Rubus parviflorus / Nootka-Himbeere, Weiße Zimt-Himbeere

Rubus_parviflorus_nootka-himbeere_11 Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Rubus parviflorus

Die Nootka-Himbeere kommt im Nord-Westen Amerikas von Alaska und entlang der Pazifikküste bis nach Mexiko vor. Während die Art im nördlichen Verbreitungsgebiet auch in den Tieflagen vorkommt, ist sie südlich auf die Bergregionen beschränkt und steigt hier bis auf 2.500 m Höhe auf.

Rubus parviflorus bildet häufig die Strauchschicht von Mischwäldern in niederschalgsreichen Lagen oder sickerfrischen Hängen bzw. entlang von Waldbächen. In Auwäldern besiedelt sie die selten überflutete Hartholzaue bzw. die grundwassernahen, häufiger überfluteten, aber rasch abtrocknenden Kies- und Schotterbänke entlang der Ufer.

Sie tritt auch in Kahlschlagsflächen oder Waldbrandstellen und absonnigen Straßenböschungen auf basenärmeren, frischen bis feuchten und nahrhaft-humosen Böden. Bevorzugt werden tiefgründig-skelettreiche Substrate.



Schöner, reich blühender Bestand von Rubus parviflorus.

Beschreibung

Die Nootka-Himbeere ist ein sommergrüner Strauch von 150 bis 200 cm, unter optimalen Bedingungen auch bis 250 cm hoher Strauch. Die Grundtriebe sind aufrecht und nur im oberen Drittel leicht bogig übergeneigt. Durch Wurzelausläufer bildet die Art  breite Gebüsche, allerdings nicht so rasant, dass man sie zu den Wucheren zählen müsste.

Kennzeichnend sind die sehr großen, etwas ahornblattartigen Blätter, die annähernd dachziegelartig übereinander stehen. Die Sträucher entwickeln dadurch fas bodedeckende Qualitäten und lassen kaum Unterwuchs aufkommen. Die großen, duftenden, weißen Blüten erscheinen von Juni bis Ende Juli.

Die rötlichen Himbeer-Früchte sind essbar, allerdings nur mäßig schmackhaft. Das Herbstlaub nimmt eine fahl-gelbe, vor dunklen Hintergründen durchaus zierende Herbstfärbung an.

Die Art ist nur selten im Handel erhältlich. Handelsstandard ist die sehr ähnliche, rosa-blühende und basenverträglichere Rubus odoratus, mit der sie auch hybridisiert.

Verwendungshinweise

Rubus parviflorusist aufgrund des dichten Wuchses und der großen Blätter und den großen, aber dennoch dezenten Blüten eine aparte Option für den kühl-feuchten, lichten Schatten unter alten Baumbeständen gepflegter Parkanlagen oder absonnigen Lagen von Mauern und Gebäudeteilen.

Auch Waldgärten mit Nordamerika-Thematik - v.a. am Randbereich frischer bis feuchter Stellen - kann die Art strukturell beleben. In Kombination mit Farnen, Gräsern und Waldstauden kommt die Nootka-Himbeere besonders gut zur Geltung.



Die Herbsttöne sind unaufdringlich-zierend.

Die Art sollte ausreichend Raum zur Entfaltung haben, da sich ein natürlicher Habitus nur einstellt, wenn die jüngeren, randlichen Ausläufertriebe niedriger sind als die zentralen Alt-Ruten. In weiträumigen Anlagen kann in Kauf genommen werden, dass kaum eine Staude dem enormen Schattendruck der langsam heranrückenden Nootka-Himbeere lange standhält.

Kultur

Die Standorte sollten frisch bis feucht sein. Kürzere Trockenphasen und Lufttrockenheit mindern die Vitalität etwas, werden aber überstanden.

Kalkreiche Böden sind ebenfalls ungünstig.

Weiterführende Quelle (Englisch)

Bilder





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Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Strauch
Normalstrauch
breit ausladend
weiß
Juni
grün
zierende Herbstfärbung
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
vorhanden
frisch
feucht
halbschattig
absonnig
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Amerika
Nordamerika
Mittelamerika
gut
Sehr gering
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
unverträglich
Repräsentative Gärten
Waldgarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hecken
Freie Blütenhecke
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Nebensortiment
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren