Salix repens // Kriech-Weide

Familie Salicaceae, Weidengewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Salix repens
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Salix repens: Die Kriech-Weide kommt in verschiedenen regionalen Unterarten mit Ausnahme des südlichen Balkans und Griechenlands in weiten Teilen Europas bis nach Zentral-Asien vor.

In Deutschland ist Salix repens v.a. in der Norddeutschen Tiefebene ziemlich verbreitet, während sie in den Mittelgebirgsregionen nur zerstreut und vielerorts zurückgehend anzutrefen ist. Im Alpenvorland und den Bayerischen Alpen tritt sie dagegen ebenfalls recht häufig auf. In der Schweiz ist die Kriech-Weide v.a. im Jura und dem nördlichen Mittelland verbreitet, im Alpenvorland ist sie selten und fehlt ansonsten.



Salix repens ssp. dunensis in einer Nachbildung einer Düne mit Sanddorn im Hintergrund.

Die Unterarten besiedeln unterschiedliche Biotoptypen, die sich jedoch alle durch voll-sonnige, frische bis nasse und in der Regel nährstoffarme Bedingungen auszeichnen.

Die Dünenstandorte der Küsten sind basenreich, die Moorstandorte des Binnenlandes dagegen sauer.

Vorkommen der im Handel erhältlichen Unterarten:
  • ssp. dunensis: im Graudünenbereich der Atlantikküsten von Frankreich bis Süd-Skandinavien und der Ostsee in Krähenbeeren-Heiden und Sanddorn-Gebüschen. Im Handel auch unter "Salix repens ssp. argentea" geführt.
  • ssp.repens: Im atlantischen Europa an den Küsten und im Binnenland, Kennart der bodensauren Strauchweidenmoore, aber auch im  Davall-Seggen-Ried kalkreicher Quell- und Sickermoore

  • Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende

    Licht (8)  Temperatur (5)  Kontinentalität (-)  Feuchte (7)  Reaktion (-)  Stickstoff (-)
    Salix repens ssp. repens in einem weitläufigen Moorbeet mit Gagelstrauch und Königsfarn

    Beschreibung: Salix repens ist ein sommergrüner Zwergstrauch, der bis zu 100 cm hoch und mehr als doppelt so breit werden kann. Er wächst ausgebreitet niederliegend mit lang kriechenden Ästen.

    Das Laub ist im Austrieb wollig behaart, oberseits bei Salix repens ssp. repens später verkahlend und dann grau-grün.

    Die Blüten erscheinen vor dem Laubaustrieb im März/April. Die Blüten der männlichen Pflanzen sind gold-gelb und zierend, während die weiblichen Pflanzen unauffällig grünlich blühen.

    Mit Salix purpurea, Salix caprea und Salix viminalis werden natürliche Hybriden gebildet.



    Salix repens ssp. dunensis behält die silbrige Behaarung bis zum Laubfall im Herbst.


    Verwendungshinweise: Die Kriech-Weide ist eine gute Art zur naturhaften Strukturierung von mäßig trockenen, steppenartigen Anlagen (ssp. dunensis und die graulaubigen Auslesen) und frischen bis feuchten Heide- bzw. Moorbeeten (ssp. repens).

    Es dauert mitunter drei oder auch vier Jahre, bis die dynamische Breitenentwicklung einsetzt. Durch die dann ausgeprägten Langtriebe entsteht ein sehr charakteristischer, lockerer Habitus.

    Wo der Platz beengter ist oder niedrigere Stauden bedrängt werden, sorgt ein gelegentlicher Rückschnitt für einen dichteren, kompakteren Wuchs.



    'Voorthuizen' im herbstlichen Kiesbeet mit Miscanthus sinensis, Pennisetum alopecuroides und Helictotrichon sempervirens

    Kultur: Die Art kommt mit zeitweilig trockenfallenden Substraten problemlos zurecht, auch wenn die Naturstandorte dies nicht unbedingt vermuten lassen.

    Auf stickstoffarmen Böden kann sie sich gut gegen Wildkräuter behaupten. Auf reichen Böden ist sie entsprechend wuchsfreudiger und daher ebenfalls recht durchsetzungsfähig, solange sie nicht verschattet wird.

    Sorten:
    • Bergen: 50/150 cm hoch/breit, grau-grünes Laub, basenreiche Standorte
    • ssp. repens 'Argentea': 80/160 cm hoch/breit, weiß-filzige, nicht verkahlende Blätter, bevorzugt basenärmere Standorte
    • ssp. dunensis: 80/160 cm hoch/breit, weiß-filzige, nicht verkahlende Blätter, kalkliebend
    • ssp. repens: 80/160 cm hoch/breit, nur im Austrieb weiß-filziges Laub, später verkahlend und vergrünend, bevorzugt basenärmere Standorte
    • Voorthuizen: 80/190 cm hoch/breit, silbrig-grünes Laub, basenreiche Standorte

    Bilder






    Voorthuizen



    ssp. dunensis



    ssp. dunensis



    ssp. repens



    ssp. repens



    Voorthuizen



    Voorthuizen

    Attribute

    Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    Klein-Strauch
    niederliegend/kriechend
    breit ausladend
    grün
    gelblich-grün
    gelb
    April
    grün
    grau-grün
    silbrig
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    frisch
    wechselfeucht
    nass
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    salzhaltig
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    organische Böden
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    stark sauer
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Moore und Sümpfe
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    Sibirien
    Zentral-Asien
    gut
    Gering
    strukturbildender Solitär
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Niedermoore
    Hochmoore
    Kleinseggenriede
    Trockenrasen Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche Einsatzbereich Handelsgängigkeit
    Dünen
    Feucht- und Moorheiden
    Feuchtgebüsche
    Grauweidengebüsche
    Dünen-Gebüsche
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Heidegarten
    Steppenpflanzung
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Hauptsortiment
    Belaubung Lebensbereich
    sommergrün
    Wasserrand/Sumpf
    Heiden
    Gehölzrand/Staudenfluren