Polypodium vulgare // Gewöhnlicher Tüpfelfarn

Familie Polypodiaceae, Tüpfelfarngewächse
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Polypodium vulgare
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Polypodium vulgare

Der Gewöhnliche Tüpfelfarn kommt in ganz Europa, Teilen Zentral-Asiens und im südlichen Afrika vor. Er wächst vorzugsweie in atlantisch geprägten, luftfeuchten Regionen.

In Deutschland hat er einen auffälligen Verbreitungsschwerpunkt in Schleswig-Holstein, ist aber zerstreut fast flächendeckend verbreitet.

Typischer Standort an einer Hangkante auf saurem Sand im Buchen-Wald.

Polypodium vulgare besiedelt vorrangig lichte, in der Regel (aber nicht zwingend) bodensaure und immer stickstoffarme Eichen- und Buchen-Wälder und kommt in v.a. luftfeuchten Lagen regelmäßig in Mauerfarn-Gesellschaften vor.

Die Substrate sind oft durchlässige Sande oder flachgründige, basenarme, ausgehagerte Schotter- und Felsböden. Gerne werden auch dünne Rohhumusauflagen über Baumwurzeln, Wurzeltellern und Stammfüßen von alten Bäumen an Waldrändern besiedelt.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (5)  Kontinentalität (3)  Feuchte (4)  Reaktion (2)  Stickstoff (2)

Der Tüpfelfarn kann aber auch sonnige, entkalkte Graudünen wie hier an der Ostsee im Dänischen Wohld besiedeln.

Beschreibung
Polypodium vulgare ist ein wintergrüner Farn, der mit einem kriechenden Rhizom lockere bis dichte Teppiche von bis zu 30 cm Höhe entwickelt.

Felsen, Borke oder Stammfüße von Bäumen werden mit Haftwurzeln überwachsen. Die Wedel sind steif und deutlich gerippt.

Vereinzelt wird die Art noch unter "Polystichum vulgare" geführt.

Verwendungshinweise
Der Gewöhnliche Tüpflefarn ist eine sehr gute Art mit hohem Wiedererkennungswert für die naturnahe Gestaltung absonniger Trockenmauern und Alpinarien, für überwachsene Felsen oder Wurzelteller unter Bäumen oder auch für naturnahe Säume in Heidegärten.

Die bodensauren Waldstandorte sind von Natur aus artenarm. Gartenwürdige Blütenstauden fehlen sogar weitgehend. Eine sehr schöne, ruhige, ganzjährig ansehnliche Kombination aus dem südlichen Mitteleuropa ergibt sich aber mit der Schneesimse (Luzula nivea). Weiter im Norden müsste man pflanzengeografisch korrekt auf die etwas unauffälligere Luzula luzuloides zurückgreifen.

Solche Hänge hagern stark aus, da die Baumwurzeln alle Nährstoffe entziehen, das Herbstlaub hier aber weniger liegen bleibt und der Nährstoffkreislauf damit gestört ist.

In Mauergesellschaften muss man auf den Ausbreitungsdrang des Tüpfelfarns ein Auge haben, wenn man ihn mit dem zarteren Streifenfarn (Asplenium trichomanes) oder gar dem Milzfarn (Asplenium ceterach) vergesellschaften will. Allerdings laufen die Dinge hier so langsam ab, dass kein Gärtner von den Prozessen überfordert sein wird.

Am natürlichsten wirkt Polypodium vulgare generell im lichten bis dunklen Halbschatten, im tiefen Schatten neigt er zum Kümmern.

Herrlicher Bestand in einer montanen Trockenmauer aus basenarmen Urgestein.

Kultur
Auf flachgründigen, nährstoff- und basenarmen Untergründen in luftfeuchten Lagen kann sich die Art gut behaupten.

In Kultur verträgt die Art auch neutrale bis leicht alkalische Böden. Auf alkalischen Substraten verliert das Laub seine dunkel-grüne Färbung und tendiert ins Mittel- bis Frisch-Grüne. Chlorotisch wirktsie dabei aber nicht.

Trockenphasen übersteht Polypodium vulgare nach der Etablierung klaglos. Auf nahrhaften Böden entwickelt sich ein etwas mastiger Habitus.

Sorten:
  • Cornubiense: filigranere, meist zweifach gefiederte Wedel (praktisch nicht im Handel)
  • Whitley Giant: gilt mit bis zu 40 cm Höhe als etwas wüchsiger, die Rippung der Wedel ist weniger ausgeprägt und dadurch charakterschwächer
  • Bilder





















    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft
    Staude
    Farn
    bodendeckend
    15-30 cm Höhe
    grün
    ungiftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    unbedeutend
    Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit
    mäßig trocken
    frisch
    sommertrocken
    halbschattig
    absonnig
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    stark sauer
    sehr arme Böden
    arme Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Herkunft BEWERTUNGEN Alpine Felsfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche
    Europa
    Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    Sibirien
    Zentral-Asien
    Amerika
    Nordamerika
    sehr gut
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    strukturbildende Matrixpflanze
    verträglich
    Silikat
    Trockene Sandheiden
    Besenginsterheiden
    Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
    Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Laubwälder
    Buchenwälder
    Moderbuchenwälder
    Montane Buchenwälder
    Eichenwälder
    Bodensauere Eichenmischwälder
    Subkont. Kiefern-Eichenwälder
    Nadelwälder
    Kiefernwälder
    Sand-Kiefernwälder
    Kiefern-Steppenwälder
    Fichtenwälder
    Zwergstrauchreiche Tannen-Fichtenwälder
    Blockschutthalden-Wälder
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Heidegarten
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    Klostergarten
    Gründächer
    Substratstärke 8-15 cm
    Substratstärke über 15 cm
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Hauptsortiment
    winter-/immergrün
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Gehölzrand/Staudenfluren