Salvia officinalis // Echter Salbei

Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Salvia officinalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Salvia officinalis: Der Echte Salbei ist eine uralte Gewürz- und Heilpflanze, deren ursrpüngliche Herkunft vermutlich in der mediterranen Balkanregion liegt. Aufgrund der jahrhundertelangen Kultivierung ist dies aber nicht mehr sicher zu rekonstruieren. Heute gilt sie im gesamten westlichen Mittelmeerraum als Archaeophyt bzw. urwüchsig.

Im südlichen Osteuropa mit Schwerpunkt rund um das Schwarze Meer bis zum Kaukasus ist Salvia officinalis neophytisch eingebürgert.

In den Mittel- und Süddeutschen Wärmeregionen im Hügelland im Vorfeld der Mittelgebirge ist die Art vermutlich schon seit dem 15. Jahrhundert in basiphilen Schwingel- und Trespen-Steppenrasen -wenn auch unbeständig und meist an die Nähe von Siedlungen gebunden - neophytisch eingebürgert (Verbreitungskarte Deutschland).



Zur Blütezeit nimmt das Laub eine grau-grüne Färbung an.

Im Ursprungsgebiet besiedelt der Echte Salbei sonnig-warme Zwergstrauchheiden auf entwaldeten Kalk-Schotterhängen. Die humus- und stickstoffarmen Substrate entwässern hervorragend und fallen regelmäßig und auch länger anhaltend trocken.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (7)  Kontinentalität (4)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (2)



Im Hochsommer bis zum Austrieb im nächsten Frühjahr ist das Laub dagegen zierend grünlich-silbrig. Die Kombination mit Pennisetum alopecuroides funktioniert, obwohl die Feuchtigkeitsvorlieben der beiden etwas auseinanderliegen.

Beschreibung: Salvia officinalis ist ein wintergrüner, breitbuschiger Halbstrauch, der innerhalb von 2-3 Vegetationsperioden bis zu 60 cm hoch und mindestens ebenso breit wird. Niederliegende Äste mit Bodenkontakt bewurzeln sich, so dass unter günstigen Umständen kleine Gebüsche entstehen können.

Während der Wintermonate ist das Laub silbrig-grau, im Austrieb und über den Sommer grau-grün.

Die Hauptblütezeit beginnt Mitte bis Ende Mai und kann sich mit schwächerer Nachblüte bis in den Juli hineinziehen. Die Blüten sind blass blau-violett.

Die gesamte Pflanze duftet intensiv aromatisch und ist ein bedeutsamer Gewürzstrauch.



'Berggarten' ist mehr eine Blattschmuckstaude und gehört zu den Sorten mit der besten Winterstruktur.


Verwendungshinweise: Der Echte Salbei ist eine Pflanze, die aus vielen trocken-warmen, sonnigen Gartensituationen nur schwer wegzudenken ist. Neben der ansprechenden Blüte ist es das im Winter silbergraue Laub, das sie zu einem ganzjährig wirksamen Strukturelement macht.

Sie ist sehr verwendugnswürdig in Kloster-, Kräuter und Bauerngärten, mediterranen Ansätzen, steppenartigen Staudenanlagen und vielfältigen Innenhofsituationen.

Salvia officinalis kann auch gut für die intensive Dachbegrünung auf sonnigen Dächern eingesetzt werden. Bei Substratstärken ab 20-30 cm kommt sie nach der raschen Etablierung ohne weitere Bewässerung aus. Alternativ lässt sie sich auch sehr zuverlässig aussääen.

Kultur: Die Art ist robust, stadtklimaverträglich, hitze- und trockenheitsresistent und daher auch für anspruchsvollere öffentliche Anlagen in sonnig-warmen Stadtplätzen oder Vorplätzen von Gebäuden geeignet.

Bei Kübelpflanzung ist sie sehr gut für Terrassen und Balkone verwendbar. Solange der Wurzelballen über Winter nicht feucht steht, ist der Echte Salbei auch im Kübel erstaunlich winterhart. Auf gut drainierten Böde übersteht die Art auch rauhe Winter und durchgefrorene Wurzelballen klaglos. Das Laub erschlafft zwar während längerer Frostperioden und wirkt dann etwas traurig, erholt sich aber in frostfreien Phasen wieder.



Auch 'Purpuradscens' muss nicht blühen. Die Verbindung mit Calamagrostis x acutiflora Karl Foerster ist zeitlos repräsentativ und pflegeleicht.

Salvia officinalis samt sich auf offenen Kies- und Schotterböden sehr gerne aus. Man kann aber nicht sagen, dass sie dabei ernsthaft lästig wird.

