Picea abies / Gemeine Fichte

Picea_abies_gemeine_fichte_11 Familie Pinaceae, Kieferngewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Picea abies
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Picea abies

Die Gemeine Fichte ist in den europäischen Gebirgsregionen von den französischen Pyrenäen bis Skandinavien und Nordosteuropa sowie bis Griechenland, die Ukraine und das Baltikum verbreitet. Sie wächst hauptsächlich in den submontanen bis subalpinen Stufe.

In Deutschland sind natürliche Vorkommen auf die Gebirgslagen von Schwarzwald, Voralpen, Alpen, Bayerischer- und Thüringer Wald, Erzgebirge und Elbsandsteingebirge sowie Harz beschränkt. Nur in den Randbereichen stark saurer Hochmoore kommen Kümmerformen der Fichte auch im Süden Brandenburgs vor. In Forsten wird sie aber mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend kultiviert. In der Schweiz ist sie nur in den submontanen bis subalpinen Stufen urwüchsig, wird aber flächendeckend kultiviert.



Prächtige Fichte in den Österreichischen Alpen

In hochmontanen Lagen ist sie bestandsbildend in Beerstrauchreichen Fichtenwäldern. V.a. in den östlichen Mittelgebirgen dringt die Fichte auch in Auwälder und sogar Buchen-Wälder vor.

Die physiologische Standorttoleranz ist sehr hoch, lediglich gegenüber längeren Trockenperioden ist sie empfindlich. In kontinentalen Regionen auf leichten Böden ist sie daher wenig vital.

Die Konzentration der natürlichen Vorkommen auf Gebirgsregionen und Sonderstandorte der Tiefebene ist ansonsten auf die höhere Konkurrenzkraft der Buche in Gunstlagen zurückzuführen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (3)  Kontinentalität (6)  Feuchte (-)  Reaktion (-)  Stickstoff (-)



Gedrungene Formen wie 'Ohlendorfii' werden in klassischen Parkanlagen gerne als Raumbildner eingesetzt.

Beschreibung

Die Gemeine Fichte ist ein bis 50 m hoher, immergrüner Nadelbaum.

Der Habitus ist schlank-kegelförmig, im Alter etwas breitwüchsiger. Die extremen Klimabedingungen im Hochgebirge in Verbindung mit Schneebruch verursachen gedrungenere Wuchsformen.

Die Nadeln stehen einzeln und lassen sich ansatzlos von den Trieben abnehmen. Die Zapfen hängen und zerfallen nicht nach und nach in ihre Einzelteile. Ähnlich ist die Weißtanne.



Seltener sieht man sie zu eindrucksvollen, barocken Formelementen geschnitten.

Verwendungshinweise

Picea abies ist in ihrer Normalform im Bergland als Solitär in Parkanlagen verwendungswürdig, im Flachland wirkt sie grundsätzlich deplaziert. Dennoch erfreut sie sich flächendeckend großer Beliebtheit und prägt im Verbund mit einer Reihe weiterer Koniferen das Erscheinungsbild ganzer Vorstadt-Siedlungen.

In gepflegten Anlagen können dicht-breitwüchsige Auslesen ansprechende Raum- und Strukturgeber sein. Es entwickeln sich dann zwar sehr statische, aber gediegene Anmutung. Formschnitte verstärken diesen Effekt.

Einge generelle Verwendungswürdigkeit erreichen auch verschiedene strauchartige Picea-Abies-Zwergformen, die in repräsentativen Anlagen durchaus Akzente setzen können.

Die Preisangaben in der Rubrik "Sträucher" beziehen sich auf langsamwüchsigere Strauchformen. In der Rubrik "Bäume" ist die Normalform verpreist.



Krüppelformen wie 'Inversa' sind nur etwas für das botanische Panoptikum.

Kultur

Die Gemeine Fichte ist ohne nennenswerte Ansprüche überall kultivierbar. Regelmäßiger Trockenstress ist der Vitalität und damit dem Erscheinungsbild nicht zuträglich.

Sorten:
  • Acrocona: 6/4 m hoch/beit, langsam wüchsig
  • Columnaris: 30/6 m hoch/breit, schlankwüchsige Form
  • Cranstonii: 20/9 m hoch/breit
  • Inversa: 12/3 m hoch/breit, bogig aufrechter Stamm, hängende Äste und Zweige
  • Ohlendorffii: 8/4 m hoch/breit, meist mehrstämmig, in der Jugend kugelig, im Alter breit kegelförmig
  • Virgata: 15/3 m hoch/breit, dunkelgrüne Nadeln, gewundene Äste und Zweige, letztere hängend
  • Wills Zwerg: 4/2 m hoch/breit, baumförmig mit durchgehendem Mittelstamm, kegelförmig

Bilder





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Inversa


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Ohlendorfii


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Procumbens


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Viminalis

Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
Strauch
Großstrauch
Baum
Kleinbäume
Mittelgroße Bäume
Großbäume
rundlich
säulenartig
breit ausladend
hängend
rot
violett
grün
hellgrün
dunkel-grün
blau-grün
ungiftig
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
unbedeutend
frisch
nass
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
organische Böden
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Moore und Sümpfe Wälder
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Solitär
verträglich
Hochmoore
Laubwälder
Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Feuchtwälder
Auwälder
Nadelwälder
Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
Fichtenwälder
Zwergstrauchreiche Tannen-Fichtenwälder
Blockschutthalden-Wälder
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Repräsentative Gärten
Heidegarten
Waldgarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Gehölz/Wald
Alpinum