Salvia rosmarinus (Rosmarinus officinalis) // Rosmarin

Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 5.00
Wikipedia Salvia rosmarinus (Rosmarinus officinalis)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Salvia rosmarinus: Rosmarin ist ursprünglich von der Iberischen Halbinsel bis Italien und Griechenland verbreitet, wird aber seit altersher im gesamten Mittelmeerraum kultiviert und ist hier weit verbreitet verwildert.

In Großbritannien, der Schweiz und auf der Krim sowie jenseits des Atlantiks in Mexiko und Texas hat sich der Rosmarin neophytisch etablieren können.



Im Mittelmeerraum wird Rosmarin auch gerne als Sichtschutzelement verwendet.

Der Rosmarin ist eine Kennart der an Halb- und Zwergstäuchern reichen Hartlaubgebüsche und Strauchheiden auf entwaldeten und durch Beweidung offen gehaltenen Hängen.

Die skelettreichen Böden sind sonnig-warm und sommertrocken, mäßig nahrhaft und meist basenreich.

Ökologische Zeigerwerte nach TelaBotanica  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (8)  Kontinentalität (3)  Feuchte (2)  Reaktion (8)  Stickstoff (4)



V.a. im Wintergarten kann der Blütenflor überraschend üppig ausfallen.

Beschreibung: Rosmarin ist ein immergrüner, am Naturstandort bis zu 150 (200) cm hoher und deutlich breitwüchsigerer Strauch. Die dunkelgrünen, etwas grau-stichigen Blätter sind nadelartig und duften intensiv würzig.

Die blass violett-blauen Lippeblüten können von Ende April an den gesamten Sommer über auftreten, bleiben nördlich der Alpen aber in manchen Jahren auch aus.

Die alte Bezeichnung wird "Rosmarinus officinalis" ist im Handel weiterhin die übliche.

Verwendungshinweise: Salvia rosmarinus gehört nicht zu den ästhetisch auffälligsten unter den mediterranen Kleinsträuchern, wir aber aufgrund seines ausgeprägt aromatischen Geruchs und der Verwendung als herausragendes Gewürzkraut gerne auf Balkonen und Terrassen kultiviert.

In intensiv gärtnerisch betreuten Kloster- und Kräutergärten oder mediterranen Anlagen kann die Art ergänzend als Kübelpflanze eingesetzt werden. In geschützten Lagen kann man auch die Freilandkultur wagen.

Regelmäßig geschnittene Exemplare mit dichter Krone sind ganzjährig repräsentative Strukturelemente. Sie lassen sich auch gut in naturhafte Felssteppen integrieren und kontrastieren schön mit den hellen Samenständen z.b. des Silberhaarigen Raugrases.



Salvia rosmarinus erinnert an Koniferen, schmeckt aber deutlich besser.

Kultur: Die Standorte sollten (voll-)sonnig und warm sein. Das Substrat ist idealerweise mäßig nahrhaft, durchlässig, humusarm und nicht zu sauer.

Die Art ist frosthart und kann kurzzeitig auch Temperaturen von 15 Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt ertragen. In geschützten Lagen wintermilder Regionen überstehen die Sträucher durchaus auch normale Winter im Freiland. Früher oder später kann aber auch hier ein Winter kommen, der zum Totalausfall führt. Problematisch sind neben den Tiefsttemperaturen v.a. Wintersonne bei gefrorenem Wurzelballen und Nässe.

Die Überwinterung unter kühlen, weitgehend frostfreien, eher luftfeuchten denn zu trockenen und hellen Bedingungen ist unproblematisch. Die Kübel sollten bei kleineren Sorten mindestens 7 Liter Inhalt haben, für wüchsige Sorten besser 10 Liter.



Boule variiert das Rosmarin-Thema mit einer Hängeform.

Rosmarin neigt wie die meisten mediterranen Halbsträucher ohne regelmäßigen Erhaltungsschnitt zur Vergreisung. Es ist erforderlich, regelmäßig nach der Hauptblüte im April/Mai einen Teil der Gerüsttriebe bodennah einzukürzen und so die Bildung von bodennahen, vitalen Jungtrieben zu initiieren.

Werden immer nur die Triebspitzen geschnitten, bilden sich mit der Zeit mehrere, am Grunde verkahlende Teilkronen aus. Solche Exemplare können zwar eine starke Charakteristik entfalten, sind jedoch anfällig für Frost und Totalverlust. Sie lassen sich nur bedingt wieder verjüngen, da tieferliegende Knospen, auf die man zurückschneiden und den Neuaufbau des Triebes begründen könnte, vorhanden sein müssen. Rosmarin blüht am alten Holz. Will man die Blüte nicht beeinträchtigen, sollte man die Ernte von Triebspitzen gegen Anfang Juli einstellen.

Sorten:
  • Arp: bis 100 cm Höhe, relativ frosthart
  • Blaulippe: bis 50 cm Höhe, blühwillig, kräftig violett-blaue Blüten, frostempfindlich
  • Boule: bis 60 cm, bogig überhängende Triebe und dadurch halb-kugeligem Wuchs, blühwillig
  • Rex: bis 100 cm, auffällig aufrechte Triebe, relativ frosthart, sehr blühfreudig
  • Weihenstephan: bis 70 cm, auffällig aufrechte Triebe, relativ frosthart
  • Bilder





















    Boule

    Attribute

    Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    Klein-Strauch
    breit ausladend
    hell-blau
    blau
    dunkel-grün
    grau-grün
    ungiftig
    essbar
    Heil-/Gewürzpflanze
    Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
    ausgeprägt
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    arme Böden
    mittlere Böden
    Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    subtropische Klimate
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Südeuropa
    mediterraner Schwerpunkt
    Hügelland (collin)
    Asien
    Kleinasien
    Vord. Orient
    Afrika
    Nordafrika
    befriedigend
    Hoch
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Klostergarten
    Insektenweide
    Hauptsortiment
    Belaubung Lebensbereich
    winter-/immergrün
    Felssteppen
    Steppen
    Gehölzrand/Staudenfluren