Salix alba // Silber-Weide

Familie Salicaceae, Weidengewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Salix alba
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Salix alba: Die Silberweide kommt von Nord-West-Afrika über Süd- und Mitteleuropa bis in den Westen Chinas vor. In Skandinavien fehlt sie ursprünglich, ist aber - wie in weiten Teilen Nordamerikas - eingebürgert.

In Deutschland ist sie praktisch überall häufig. In der Schweiz ist sie in den tieferen Lagen ebenfalls weit verbreitet, wird mit zunehmender Höhenlage jedoch zusehends seltener und kommt kaum über die submontane Stufe hinaus.



Im Wind erzeugen die Blattunterseiten von Salix alba silbrige Lichtreflexe.

In Mitteleuropa ist sie eine Kennart der Weicholzaue der Tiefebenen bis submontanen Höhen im unmittelbaren Ufer- und Überflutungsbereich von Flüssen und Strömen.

Diese Standorte sind dauerhaft feucht bis nass bzw. regelmäßig längere Zeit zu den Frühjahrs- und Sommerhochwassern überflutet. Die sandigen bis tonigen Substrate sind basen- und stickstoffreich.

Die wärmeliebende Silber-Weide ist erstaunlich schattenverträglich und kommt auf vollsonnigen bis absonnigen Standorten vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (6)  Kontinentalität (6)  Feuchte (8)  Reaktion (8)  Stickstoff (7)



Alte Kopfweiden sind prägende Elemente der historischen Kulturlandschaft.

Beschreibung: Die Silberweide ist ein sommergrüner, schnellwüchsiger Baum, dessen im Alter breit ausladende, wolkige Krone bis zu 25 (30) m Höhe erreichen kann.

Die Oberseits grau-grünen Blätter sind unterseits silbrig-grün. Die gelblich-grünen, walzenartigen Kätzchenblüten erscheinen im April/Mai kurz nach dem Laubaustrieb. Die weiblichen Blüten entwickeln sich zu weiß-wolligen Fruchtkörpern.

Im Herbst haften die Blätter lange, oft bis in den Dezember hinein, fallen aber nach der Verfärbung (gelb) rasch. Die Rinde der jungen Triebe ist auffallend gelblich-grün und tritt im Winterhalbjahr zierend hervor.

Salix alba ist als Anpassung an den Eisgang der Flüsse und Ströme sehr regenerationsfähig. Zweige mit Bodenkontakt bewurzeln sich rasch, der Stockausschlagsvermögen ist sehr hoch.

Die Silber-Weide hybridisiert natürlicherweise mit Salix cinerea, Salix purpurea, Salix viminalis und auch Salix triandra.



Im Siedlungs-Kontext ist die Trauerweide die häufigste Form und v.a. wie hier zur Blütezeit sehr präsent.


Verwendungshinweise: Salix alba gehört zu den prägenden Baumarten der traditionellen Kulturlandschaft. V.a. Kopfbaumreihen entlang von Gräben und landwirtschaftlichen Wegen sind ein kulturelles Erbe. Mächtige Silber-Weiden sind wichtige, Orientierung gebende Landmarken in Weidelandschaften und markieren Wasserstellen, feuchte Senken und den Verlauf von Fließgewässern aller Art.

Im Siedlungsraum wird fast ausschließlich und sehr gerne die Trauerweide ('Tristis') eingesetzt. Sie ist ein guter Aspekt an Gewässerufern in Parkanlagen, Uferpromenaden und Flussläufen.

Abseits von Gewässern ist sie deplaziert und verwirrt den Betrachter. Als Wasserbezug reicht im Grunde aber schon eine kleine Brunnenanlage.



Die Rinde junger Zweige ist winterzierend.

Kultur: An die Standortbedingungen stellt die Silberweide in Kultur keine Ansprüche und gedeiht auch auf mäßig trockenen Böden und absonnigen Lagen. Ohne direktes Sonnenlicht treten aber die Lichtreflexe im Spiel von Sonne und Wind nicht auf, die einen wesentlichen Reiz der Art ausmachen.

Als Landschaftsgehölz sollte nur die Wildart verwendet werden. Der Bezug von jungen Kopfbäumen ist problemlos möglich, allerdings etwa 30-50%  teurer als normale Hochstämme. Kopfbäume können aber auch selber herangezogen werden. Hierfür wird der Trieb in einer Höhe von etwa 150 cm zurückgeschnitten. Nachfolgend werden über mehrer Jahre die Neutriebe direkt nach der Blüte bis auf ein oder zwei Zentimeter zurückgeschnitten. Sämtliche übrige Austriebe am Stamm werden vollständig entfernt. Haben Stamm und Kopf einen nennenswerten Umfang erreicht, kann der Schnittrhytmus verlängert werden.

Sorten:
  • Belders: 22/9 m hoch/breit
  • Chermesina: 12/9 m hoch/breit, orange-rote Jungtriebe, winterlich zierend
  • Liempde: 30/10 m hoch/breit, kegelförmige Krone
  • Sericea: 12/5 m hoch/breit, beidseitig silbrig-behaartes Laub
  • Tristis: 15/15 m hoch/breit, "Trauerweide" mit lang-schleppenartig hängenden Zweigen
  • Vitellina: 16/9 m hoch/breit, aufragend-kegelförmige Krone, orange-gelbe Jungtriebe, bläulich-grüne Blattunterseite mit mäßig ausgeprägter silbriger Behaarung

Bilder













































Attribute

Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
Baum
Mittelgroße Bäume
Großbäume
gelblich-grün
gelb
April
grau-grün
ungiftig
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
vorhanden
frisch
wechselfeucht
nass
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gewässer/Gewässerrand Wälder
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Afrika
Nordafrika
gut
Sehr gering
strukturbildender Solitär
verträglich
Fliessgewässer
Flüsse
Feuchtwälder
Auwälder
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Repräsentative Gärten
Wassergarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
sommergrün
Gehölz/Wald
Wasserrand/Sumpf