Salvia officinalis / Echter Salbei

Salvia_officinalis_echter_salbei_15.05.18 Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Salvia officinalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Salvia officinalis: Der Echte Salbei ist eine uralte Gewürz- und Heilpflanze, deren ursrpüngliche Herkunft vermutlich in der mediterranen Balkanregion liegt. Aufgrund der jahrhundertelangen Kultivierung ist dies aber nicht mehr sicher zu rekonstruieren. Heute gilt sie im gesamten westlichen Mittelmeerraum als Archaeophyt bzw. urwüchsig.

Im südlichen Osteuropa mit Schwerpunkt rund um das Schwarze Meer bis zum Kaukasus ist Salvia officinalis neophytisch eingebürgert.

In den Mittel- und Süddeutschen Wärmeregionen im Hügelland im Vorfeld der Mittelgebirge ist die Art vermutlich schon seit dem 15. Jahrhundert in basiphilen Schwingel- und Trespen-Steppenrasen -wenn auch unbeständig und meist an die Nähe von Siedlungen gebunden - neophytisch eingebürgert (Verbreitungskarte Deutschland).



Zur Blütezeit nimmt das Laub eine grau-grüne Färbung an.

Im Ursprungsgebiet besiedelt der Echte Salbei sonnig-warme Zwergstrauchheiden auf entwaldeten Kalk-Schotterhängen. Die humus- und stickstoffarmen Substrate entwässern hervorragend und fallen regelmäßig und auch länger anhaltend trocken.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (7)  Kontinentalität (4)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (2)



Im Hochsommer bis zum Austrieb im nächsten Frühjahr ist das Laub dagegen zierend grünlich-silbrig. Die Kombination mit Pennisetum alopecuroides funktioniert, obwohl die Feuchtigkeitsvorlieben der beiden etwas auseinanderliegen.

Beschreibung: Salvia officinalis ist ein wintergrüner, breitbuschiger Halbstrauch, der innerhalb von 2-3 Vegetationsperioden bis zu 60 cm hoch und mindestens ebenso breit wird. Niederliegende Äste mit Bodenkontakt bewurzeln sich, so dass unter günstigen Umständen kleine Gebüsche entstehen können.

Während der Wintermonate ist das Laub silbrig-grau, im Austrieb und über den Sommer grau-grün.

Die Hauptblütezeit beginnt Mitte bis Ende Mai und kann sich mit schwächerer Nachblüte bis in den Juli hineinziehen. Die Blüten sind blass blau-violett.

Die gesamte Pflanze duftet intensiv aromatisch und ist ein bedeutsamer Gewürzstrauch.



'Berggarten' ist mehr eine Blattschmuckstaude und gehört zu den Sorten mit der besten Winterstruktur.


Verwendungshinweise: Der Echte Salbei ist eine Pflanze, die aus vielen trocken-warmen, sonnigen Gartensituationen nur schwer wegzudenken ist. Neben der ansprechenden Blüte ist es das im Winter silbergraue Laub, das sie zu einem ganzjährig wirksamen Strukturelement macht.

Sie ist sehr verwendugnswürdig in Kloster-, Kräuter und Bauerngärten, mediterranen Ansätzen, steppenartigen Staudenanlagen und vielfältigen Innenhofsituationen.

Salvia officinalis kann auch gut für die intensive Dachbegrünung auf sonnigen Dächern eingesetzt werden. Bei Substratstärken ab 20-30 cm kommt sie nach der raschen Etablierung ohne weitere Bewässerung aus. Alternativ lässt sie sich auch sehr zuverlässig aussääen.

Kultur: Die Art ist robust, stadtklimaverträglich, hitze- und trockenheitsresistent und daher auch für anspruchsvollere öffentliche Anlagen in sonnig-warmen Stadtplätzen oder Vorplätzen von Gebäuden geeignet.

Bei Kübelpflanzung ist sie sehr gut für Terrassen und Balkone verwendbar. Solange der Wurzelballen über Winter nicht feucht steht, ist der Echte Salbei auch im Kübel erstaunlich winterhart. Auf gut drainierten Böde übersteht die Art auch rauhe Winter und durchgefrorene Wurzelballen klaglos. Das Laub erschlafft zwar während längerer Frostperioden und wirkt dann etwas traurig, erholt sich aber in frostfreien Phasen wieder.



Auch 'Purpuradscens' muss nicht blühen. Die Verbindung mit Calamagrostis x acutiflora Karl Foerster ist zeitlos repräsentativ und pflegeleicht.

Salvia officinalis samt sich auf offenen Kies- und Schotterböden sehr gerne aus. Man kann aber nicht sagen, dass sie dabei ernsthaft lästig wird.

