Polygonatum multiflorum / Vielblütige Weißwurz, Salomonssiegel

Polygonatum_multiflorum_vielbl%c3%bctige_wei%c3%9fwurz_27.04.2018_2 Familie Asparagaceae, Spargelgewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Polygonatum multiflorum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Polygonatum multiflorum

Die Vielblütige Weißwurz ist praktisch in ganz Europa heimisch, lediglich im äußersten Nord-Osten des Kontinents fehlt sie.  Im Westen Kanadas ist sie neophytisch eingebürgert.

Polygonatum multiflorum kommt in Mitteleuropa von den Tiefebenen bis in die alpinen Höhenlagen vor. In Deutschland ist sie flächendeckend in allen Naturräumen verbreitet. In der Schweiz ist sie bis in die montane Stufe überall recht häufig. In den Alpen ist sie aber auf die größeren Talzüge beschränkt.



Kräftiger Bestand von Polygonatum multiflorum

Polygonatum multiflorum ist eine Kennart der Buchen-Wälder, kommt aber auch in Hochstaudenfluren der Berglagen und in Feuchtwäldern vor. Sie wächst an halbschattigen bis schattigen Standorten vorrangig auf mittleren, humos-frischen Böden.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (2)  Temperatur (-)  Kontinentalität (5)  Feuchte (5)  Reaktion (6)  Stickstoff (5)



Der Austrieb hat eine außerirdische Anmutung.

Beschreibung

Die Vielblütige Weißwurz ist eine sommergrüne, bis 70 cm hohe Staude. Aus einem langsam kriechendem Rhizom entspringen unverzweigte, bogig überhängende Triebe mit weißen Blüten im Mai. Sie hängen zu zweit oder zu viert einseitswendig an kurzen Stielen und duften nicht.

Der Ausbreitungsdrang ist überschaubar, im Laufe der Jahre bildet der Salomonssiegel aber lockere, flächige Bestände, wenn die Konkurrenzsituation dies zulässt.

Die runden Früchte sind bläulich-schwarz. Die Pflanze ist in allen Teilen giftig.

Im Herbst nimmt das Laub eine zierend grünlich-gelbe Färbung an.

Die zweite gärtnerisch verwendete, heimische Weißwurz ist Polygonatum odoratum. Sie ist optisch recht ähnlich, die Blüten duften jedoch und sie besiedelt vollsonnige bis licht halbschattige, trockenere und stickstoffarme Standorte. Sie treibt zudem wesentlich später aus, die Vielblütige Weißwurz setzt da oft schon zur Blüte an.

Kaum zu unterscheiden ist die nordamerikanische Polygonatum biflorum. Sie hat immer nur zwei Blüten pro Blütenstiel aufzuweisen, was bei der Vielblütigen Weißwurz aber auch nicht unüblich ist.



Die Blüten üben sich in anmutiger Bescheidenheit.

Verwendungshinweise

Der Salomonssiegel hat schon im Austrieb einen charakteristischen Habitus und ist eine schöne Option für naturnahe, schattige Waldsituationen.

Er lässt sich sehr stimmig mit Partnern vom Naturstandort wie Allium ursinum, Arum maculatum, Dryopteris filix-mas oder Carex sylvatica vergesellschaften.



Das Herbstlaub bleibt im Schatten zierend fahl-gelblich, an etwas sonnigeren Standorten werden warm-gelbe Farben gezeigt.

Kultur

Im Schatten alter Bäume auf mäßig nahrhaften, frischen, mehr oder weniger neutralen Böden benötigt die Art praktisch keine gärtnerische Unterstützung.

Sie bildet mit der Zeit größere Bestände, ist gegenüber allen nicht zu zarten Waldstauden aber duldsam. Auch die meisten Frühlingsgeophyten haben ihren Lebenszyklus weitgehend abgeschlossen, bevor sie vom voll entfalteten Laub der Vielblütigen Weißwurz vom Sonnenlicht abgeschnitten werden.

Sorten:
  • Variegatum: mit zarten, creme-weißen Blatträndern und teilweise auch gestreiften Blattspreiten, selten im Handel, vielleicht auch gar nicht artrein, üblicher sind panaschierte Hybridformen oder auch Polygonatum odoratum 'Variegatum'

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
flächendeckend
60-100 cm Höhe
grünlich-weiß
weiß
Mai
grün
zierende Herbstfärbung
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
unbedeutend
frisch
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
ganzjährig schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
Kleinasien
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Laubwälder
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Flattergrasbuchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
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