Salvia nemorosa // Steppen-Salbei

Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 16.00
Wikipedia Salvia nemorosa
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Salvia nemorosa

Der Steppen-Salbei ist in Süd- und Mitteleuropa über Osteuropa bis in das westliche Asien verbreitet.

In Deutschland kommt er natürlicherweise nur im Dreieck zwischen Harz, Thüringer Wald und Erzgebirge vor. Die übrigen Vorkommen in den Mitteldeutschen Wärmeregionen sowie der Wärmeinsel Berlin sind neophytischen Ursprungs. In der Schweiz fehlen natürliche Vorkommen.



Salvia nemorosa mit Galium album in einer ruderalisierten Wiese im Berliner Mauerpark

Salvia nemorosa ist in ausgesprochen basenreichen, warmen Magerrasen verbreitet. Typischen Vorkommen finden sich in Mauerpfeffer-Gesellschaften mit kräftigeren Bodenauflagen über basischen Felsgrus bzw. Felsbändern und in kalkreichen, nicht zu armen und trockenen Schwingel- und Trespen-Rasen.

Die ausgesprochen wärmeliebende Art ist v.a. außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes zudem stetig in den von Neophyten geprägten, mäßig nahrhaften Eselsdistel-Gesellschaften verbreitet. Die Standorte sind mäßig trocken bis frisch, dann aber immer sommertrocken.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (7)  Kontinentalität (-)  Feuchte (4)  Reaktion (9)  Stickstoff (4)



Neophytischer "Naturstandort" in der Uckermark auf einer festgelegter Binnendüne

Beschreibung
Salvia nemorosa ist eine sommergrüne, buschig-horstige Staude von 40 bis 60 cm Höhe. Das Laub ist runzelig und leicht grau-grün.

Die Blüten sind violett-blau, sehr selten weiß und erscheinen recht ausdauernd von Juni bis Ende Juli. Auslesen zeigen auch rosa Blüten. Die Kelchblätter sind matt-violett gefärbt und tragen nicht unwesentlich zur Farbwirkung bei. Weiß blühende Exemplare haben allerdings grüne Kelchblätter. Ein Rückschnitt direkt nach der Blüte führt mitunter zu einer Nachblüte im August/September.



Vermutlich 'Schneehügel' zusammen mit verschiedenen Katzenminzen in einem prächtigen Steppenbeet im öffentlichen Grün von Eberswalde.

Etwas früher blüht der ähnliche, seltener eingesetzte Wiesen-Salbei. Dessen Blütenstände sind etwas lockerer und die Einzelblüten dafür etwas größer. Allerdings hybridisieren die beiden und die zwischen den Elternarten vermittelnden Nachkommen können bei der Bestimmung verwirren.

Verwendungshinweise
Die Steppen-Salbei gehört zu den beliebtesten Arten in Staudenrabatten aller Art und ist tatsächlich nur schwer aus Steppenpflanzungen, naturnahe Staudenanlagen und einschürigen, sonnig-warmen Blütenwiesen wegzudenken.

Überzeugende Partner aus mageren Trockenwiesen sind z.B. Dianthus carthusianorum, Filipendula vulgaris, Knautia arvensisPhleum phleoides, Stipa capillata oder Origanum vulgare.

Sie kommt v.a. in größeren Beständen zur Geltung. Die Blütenstände sind auch im Abblühen durch die violetten Kelchblätter noch einige Zeit ansehenlich. Die Samenstände sind zwar bis in den Winter hinein strukturstabil, jedoch nicht überzeugend zierend. Ein Rückschnitt nach der Blüte ist ästhetisch die bessere Wahl und eröffnet die Option für eine meist erwähnenswerte Nachblüte.

Die diversen Auslesen sind außerdem nach wie vor wichtige Elemente für Rabatten und ganz klassisch in Rosenbeet und ländlichen Gärten.



Auch abgeblühte Bestände sind noch für etwa zwei weitere Wochen zierend.

Kultur
Auf vollsonnigen bis licht halbschattigen, trockenen bis mäßig trockenen, durchlässigen Lehm-, Sand- und Schotterböden mit schwacher bis mäßiger Stickstoffversorgung ist die kalkliebende Steppen-Salbei pflegeleicht und zuverlässig.

Sie ist dann in der Lage, durch Versamung auch größere Wiesen-Flächen zu erobern. Allerdings sind viele der bewährten und traditionellen Sorten vegetativ vermehrt und versamen sich nicht sortenecht.



'Adrian' in einer kühlen Komposition mit Stachys byzantina

Sorten:
  • Amethyst: 70 cm hoch, rosa und purpur-violett
  • Adrian: 30-40 cm hoch, weiße, leicht grünlich-weiße Blüten, kompakter Wuchs
  • Blauhügel: 40 cm hoch, rein mittel-blaue Blüte, kompakter Wuchs
  • Caradonna: 60 cm hoch, tief blau-violette Blüten an schwarz-violetten Blütenstielen, locker-elegant aufstrebend, gute Nachblüte von August bis September
  • Mainacht: 40-50 cm, tief dunkel-blaue Blüten, breite, verzweigte Blütenstände, Hauptblüte schon ab Ende Mai gute Nachblüte von August bis September. Klassische Sorte unter Einkreuzung von Salvia pratensis
  • Ostfriesland: 50 cm hoch, violett-blaue Blüte, aufrecht buschiger Wuchs
  • Rosenwein: 40-50 cm hoch, rosa-violette Blüten
  • Schneehügel: 40 cm hoch, rein weiße Blüte, kompakter Wuchs
  • Tänzerin: 70-80 cm hoch, kräftig blau-violette Blüten, an kerzenartigen, hoch über dem Laub stehenden Blütenständen, Nachblüte bis Mitte September
  • Viola Klose: 40 cm hoch, kräftig blau-violette Blüten ab Ende Mai, verzweigte Blütenstände

  • sortenecht versamende Auslesen

  • Blaukönigin: 40 cm hoch, tief blau-violett
  • Merleau Blau: 30 cm hoch, tief blau-violett
  • Merleau Rosa: 30 cm hoch, rein rosa Blüten an interessant kontrastierenden rot-braunen Stielen und Kelchblättern
  • Merleau Weiß: 30 cm hoch, rein weiße Blüten an frisch-grünen Stielen und Kelchblättern
  • Rosakönigin: 60 cm hoch, kräftig rosa Blüten an etwas dunkleren, rosa-braunen Stielen und Kelchblättern
  • Salvatore Blue: 30 cm hoch, tief blau-violette Blütenkrone an dunkel-braunen Stielen und kräftig violett-braun abgesetzten Kelchen
  • Violettkönigin: 60 cm hoch, tief blau-violett
  • Bilder









    Caradonna



    Caradonna



    Ostfriesland



    Rosenwein



    Schneehügel





















    Adrian



    Blauhügel



    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    30-60 cm Höhe
    60-100 cm Höhe
    weiß
    rosa
    violett
    hell-blau
    blau
    Juni
    Juli
    grau-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    trocken
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
    arme Böden
    mittlere Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    gut
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    aspektbildender Flächenfüller
    strukturbildende Matrixpflanze
    verträglich
    Steppenrasen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Alpine Felsfluren Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Kalk
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    öffentliches Grün
    Straßenbegleitgrün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Insektenweide
    Wiese/Prärie
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Lebensbereich
    Wiesen
    Felssteppen
    Steppen