Salvia glutinosa / Klebriger Salbei, Wald-Salbei, Floh­kraut

Salvia_glutinosa_klebriger_salbei_11 Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 5.00
Wikipedia Salvia glutinosa
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Salvia glutinosa

Der Klebrige Salbei kommt natürlicherweise in Gebirgsregionen von der Iberischen Halbinsel bis zum Balkan und dem Alpenraum vor.

In Deutschland ist er in den Alpen und dem Alpenvorland urwüchsig und häufig. Nördlich des Alpenraumes ist er sehr selten eingebürgert und oft an alte Siedlungen gebunden. Bezeichnenderweise liegt das nördlichste Vorkommen im unmittelbaren Umfeld des Klosters Chorin im nord-östlichen Brandenburg. In der Schweiz ist Salvia glutinosa bis in die hochmontanen Stufen überall relativ stetig anzutreffen.



Salvia glutinosa in einem montanen Schluchtwald

Salvia glutinosa wächst in frischen bis feuchten, basen- und stickstoffreicheren Laubwäldern. Der Klebrige Salbei ist eine Kennart der Buchen-Wälder, kommt aber auch in  Linden-Ahorn-Schluchtwäldern, Hartholzauwäldern und hochmontanen, absonnigen Grünerlen-Gebüschen vor.

Die Art bevorzugt halbschattige bis schattige Lagen. 

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (4)  Temperatur (5)  Kontinentalität (4)  Feuchte (6)  Reaktion (7)  Stickstoff (7)



In Schattenlagen sind die großen Blätter beinahe auffälliger als der zurückhaltende Flor.

Beschreibung

Salvia glutinosa ist eine sommergrüne, horstige Staude, die Wuchshöhen von 50 bis 60 cm erreicht, unter idealen Kulturbedingungen auch bis 100 cm.

Die großen, drüsig-behaarten Blätter stehen in einer Halbrosette, aus der sich im Juli/August der zurückhaltende Blütenstand mit den gelben Lippenblüten erhebt.

Die Blütenkelche sind klebrig und haften zur Verbreitung der Samen an Tieren.

Die Verwendung als Gewürzpflanze (Blätter) und Teepflanze (v.a. Blüten) ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Vielleicht nicht gänzlich zu Unrecht, kann der Klebrige Salbei doch geschmacklich eher nicht mit dem Echten Salbei konkurrieren.

Vielleicht war aber ohnehin immer schon die Verwendung als "Flohkraut" der eigentliche Einsatzbereich. Die klebrigen Blütenstände wurden zum Abstreifen von Flöhen verwendet.

Verwendungshinweise

Der selten eingesetzte Klebrige Salbei ist eine interessante Option für naturnahe Waldgärten und sonnige bis schattige Gehölzränder. Hier hat auch das großblättrige, oft hell-grüne Laub Zierwirkung. In natürlichen Schluchtwäldern sieht man sie z.B. gerne zusammen mit Campanula latifolia, Lunaria rediviva, Polystichum setiferum, Actaea spicata oder Aruncus dioicus.

Für Rabatten und Zierstaudenbeete ist das Erscheinungsbild eher nicht "prächtig" genug.

Als alte, wenn auch vergessene Würz- und Teepflanze ist sie in bäuerlichen Gärten und die für mediterrane Kräuter zu schattigen Bereiche von Kräuterbeeten eine interessante Option.



Im sonnigen Stand entwickelt sich dagegen ein relativ üppiger Blütenschmuck.

Kultur

Salvia glutinosa ist robust und durchsetzungsfähig. Ist sie erst einmal eingewurzelt, lässt sie sich von Wildkräutern auch langfristig kaum verdrängen.

Die Art ist gut schattenverträglich, in sonnigen Lagen oder bei starkem Wurzeldruck von Großgehölzen benötigt sie in der Etablierungsphase Bewässerung. Je sonniger die Standorte sind, desto stärker ist der Blütenansatz.

Ältere Exemplare überstehen aufgrund der tiefreichenden Pfahlwurzel Trockenphasen erstaunlich gut.

Werden größere Mengen der Klebrigen Salbei benötigt, lässt sie sich leicht aus Saatgut heranziehen. Die Samen keimen bei etwa 20 Grad Celsisus und gleichmäßiger Feuchte zügig und willig.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
gelb
Juli
grün
hellgrün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
frisch
feucht
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Laubwälder
Buchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Feuchtwälder
Auwälder
Ländlicher Garten
Waldgarten
Klostergarten
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Nebensortiment
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren