Polygonatum odoratum / Echter Salomonssiegel, Wohlriechende Weißwurz

Polygonatum_odoratum_echter_salomonssiegel_11 Familie Asparagaceae, Spargelgewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Polygonatum odoratum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Polygonatum odoratum

Der Echte Salomonssiegel ist in ganz Europa und Asien in den gemäßigten Breitengraden beheimatet.

In Mitteleuropa kommt sie von den Tiefebenen bis in die subalpinen Höhenlagen vor. In Deutschland fehlt sie nur in der nord-westlichen Tiefebene und in der Schweiz ist sie mit Ausnahme des Mittellandes überall recht häufig.



Polygonatum odoratum im lichten Eichen-Wald mit einem Unterwuchs von Anemone nemorosa

Polygonatum odoratum ist eine Kennart der  Blut-Storchschnabel-Gesellschaften der trocken-warmen, süd-exponierten, stickstoffarmen und basenreicheren Gehölz-Säume.

Nebenvorkommen hat die Art in lichten Eichen- und Kiefern-Wäldern und lichten Stellen von armen, nicht zu sauren Ausbildungen von Hainsimsen-Buchen-Wäldern.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (5)  Kontinentalität (5)  Feuchte (3)  Reaktion (7)  Stickstoff (3)

Beschreibung

Polygonatum odoratum ist eine sommergrüne, bis 20-40 cm hohe Staude. Aus einem langsam kriechendem Rhizom entspringen unverzweigte, bogig überhängende Triebe mit weißen, wohlriechenden Blüten ab Ende Mai. Sie stehen einzeln oder zu zweit an einem Blütenstiel. Die runden Früchte sind bläulich-schwarz.

Die Pflanze ist in allen Teilen giftig. Im laufe der Zeit bildet der Salomonssiegel locker-rasige Bestände.

Sehr ähnlich ist die höherwüchsige, ebenfalls heimische Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum), die jedoch schattige, frische und eher nahrhafte Buchenwälder besiedelt. Die Vielblütige Weißwurz treibt außerdem wesentlich früher aus und hat meist schon Blütenknospen angesetzt, bevor der Echte Salomonssiegel Ende April erwacht.

Verwendungshinweise

Der Salomonssiegel hat einen charakteristischen Habitus und ist eine zurückhaltend-aparte Option für naturnahe, sonnig-warme Gehölzränder oder lichten Trockenwälder. Diese Naturstandorte bieten z.B. mit Anemone sylvestris, Anthericum ramosum, Geranium sanguineum, Campanula persicifolia, Campanula rapunculoides, Clematis recta, Teucrium chamaedrys oder Digitalis grandiflora eine Vielzahl gartenwürdiger Begleiter an.



Mit der weiß-grün panaschierten Auslese "Variegatum" oder der im Austrieb schwarz-violett-stengeligen "Jinguji" lassen sich schöne, nicht zu plakative Akzente in repräsentativen Anlagen aller Art setzen. Sie bieten sich auch für die Kübelhaltung in betont reduzierten Gestaltungsansätzen an.



'Variegatum' im Verbund mit Lamium argentatum

Kultur

An geeigneten Standorten benötigt die Art nach der Etablierung praktisch keine gärtnerische Unterstützung.

In konkurrenzarmen, lockeren Substraten ist der Ausbreitungsdrang hoch und es entstehen flächige Bestände. Polygonatum odoratum bleibt dabei aber duldsam und bedroht lediglich niedrige Sonnenanbeter.

Sorten:
  • Jinguji: im Austrieb mit schwarz-violettem Stängel und dazu kontrasitierenden, grünen Blättern. Der Stängel vergrünt später
  • Pleniflorum: mit gefüllten Blüten
  • Variegatum: creme-weiß gestreifte Blätter, violett überlaufener Austrieb

Bilder





Polygonatum_odoratum_echter_salomonssiegel_11


Polygonatum_odoratum_echter_salomonssiegel_24


Polygonatum_odoratum_echter_salomonssiegel_25


Polygonatum_odoratum_variegatum_echter_salomonssiegel_22


Polygonatum_odoratum_variegatum_echter_salomonssiegel_12

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
flächendeckend
30-60 cm Höhe
grünlich-weiß
weiß
Mai
grün
blau-grün
weiß
panaschiert
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
ausgeprägt
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
Afrika
Nordafrika
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Bergheiden
Wacholdergebüsche
Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
Laubwälder
Buchenwälder
Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
Eichenwälder
Bodensauere Eichenmischwälder
Steppen-Eichenwälder
Felshang Flaumeichenwälder
Nadelwälder
Kiefernwälder
Sand-Kiefernwälder
Kiefern-Steppenwälder
Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
Asiatisch-Exotischer Garten
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Heidegarten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren