Ruta graveolens // Weinraute

Familie Rutaceae, Rautengewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Ruta graveolens
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Ruta graveolens: Die Weinraute kommt von der Iberischen Halbinsel, im westlichen Mittelmeerraum und vom Balkan bis zum Schwarzem Meer vor. Sie wird seit dem Altertum als Medizinalpflanze kultiviert, so dass nicht wenige Vorkommen archaeophytisch sein dürften.

Unter Umständen handelt es sich bei der Art sogar um einen reinen Kultivar, der dann vermutlich aus Ruta divaricata oder auch aus Ruta montana ausgelesen sein könnte.

In Deutschland gibt es archaeophytische Vorkommen in der Oberrheinischen Tiefebene und v.a. am nördlichen Fuß des Schwarzwaldes. Ansonsten ist sie fest neophytisch eingebürgert in den mitteldeutschen Wärmeregionen. In Berlin kommt sie unbeständig vor.



Die Weinraute in einer grandiosen mediterranen Staudenanlage u.a. mit Dianthus giganteus, Gladiolus illyricus und Ptilostemon afer.

Die Weinraute besiedelt sonnig-warme Strauchheiden auf skelettreich-durchlässigen, mäßig nahrhaften und mehr oder weniger neutralen bis basenreichen Böden. Kalk- oder Dolomitgesteine bilden häufig das Gerüst der humusarmen Mineralböden.

In Deutschland konzentrieren sich insbesondere die neophytischen Vorkommen auf sonnig-warme, ausdauernde Ruderalfluren. Im Umfeld des Schwarzwaldes trifft man die Weinraute öfter in Weinbergen und als sogenannte Stinserpflanze in der Nähe von Burgen oder Klöstern.

Ökologische Zeigerwerte nach TelaBotanica  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (4)  Feuchte (2)  Reaktion (8)  Stickstoff (4)



Ebenfalls wunderschöne, durch Stipa pulcherrima steppenartige Situation mit Perovskia atriplicifolia und Allium sphaerocephalon

Beschreibung: Die Weinraute ist ein horstiger, an der Basis verholzender, winter- bis immergrüne Halbstrauch von 60 bis 80 cm Höhe. Über den Winter gehen normalerweise zwar viele Blätter verloren, es bleibt aber v.a. an den Triebspitzen meist ausreichend viel Laub übrig, um einen grünen Eindruck zu vermitteln.

Die bläulich-grau-grünen Blätter duften aromatisch und sind ein traditionelles Gewürz der mediterranen Küche. Sie wurden vermutlich sogar zum Aromatisieren von Wein verwendet. Noch heute zieren Blätter der Weinraute Grappa-Spezialitäten.

Die grünlich-gelben Blüten erscheinen ab Anfang/Mitte Juni bis Anfang Juli und sind duftlos.

Die ätherischen Öle der Blätter können phototoxische Hautreaktionen hervorrufen. Der Kontakt mit den Blättern kann hierzu bereits ausreichen. Unangenehmer noch ist aber der Kontakt mit dem Pflanzensaft.

Eine medizinische Verwendung erfolgt heute nicht mehr, da die Vielzahl und Konzentration der Wirkstoffe schwer zu überschauen ist.



Ruta graveolens 'Jackman´s Blue' ist eine der überzeugendsten Gartenpflanzen überhaupt.

Verwendungshinweise: Ruta graveolens verbreitet einerseits durchaus mediterranen Charme und Duft, erscheint dem Laien aber mitunter auch etwas "wildkrautartig". Ambitionierte Gärtner können dem aber entgegenwirken, indem sie durch einen Frühjahrsschnitt rundlich-kompakte Exemplare erziehen. Man kann den Gedanken auch auf die Spitze treiben und mit der Weinraute niedrige Einfassungshecken für Kräuterbeete herstellen oder sie zu Halbstämmen mit Kugelkrone erziehen.