Ein kräftiger Rückschnitt nach der Blüte bis in das alte Holz beugt dem Vergreisen vor, steigert die Blühfreude im nächsten Jahr und lässt den silbrigen Neuaustrieb des Laubes besser zur Geltung kommen. V.a. den wüchsigen Wildformen und Auslesen bekommt es sehr gut, wenn sie während der Wachstumsphasen zusätzlich alle paar Wochen die Triebspitzen gekappt bekommen. So entstehen kompakte, dichte Büsche mit immer wieder neuen silbrigen Austrieben. 

Ein tiefer Rückschnitt im Herbst/Winter/Frühling bis in das alte Holz wirkt sich dagegen negativ auf den Blütenansatz aus und sollte vermieden werden.

Humusreiche Substrate sind ungünstig und provozieren ein mastiges Erscheinungsbild. Außerdem leidet die Winterhärte.



Panaschierte Sorten wie 'Tricolor' sind wuchsschwächer, was sie für beengtere Platzverhältnisse interessant macht. Allerdings erholen sie sich von der Winterdepression meist schwerfälliger. Gelungenes Arrangement mit Thymus vulgaris 'Faustini' und Helichrysum italicum.

Sorten:
  • Alba: kompakt 40-50 cm hoch, gut wintergrün, blühfreudig, aromastark mit etwas bitterer Note
  • Berggarten: bis 40 cm hoch, kompakter Wuchs, große, rundliche Blätter, blühfaul, aromastark
  • Crispa: kompakter Wuchs, breite, am Rand gewellte und gesägte Blätter, dicht weiß-filzig behaart, blühfaul, aromastark
  • Extrakta: 40-60 cm hoch, wie die Wildform, sehr hoher Gehalt an ätherischen Ölen
  • Mayor: 40-60 cm hoch, gut wintergrün, blühfreudig
  • Mittenwald: 40-60 cm hoch, gut wintergrün, schmale Blätter, blühfreudig
  • Nana: 30 cm hoch, dicht-kompakter Wuchs, lanzettliche, kleine Blätter, gut wintergrün, mild-aromatisch
  • Nana Alba: 30 cm hoch, weiß blühend, dicht-kompakter Wuchs, lanzettliche, kleine Blätter, gut wintergrün, mild-aromatisch
  • Nazareth: 40 cm hoch, mandelartige Geruchsbeimischung, auch im Sommer silbrig-grüne Blätter, blühfreudig, aromastark
  • Non-Flower: nicht blühend, recht große Blätter, grünlich-grau, aromastark
  • Rosea: 40-60 cm hoch, dauerhaft grau-grünes Laub, violett-rosa Blüte ab Anfang Juli bis Ende August, blühwillig, leichte Süße im Aroma
  • Windeck: 50-70 cm hoch, wüchsig, großblättrig, aromastark
laubbunteSorten
  • Aurea: 40-60 cm hoch, grünlich-gelbes Laub mit unregelmäßig breiter, bei manchen Blättern auch fehlender grau-grüner Mitte, farblich nicht ideal korrespondierende rosa-violette Blüte, blühfaul
  • Creme de la Creme: bis 40 cm hoch, kompakter Wuchs, creme-weiße-grün panaschierte Blätter, blühfaul, dankbar für wintermilde Standorte, mäßig vital
  • Icterina: bis 40 cm hoch, kompakter Wuchs, creme-gelbe-grün panaschierte Blätter, blühfaul, dankbar für wintermilde Standorte, mäßig vital
  • Purpurascens: 40-60 cm hoch, silbrig-violetter Austrieb, später grau-grün, blühfaul, dankbar für wintermilde Standorte
  • Tricolor: 40-50 cm hoch, creme-weiß-grün panaschiertes Laub, im Austrieb violett überlaufen, blühfaul, dankbar für wintermilde Standorte, mäßig vital




Im Tiefwinter kann das Laub vorübergehend aber auch einen recht traurigen Eidnruck machen.

Bilder





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Berggarten


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Berggarten


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Creme de la Creme


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Icterina


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Purpurascens


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Purpurascens


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Purpurascens


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Rosea


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Tricolor


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
horstartig
breit ausladend
rosa
violett
hell-blau
Mai
Juni
Juli
August
Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
grau-grün
silbrig
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
ausgeprägt
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Afrika
Nordafrika
sehr gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Trockenrasen Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
Duftgarten
Duft ausgeprägt
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Insektenweide
Hauptsortiment
zierende Winterstruktur
winter-/immergrün
Lebensbereich
Felssteppen
Steppen