Sanguisorba officinalis / Großer Wiesenknopf

Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Sanguisorba officinalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Sanguisorba officinalis: Der Große Wiesenknopf ist von der mitteleuropäischen Atlantikküste über das gesamte gemäßigte Asien bis zur Pazifikküste der USA und Kanadas verbreitet (Karte der Gesamtverbreitung).

Im Deutschland konzentrieren sich die Vorkommen auf das Hügelland und die Mittelgebirge. In der Norddeutschen Tiefebene ist der Große Wiesenknopf nur noch zerstreut anzutreffen. 



Sanguisorba officinalis in Oberbayern im Übergang von einer Glatthafer- zu einer Feuchtwiese

Er besiedelt Feucht- und Nasswiesen, Niedermoorwiesen und feuchte Hochstaudenfluren in vollsonnigen bis licht halbschattigen Lagen.

Der Große Wiesenknopf ist bezüglich der Bodeneigenschaften standortvag und kommt sowohl auf nährstoffreichen, basischen als auch armen und/oder sauren Böden vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (7)  Temperatur (5)  Kontinentalität (7)  Feuchte (7)  Reaktion (-)  Stickstoff (-)



In einer mehrschürigen Feuchtwiese kommt dem Großen Wiesenknopf seine rasche Austriebsfähigkeit entgegen. Das hat er mit dem Wiesen-Bärenklau im Hintergrund gemeinsam. Die Gewöhnliche Braunelle und der Weiß-Klee weichen der Sense dagegen lieber gleich ganz aus.

Beschreibung: Sanguisorba officinalis ist eine sommergrüne, horstige Staude, die je nach Stickstoffreichtum des Standortes und in Abhängigkeit von der diesbezüglich durchaus variablen genetischen Disposition 50 bis 130 cm Wuchshöhe erreicht.

Die Blätter sind oberseits grün, unterseits blau-grün. Im Herbst verfärbt es sich oft in zierenden Gelbtönen.

Die Blüten stehen in dunkel-roten bis braun-roten Köpfen und erscheinen in der Hauptblüte im Juni, nach Mahd kommt es zu Nachblüten bis in den September hinein.

Verwendungshinweise: Der Große Wiesenknopf ist von dezenter Schönheit, die sich nicht in den Vordergrund drängt und dennoch Aufmerksamkeit erregt.

Er ist eine sehr wichtige, charakteristische Art für naturhafte, feuchte Blütenwiesen, für die Ränder von Sumpfbeeten und Gewässerufer.

Sie setzt sowohl in kleinen Gruppen reizvolle Akzente und stellt auch als Hauptaspektbildner eine aparte Grundlage, die andere Sumpf-Hochstauden wirksam in den Vordergrund treten lässt.

Ansehnliche Hell-Dunkel-Kontraste entstehen in einem Meer aus Samenständen der Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa), die auch am Naturstandort ein typischer Begleiter ist. Möchte man den Hochsommer-Aspekt in einer solchen Feuchtwiese lebhafter gestalten, sind die weiß blühende Sumpf-Scharfgarbe (Achillea ptarmica) und die farblich dem Wiesenknopf sehr ähnliche Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare) Idealbesetzungen.



Hohe Form des Großen Wiesenknopfs in einer feuchten Hochstaudenflur mit bereits abgeblühter Mädesüß

Kultur: Auf geeigneten Standorten ist die Art pflegeleicht und zuverlässig. Im Prinzip behagen ihr nur verschattete Lagen und Trockenstress nicht.

Viele der hochwüchsigen Sorten sind nicht ausreichend standfest. Es empfiehlt sich, konsequent auf Sorten ohne dieses Handycap zu setzen (s.u.).

Sorten:
  • Burgundy: ausgezeichnet, 120-130 cm hoch, purpur-braun-rote Blütenköpfe Mitte Juni bis Mitte Juli an sehr standfesten Stielen, sehr robust und vital
  • Crimson Queen: sehr gut, 130-150 cm hoch, rosa-braun-purpurne Blütenköpfe itte Juni bis Mitte Juli an sehr standfesten Stielen, etwas anfälliger für Kalkamitäten
  • Pink Tanna: sehr gut, 140-160 cm hoch, rosa-purpurne Blütenköpfe von Anfang Juli bis Anfang August an hinreichend standfesten Stielen, robust und vital, vermutlich leicht hybridisierte Sorte
  • Tanna: auszgezeichnet, nur 40-60 cm hoch, kompakt-buschiger Wuchs, purpur-braun-rote Blütenköpfe Mitte Juli bis Mitte August an sehr standfesten Stielen, sehr robust und vital

  • Bewertungen auf Basis der Sortimentssichtung des Arbeitskreises Staudensichtung

    Bilder






    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    30-60 cm Höhe
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    rot
    bräunlich/schwarz
    Juli
    grün
    blau-grün
    zierende Herbstfärbung
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    ungiftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    unbedeutend
    nass
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    Ton
    humos
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Europa
    Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Sibirien
    Zentral-Asien
    sehr gut
    Gering
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    aspektbildender Flächenfüller
    verträglich
    Moore und Sümpfe Wiesen Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit
    Niedermoore
    Kleinseggenriede
    Nasswiesen
    Feuchtwiesen
    Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Wassergarten
    Klostergarten
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Wiese/Prärie
    Hauptsortiment
    Belaubung Lebensbereich
    sommergrün
    Wasserrand/Sumpf
    Wiesen