Die herausragende Sorte 'Jackman´s Blue' mit ausgeprägt blau-grauem Laub ist der Wildart ästhetisch überlegen und gerät niemals unter Unkrautverdacht. Dies gilt auch für die panaschierten Auslesen, von denen sich insbesondere 'Forma Variegata' bewährt.

Als historisch bedeutsames, heute aus der Mode gekommenes Gewürz, kann die Art gut in Kloster-, Kräuter- und Duftgärten sowie mediterranen Gestaltungsansätzen eingesetzt werden. Sehr schön kommt sie immer in Verbindung mit Trockenmauern zur Geltung.

Daneben passt sie auch in steppenartige Arrangements mit horstigen Gräsern, anderen mediterranen Halbsträuchern oder trockenheitsliebenden Stauden. Gerade alte Exemplare sind hier auch im Winter interessante Erscheinungen.

In Kübeln kann sie auch auf Terassen und Balkonen verwendet werden, wo sich ihr Duft besonders merklich verbreitet. Bei Überwinterung im Kübel sollte das Durchfrieren des Wurzelballens vermieden werden.



Vollblüte


Kultur: Die wärmeliebende Art ist auf gut drainierten, auch winterlich nicht feuchten Standorten völlig zuverlässig zu überwintern.

Auf nahrhafteren, frischeren Böden wird die lichtliebende Weinraute von Wildkrautaufkommen etwas bedrängt, hält sich aber erstaunlich wacker. Sie kann höheres Stickstoffangebot zwar gut in üppiges Wachstum umsetzen, ist dann aber oft etwas kurzlebiger.

Die Weinraute ist sehr keimfreudig und versamt sich bei ausreichend offenen, warmen Bodenstellen auch selbsttätig. Lästig wird sie dabei natürlich niemals. Ein Kälteimpuls ist zur Keimung nicht erforderlich.

Die Vermehrung kann zudem vegetativ über ausgereifte Kopfstecklinge oder auch Absenker erfolgen.

Sorten:
  • Forma Variegata: im Austrieb weiß panaschiertes/marmoriertes Laub, das generativ mit einigen Variationen an die Sämlinge weitervererbt wird. Im Laufe des Jahres nehmen die Blätter eine bläulich-grau-grüne Färbung an, da bis in den Hochsommer Neutriebe gebildet werden, ist die Panaschierung ganzjährig vorhanden. Mitunter ist der Austrieb auch bläulich-grün und eine Marmorierung tritt erst am alten Laub auf. Die Sorte ist vital und wüchsig.
  • Jackman´s Blue: bis 60 cm hoch, intensiv blau-graues Laub, durch frisch-grau-grünlichen Austrieb tiefgründige Farbigkeit, dicht-kompakter Habitus, weitgehend sortenecht versamend (knapp die Hälfte der Sämlinge erreicht nicht die intensiv blau-graue Färbung und sollte aussortiert werden.)
  • Variegata: bis 50 cm hoch, junge Triebe hell-gelbe bis creme-weiße Blattränder, älteres Laub weißliche Ränder, im Jahresverlauf vergrünend, nur vegetativ vermehrt, grüne Wildtriebe müssen entfernt werden
  • Bilder


















    Jackman´s Blue



    Jackman´s Blue

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    horstartig
    gelblich-grün
    Juli
    blau-grün
    panaschiert
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    giftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    ausgeprägt
    trocken
    mäßig trocken
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    sehr arme Böden
    arme Böden
    mittlere Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    mediterraner Schwerpunkt
    Hügelland (collin)
    sehr gut
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    strukturbildende Matrixpflanze
    verträglich
    Trockenrasen Staudenfluren Gebüsche Einsatzbereich Handelsgängigkeit
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Klostergarten
    Duftgarten
    Duft ausgeprägt
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Insektenweide
    Hauptsortiment
    Belaubung Lebensbereich
    winter-/immergrün
    Felssteppen
    Steppen
    Heiden