Salvia microphylla // Johannisbeer-Salbei, Strauchsalbei

Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 3.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Salvia microphylla: Der Johannisbeer-Salbei stammt aus dem subtropischen Mexiko und südlich angrenzend aus Guatemala. Ob die Vorkommen in Arizona urwüchsig sind ist strittig. Aus Gartenkulturen verwilderte Populationen findet man in Texas und Argentinien. Auch im Mittelmeerraum hat sie stellenweise in Marokko, Portugal, Spanien und Griechenland Fuß gefasst.

Salvia microphylla kommt vorrangig in bergigen Regionen in sonnig-warmen Gehölzrändern, Buschland und Staudenfluren vor. Die Standorte sind relativ nahrhaft, mehr oder weniger frisch und gut drainiert.



Die großen, gut erkennbaren Lippenblüten sind das Charakteristikum von Salvia microphylla.

Beschreibung

Salvia microphylla ist ein in den Subtropen immergrüner, kurzlebiger Halbstrauch. Er ist wüchsig und erreicht rasch seine Endhöhe von 60 bis 100 cm. An Naturstandorten wird er bis zu 130 cm hoch. Der Wuchs ist ausladend-buschig. Die Neigung zur Breitwüchsigkeit wird gelegentlich durch die Ausbildung von unterirdischen Triebausläufern verstärkt.

Die leuchtend roten Lippenblüten sind für einen Salbei auffällig groß. Sie stehen in wenigblütigen, endständigen Trauben. Überwinterte Exemplare blühen bereits gegen Mitte Mai ausdauernd bis Ende Juli und zeigen mitunter einen zweiten, schwächeren Blütenflor gegen Mitte September. Jungpflanzen blühen bereits im ersten Jahr, allerdings etwas später gegen Ende Juni bis Ende August und dann meist ohne Nachblüte.



Die Büsche erreichen rasch üppige Ausmaße.

Das Laub duftet beim Zerreiben aromatisch-lieblich. Es wird zur Aromatisierung von Süßspeisen und für Tees bzw. Aufgüsse verwendet.

In Europa werden unter der Bezeichnung "Salvia heerii" häufig Salvia-Microphylla-Formen geführt. Überhaupt muss man zugestehen, dass der Salvia-Microphylla-Komplex unübersichtlich ist. Dies liegt einerseits am natürlichen Formenreichtum, aber auch der willigen, natürlichen Hybridisierung mit anderen Salbei-Arten. Auch die Züchter haben mit-hybridisiert, so dass man bei vielen Salvia-Microphylla-Sorten davon ausgehen muss, dass es sich nicht um Wildformen oder deren Auslesen handelt.

Verwendungshinweise

So ein blühender Johannisbeer-Salbei-Busch ist in allen Farbvarianten ein interessanter Anblick. Insbesondere die aufgrund der für Lippenblütler ungewöhnlichen Größe gut individuell wahrnehmbaren Blüten erzeugen Neugierde. Selten kann man sonst die Exotik von Lippenblüten so klar erkennen.

Man darf aber im Gegenzug keinen Blütenrausch erwarten. Den bekommen die vergleicheisweise wenigen Blüten auch zum Blütenhöhepunkt im Hochsommer nicht hin. Habitus und Blattstruktur sind solide aber unauffällig. Durch den lang anhaltenden Blütenflor fällt dies aber weniger ins Gewicht.

Die Ästhetik ist naturgemäß etwas plakativ, was in entsprechenden mediterranen Anlagen ja aber nicht zu bemängeln ist. Ausgepflanzte, einjährig kultivierte Bestände harmonieren z.B. gut im Beet mit Fuchsia magellanica 'Alba' oder Russischem Natternkopf vor farblich abgestimmten Hibiskus-Sträuchern.

Kultur

Mit Ausnahme der Salvia-Microphylla-Hybride 'Hot-Lips' kann die Art im Freiland nur einjährig kultiviert werden. Dies ist nicht allzu tragisch, da sich Jungpflanzen rasch und üppig entwickeln.

Die Überwinterung der Topf-Kultivare erfolgt kalt bis kühl, frostfrei und möglichst hell bei reduzierter, aber nicht eingestellter Bewässerung. Wer wenig Platz im Gewächshaus oder Wintergarten hat, kann auch gut bewurzelte Sommer-/Herbst-Stecklinge verwenden. Da der Johannisbeer-Salbei ob seiner Kurzlebigkeit ohnehin nicht zum charakterstarken Individium reift, ist dies vielleicht sogar die Methode der Wahl.

Überwinterte Exemplare können im Frühling vor oder ca. zwei Wochen nach dem Austrieb zurückgeschnitten werden, um eine buschige Wuchsform zu erhalten.

Die Vermehrung erfolgt am schnellsten und einfach über Triebstecklinge, sowohl Weichholz im Frühling als auch halb-verholzte Triebe im Sommer oder Herbst sind geeignet.



Die exotische Form der Lippenblüten kann man nur an wenigen Verwandten so gut wahrnehmen.

Sorten:
  • Alba: rein weiße Blüte, 80/80 cm hoch/breit, frosthart, aber nirgends in Mitteleuropa im Freiland zu überwintern
  • Cerro Poto: lockere, lang gestreckte Trauben mit kräftig pinkfarbenen Blüten von Anfang Juli bis Mitte Oktober, 90/90 cm hoch/breit, frosthart, aber nirgends in Mitteleuropa im Freiland zu überwintern
  • Hot Lips: Hybride (Salvia x jamensis), im Juli einfarbig purpur-rot, dann zunehmend mit weißer Oberlippe, ab September bis zum ersten Frost mitunter gänzlich weiß 100/100 cm hoch/breit, gut frosthart, im Weinbauklima in geschützten Lagen winterhart
  • Ribambelle: Hybride, rosa-aprikot, von Ende Juni bis Ende Oktober, 70/70 cm hoch/breit, schwach frosthart

Bilder





















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
einjährig
zweijährig
Staude
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
horstartig
60-100 cm Höhe
weiß
rot
pink
apricot
Juli
August
September
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
vorhanden
frisch
gut drainiert
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
humos
organische Böden
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
subtropische Klimate
Warmlagen
Amerika
Mittelamerika
befriedigend
Sehr hoch
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
für Pflanzgefäße geeignet
Rabatte
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
sommergrün
winter-/immergrün
Gehölzrand/Staudenfluren