Primula vulgaris // Stengellose Schlüsselblume

Familie Primulacea, Primelgewächse
Pflanzen pro qm 20.00
Wikipedia Primula vulgaris
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Primula vulgaris

Die Stengellose Schlüsselblume kommt vom nordafrikanischen Atlasgebirge über die Iberische Halbinsel bis in das südliche Skandinavien vor. Nach Osten reicht das Verbreitungsgebiet über den Balkan und die Türkei  bis zum Kaukasus bzw. Syrien und den Libanon.

In Deutschland ist die Stengellose Schlüsselblume deutlich seltener als die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) oder die Echte Schlüsselblume (Primula veris) und kommt urwüchsig nur in den Küstenregionen von Nord- und Ostsee sowie in den Bayerischen Alpen vor. In den niedersächsischen und mecklenburgischen Küstenregioenen sind die Vorkommen nahezu vollständig erloschen. Die Art gilt in Deutschland entsprechend als gefährdet.

In der Schweiz hat sie ausgeprägte Verbreitungsschwerpunkte im nördlichen Mittelland, Jura und im Tessin.



Primula vulgaris am Rand einer Hecke

Sie ist eine Kennart der Buchenwälder, wo sie an halbschattigen bis absonnigen Stellen auf basenreicheren, mäßig nahrhaften Standorten meist individuenreiche Bestände entwickelt.

Die Art kommt zudem stetig in mageren, frischen Wirtschaftswiesen Wiesen und in Schlehengebüschen vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992) ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (5)  Kontinentalität (2)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)



Die Stengellose Schlüsselblume ist im Erscheinungsbild recht variabel. Rosa und gelbliche Formen kommen auch nebeneindander vor.

Beschreibung

Primula vulgaris ist eine sommergrüne, horstige Rosettenpflanze von 5 bis 10 cm Wuchshöhe.

Die stengellosen, bodennah stehenden Blüten sind blass-gelb bis fast weiß mit grünlich-gelbem Basalfleck, in Unterarten auch blass-violett-rosa oder rosa. Die Blütezeit erstreckt sich von Ende Februar bis Anfang Mai.

Die Stengellose Schlüsselblume bildet natürliche Art-Hybriden mit Primula veris und Primula elatior ist die wichtigste Elternart der Garten-Primeln. Aber auch bei den Primula-Elatior-Hybriden ist sie wohl mit im Spiel.

Mitunter wird auch "Primula acaulis" als korrekte wissenschaftliche Benennung favorisiert.



Primula vulgaris ssp. sibthorpii ist noch etwas zierlicher und in den Blütentönen blasser als die Zentralform.

Verwendungshinweise

Die Verwendungswürdigkeit von Primula vulgaris leidet leider unter der habituellen Nähe zu den beliebten und allgegenwärtigen Garten-Primeln. Sie verbreitet daher schnell ebenfalls einen biederen Eindruck.

Erschwerend kommt hinzu, dass nicht immer die reine botanische Art geliefert wird, sondern wuchskräftigere Auslesen. Ihnen fehlt die zarte Anmutung, die die Wildform für naturhafte Situationen durchaus reizvoll macht.

Gelingt es jedoch, die botanische Art zu beziehen, kann sie in naturnahen, größeren Waldbeständen oder extensiven Wiesen, in denen sie verwildern darf, als Ergänzung zu anderen Frühlingsgeophyten eingesetzt werden. In den heimischen Buchenwäldern Norddeutschlands bildet sie z.B. Blühgemeinschaften mit dem Dunklen Lungenkraut (Pulmonaria obscura), dem Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und dem Gelben Buschwindröschen (Anemone ranunculoides).

Als traditionelle Gartenpflanze kommt auch ein Einsatz in Bauerngärten in Frage. Selbst hier ist vom Einsatz der Garten-Hybriden eher abzuraten.



Auch Primula vulgaris ssp. sibthorpii bietet aber sowohl rosa als auch blass gelbliche Variationen an.


Kultur

Auf nicht zu nahrhaften, nicht zu schattigen, frischen Standorten benötigt die Art keine nennenswerte gärtnerische Unterstützung. Sie hält sich auch in ein- bis dreischürigen, frischen Magerwiesen meist sicher.

Die Stengellose Schlüsselblume neigt recht sicher zur willigen Selbstausbreitung, zumindest wo ihr nicht höhere Konkurrenten wie immergrüne Gräser oder Koniferen die Frühlingssonne streitig machen. Das Saatgut keimt bei 16-20 Grad willig und rasch. Die Keimlinge werden danach gerne etwas kühler weiterkultiviert.

Sorten:

  • ssp. sibthorpii: blass rosa-violette Blüten, sonst wie der Typ, kaum im Handel erhältlich

Bilder









Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
bis 15 cm Höhe
weiß
hell-gelb
rosa
violett
März
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
feucht
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Asien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
befriedigend
Mittel
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Frischwiesen
Gebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Schlehen-Gebüsche
Laubwälder
Buchenwälder
Flattergrasbuchenwälder
Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Waldgarten
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
sommergrün
Lebensbereich
Gehölz/Wald
Wiesen
Gehölzrand/Staudenfluren