Ein kräftiger Rückschnitt nach der Blüte bis in das alte Holz beugt dem Vergreisen vor, steigert die Blühfreude im nächsten Jahr und lässt den silbrigen Neuaustrieb des Laubes besser zur Geltung kommen. Man kann alternativ auch nur die Triebe tief zurückschneiden, die geblüht haben. Dadurch bleibt die Blattschmuckwirkung der Büsche durchgehend erhalten. V.a. den wüchsigen Wildformen und Auslesen bekommt es außerdem sehr gut, wenn sie während der Wachstumsphase nach der Blüte zusätzlich alle paar Wochen die Triebspitzen gekappt bekommen. So entstehen kompakte, dichte Büsche mit immer wieder neuen silbrigen Austrieben. 

Ein tiefer Rückschnitt im Herbst/Winter/Frühling bis in das alte Holz wirkt sich dagegen negativ auf den nachfolgenden Blütenansatz aus und sollte vermieden werden.

Humusreiche Substrate sind ungünstig und provozieren ein mastiges Erscheinungsbild. Außerdem leidet die Winterhärte.



Panaschierte Sorten wie 'Tricolor' sind wuchsschwächer, was sie für beengtere Platzverhältnisse interessant macht. Allerdings erholen sie sich von der Winterdepression meist schwerfälliger. Gelungenes Arrangement mit Thymus vulgaris 'Faustini' und Helichrysum italicum.

Sorten:
  • Alba: kompakt 40-50 cm hoch, gut wintergrün, blühfreudig, aromastark mit etwas bitterer Note
  • Berggarten: bis 40 cm hoch, kompakter Wuchs, große, rundliche Blätter, blühfaul, aromastark
  • Crispa: kompakter Wuchs, breite, am Rand gewellte und gesägte Blätter, dicht weiß-filzig behaart, blühfaul, aromastark
  • Extrakta: 40-60 cm hoch, wie die Wildform, sehr hoher Gehalt an ätherischen Ölen
  • Mayor: 40-60 cm hoch, gut wintergrün, blühfreudig
  • Mittenwald: 40-60 cm hoch, gut wintergrün, schmale Blätter, blühfreudig
  • Nana: 30 cm hoch, dicht-kompakter Wuchs, lanzettliche, kleine Blätter, gut wintergrün, mild-aromatisch
  • Nana Alba: 30 cm hoch, weiß blühend, dicht-kompakter Wuchs, lanzettliche, kleine Blätter, gut wintergrün, mild-aromatisch
  • Nazareth: 40 cm hoch, mandelartige Geruchsbeimischung, auch im Sommer silbrig-grüne Blätter, blühfreudig, aromastark
  • Non-Flower: nicht blühend, recht große Blätter, grünlich-grau, aromastark
  • Rosea: 40-60 cm hoch, dauerhaft grau-grünes Laub, violett-rosa Blüte ab Anfang Juli bis Ende August, blühwillig, leichte Süße im Aroma
  • Windeck: 50-70 cm hoch, wüchsig, großblättrig, aromastark

  • laubbunteSorten
  • Aurea: 40-60 cm hoch, grünlich-gelbes Laub mit unregelmäßig breiter, bei manchen Blättern auch fehlender grau-grüner Mitte, farblich nicht ideal korrespondierende rosa-violette Blüte, blühfaul
  • Creme de la Creme: bis 40 cm hoch, kompakter Wuchs, creme-weiße-grün panaschierte Blätter, blühfaul, dankbar für wintermilde Standorte, mäßig vital
  • Icterina: bis 40 cm hoch, kompakter Wuchs, creme-gelbe-grün panaschierte Blätter, blühfaul, dankbar für wintermilde Standorte, mäßig vital
  • Purpurascens: 40-60 cm hoch, silbrig-violetter Austrieb, später grau-grün, blühfaul, dankbar für wintermilde Standorte
  • Tricolor: 40-50 cm hoch, creme-weiß-grün panaschiertes Laub, im Austrieb violett überlaufen, blühfaul, dankbar für wintermilde Standorte, mäßig vital



  • Im Tiefwinter kann das Laub vorübergehend aber auch einen recht traurigen Eidnruck machen.

    Bilder


















    Berggarten



    Berggarten



    Creme de la Creme



    Icterina



    Purpurascens



    Purpurascens



    Purpurascens



    Rosea



    Tricolor






    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    horstartig
    breit ausladend
    rosa
    violett
    hell-blau
    Mai
    Juni
    Juli
    August
    Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    grau-grün
    silbrig
    ungiftig
    essbar
    Heil-/Gewürzpflanze
    ausgeprägt
    trocken
    mäßig trocken
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    arme Böden
    mittlere Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    mediterraner Schwerpunkt
    Hügelland (collin)
    Afrika
    Nordafrika
    sehr gut
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    strukturbildende Matrixpflanze
    verträglich
    Trockenrasen Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Steppenrasen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Klostergarten
    Duftgarten
    Duft ausgeprägt
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Insektenweide
    Hauptsortiment
    zierende Winterstruktur
    winter-/immergrün
    Lebensbereich
    Felssteppen
    Steppen