausladend
gelb
Juni
Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
blau-grün
grau-grün
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
vorhanden
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Südeuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Afrika
Nordafrika
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
Duftgarten
Duft ausgeprägt
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Nebensortiment
zierende Winterstruktur
winter-/immergrün
Felssteppen
Steppen