Prunus laurocerasus // Lorbeerkirsche

Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Prunus laurocerasus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort

Prunus laurocerasus kommt im Norden der Türkei am Schwarzen Meer, im Kaukasus und am Süd-Ufer des Kaspischen Meeres vor. In Europa gibt es Vorkommen vom Balkan bis zum Westufer des Schwarzen Meeres.

In Teilen Italiens, im Nordwesten Frankreichs und auf der Iberischen Halbinsel sowie in Großbritannien ist die Lorbeerkirsche neophytisch eingebürgert.

Sie steigt von sub-montanen Höhen bis in die subalpine Stufe auf und wächst im Unterwuchs frischer Buchenwälder sowie in baumfreien Buschlandschaften.

Beschreibung

Die Lorbeerkrische ist ein immergrüner, meist breitwüchsiger Großstrauch, der allerdings trägwüchsig ist. Die Blätter sind glänzend dunkelgrün.

Die aufrechten, weißen Traubenblüten erscheinen im Mai. Das Laub und v.a. die Kerne der Kirschfrüchte sind giftig und können bei Kindern zu Todesfällen führen. Gekocht als Marmelade sind die Früchte dagegen essbar.

Es gibt zahlreiche Auslesen, die allerdings alle mehr oder weniger ausgeprägt breitwüchsig sind. Es gibt auch nahezu bodendeckende Sorten.

Verwendungshinweise

Prunus laurocerasus ist ein sehr beliebter, pflegeleichter Strauch für die Unterpflanzung von Baumbeständen in öffentlichen Grünanlagen.

Es entstehen meist sehr statische Pflanzflächen, die zwar den Wunsch nach Sauberkeit und Ordnung erfüllen, aber wenig aufregend sind. Durch die häufige Verwendung im öffentlichen Raum und in lieblosen Vorgärten ist die Art für anspruchsvolle Ansätze nur nach sorgfältiger Abwägung einsetzbar.

In repräsentativen Anlagen kann die Lorbeerkirsche v.a. als Formschnittgehölz und für imposante Schnitthecken Akzente setzen, wird aber v.a. im südlichen Mitteleuropa auch hierfür inflationär verwendet.

In Pflanzgefäßen können gepflegte Solitäre ebenfalls wirkungsvoll sein, der Wurzelballen darf aber nicht durchfrieren.

Kultur

Prunus laurocerasus ist schatten- und wurzeldruckverträglich, dann allerdings ausgesprochen trägwüchsig.

Die Lorbeerkirsche bevorzugt frische, mehr oder weniger neutrale und durchlässige Böden, übersteht aber nach der Etablierung mitteleuropäische Sommer auch ohne Bewässerung. Vitalitätsverluste sind bei regelmäßigem Trockenstress aber unübersehbar.

Die Art ist etwas frostempfindlich. Winterschäden enstehen dabei v.a. als Trockenschäden, wenn bei noch gefrorenem Boden durch Warmfronten zu erhöhter Transpiration über die immergünen Blätter kommt und der Wasserbedarf nicht gedeckt werden kann. Dieser Effekt lässt sich an windgeschützten und auch vor Wintersonne geschützten Standorten meistens vermeiden.

Sorten:
  • Cherry Brandy: 0,9/2,0 m hoch/breit, starkwüchsig, kaum Winterschäden, blühschwach
  • Etna: 1,8/1,8 m hoch/breit, dicht und mittel-wüchsig, geringe Winterschäden
  • Mano: 1,3/1,6 m hoch/breit, mittel-wüchsig, geringe Winterschäde, blühfreudig
  • Mischeana: 0,7/2,5 m hoch/breit, starkwüchsig, bronzener Blattaustrieb, kaum Winterschäden
  • Mount Vernon: 0,3/1,0 m hoch/breit, sehr schwachwüchsig, geringe Winterschäden, keine Blüte
  • Otto-Luyken: 1,3/2,0 m hoch/breit, mittel-wüchsig, mittlere Winterschäden, blühstark
  • Paradise: 1,6/2,0 m hoch/breit, stark-wüchsig, kaum Winterschäden
  • Schipkaensis: 1,7/2,0 m hoch/breit, dicht und stark-wüchsig, kaum Winterschäden, blühstark
  • Schipkaensis Macrophylla: 1,5/1,8 m hoch/breit, stark-wüchsig, kaum Winterschäden, sehr blühfreudig
  • Van Nes: 1,0/1,8 m hoch/breit, mittel-wüchsig, mittlere Winterschäden, blühfreudig
  • Zabeliana: 1,2/1,9 m hoch/breit, mittel-wüchsig, kaum Winterschäden

  • Bewertung der Sorten durch Bund deutscher Baumschulen e.V. http://www.gehoelzsichtung.de/gehoelze/prunus.htm: FETT= ausgezeichnete Sorten, Unterstrichen = sehr gute Sorten

    Bilder















    Mount Vernon



    Otto Luyken



    Rotundifolia



    Rotundifolia



    Schipkaensis



    Winterschäden

    Attribute

    Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Strauch
    Klein-Strauch
    Normalstrauch
    Großstrauch
    niederliegend/kriechend
    breit ausladend
    weiß
    Mai
    dunkel-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    giftig
    essbar
    vorhanden
    eher unangenehm
    frisch
    gut drainiert
    feucht
    sonnig
    halbschattig
    sommerlich schattig
    ganzjährig schattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Asien
    Kleinasien
    Liebhaberpflanze
    Sehr gering
    strukturbildender Solitär
    verträglich
    Mediterraner Garten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    öffentliches Grün
    Straßenbegleitgrün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Hecken
    Schnitthecke
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    winter-/immergrün
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Gehölzrand/Staudenfluren