Prunella vulgaris / Gewöhnliche Braunelle

Prunella_vulgaris_kleine_braunelle_11 Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Prunella vulgaris
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Prunella vulgaris

Das Verbreitungsgebiet der Gewöhnlichen Braunelle erstreckt sich über die gesamte Nordhemisphäre von den Gebirgslagen in den Subtropen bis in den borealen Norden.

Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz ist sie nahezu flächendeckend heimisch und steigt von den Tieflagen bis in subalpine Höhenlagen auf.



Prunella vulgaris in einem Halbtrockenrasen

Prunella vulgaris ist eine Kennart des Wirtschaftsgrünlandes und kommt v.a. in Fettweiden auf meist basenreicheren, frischen Böden vor. Sie profitiert hier von ihrer hohen Schnitt- und Verbissverträglichkeit. Als gleichermaßen trittverträgliche Art kommt sie auch in Trittrasengesellschaften stetig vor.

Kurzrasige Vegetationsstrukturen kommen ihrem hohen Lichtbedarf entgegen. Da das Schnittregime die Konkurrenzkraft kraftiger Stauden und Hochgräser minimiert, kann die Gewöhnliche Braunella dann sogar auf stickstoffreichen, humosen Lehmböden bestehen.

Außerhalb des Intensivgrünlandes wird sie dagegen auf stickstoffärmere Substrate z.B. in Halbtrockenrasen verdrängt.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (-)  Kontinentalität (3)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (-)

Massenbestand in einer intensiven Mähwiese mit Trifolium repens und Trifolium pratense:



Beschreibung

Prunella vulgaris ist eine wintergüne, durch Ausläufer teppichartige Bestände aufbauende Staude.

Die Wuchshöhe variiert von gut 5 cm auf Tritt- und Mährasen und bis 30 cm in extensiv-Wiesen.

Die violett-blauen Blütenähren erscheinen von Juni bis Ende September.

Die Gewöhnliche Braunelle war in der Volksmedizin sowohl in Europa als auch in Asien eine bedeutende Heilpflanze und wird auch heute noch aufgrund ihres Gehaltes u.a. an Gerbsäuren und ätherischen Ölen in der Kosmetik für Salben eingesetzt. Junge Blätter können auch Salaten beigefügt werden.

Ähnlich ist die etwas wüchsigere, in der Gartenkultur bedeutsamere Prunella grandiflora, mit der aber auch natürliche Hybride in allen Übergangsformen gebildet werden. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist das letzte Blattpaar, dass bei Prunella vulgaris unmittelbar unterhalb des Blütenstandes sitzt, während bei Prunella grandiflora der Blütenstand (kurz) gestielt ist.

Verwendungshinweise

Die Gewöhnliche Braunelle wird nur als Saatgut gehandelt. Sie ist eine gute Option für intensiver betretene oder drei bis fünfmalig gemähte sowie gelegentlich befahrene Auffahrten.

In mageren Kräuterrasen mit niedriger Begleitflora ist die Gewöhnliche Braunelle ebenfalls eine Bereicherung. In mehr oder weniger intensiv bewirtschafteten, kurzrasigen Weiden sind insbesondere Bellis perennis, Trifolium repens, Veronica chamaedrys oder Plantago media natürliche Prtner, die sich auch für die Gartenkultur eignen würden.

Die zierliche Art muss generell in sehr großen Gruppen oder gar flächig eingesetzt werden, um Wirkung zu entfalten.



Kleine Braunelle in einer einschürigen Magerwiese mit Daucus carota, Trifolium pratense und
Ranunculus acris

Kultur

Auf ärmeren, warmen, sonnigen und gelegentlich abtrocknenden Standorten ist eine Kultur unaufwändig. Bei Vertritt oder regelmäßiger Mahd ist sie auch auf nahrhaften Substraten zuverlässig zu kultivieren.

Die Art neigt unter konkurrenzarmen Bedingungen auch zur Versamung.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
bis 15 cm Höhe
15-30 cm Höhe
violett
blau
Juni
Juli
August
dunkel-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
Afrika
Nordafrika
Amerika
Nordamerika
Mittelamerika
gut
Mittel
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Frischwiesen
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Klostergarten
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Wiese/Prärie
Raritäten/Saatgut
winter-/immergrün
Wiesen