Pennisetum alopecuroides (Cenchrus alopecuroides) // Japanisches Lampenputzergras, Kängurugras

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 2.00
Wikipedia Pennisetum alopecuroides (Cenchrus alopecuroides)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Pennisetum alopecuroides:

Das Japanische Lampenputzergras ist von der Mongolei und dem östlichen China bis Japan verbreitet. Daneben gibt es isolierte natürliche Vorkommen in Ozeanien. In subtropischen Regionen steigt das Lampenputzergras bis über 3.000 m Höhe auf.

In den Küstenregionen von Australien und Neuseeland, Teilen der USA und in Indien gilt es als invasiver Neophyt. Auch im Kaukasus und in Europa hat es sich in Bulgarien, Italien, Österreich und der Slowakei etablieren können.



Die dunklen, aufrechten "Bürsten" von Pennisetum alopecuroides var. viridescens sind eine attraktive, anregende Variation des Lampenputzer-Themas. Hier steht sie zusammen mit Aster amellus 'Berggeist'.

Die Art wächst in frischen bis feuchten, relativ nahrhaften Grasfluren, in Ödland, an Straßenböschungen und südexponierten, sickerfrischen Berghängen.

Sie ist auch häufig entlang von Bächen und Gewässerufern anzutreffen. In sandigen oder schottrigen Substraten kommt sie sogar am Rand von Sümpfen vor. 

Bevorzugt werden mehr oder weniger neutrale Böden in (voll-)sonnigen Lagen.



'Compressum' verkörpert den Lampenputzer-Standard.

Beschreibung: Pennisetum alopecuroides ist ein sommergrünes, große Horste von 80 cm Höhe und bis zu 140 cm Breite bildendes Gras. Das Laub ist bogig überhängend.

Die borstig-walzenförmigen Ähren erscheinen ab August und haften den Winter hindurch zierend.

Im Herbst verfärbt sich das Laub ansprechend gold-gelb.

Pennisetum alopecuroides gehört zu den sogenannten "Warm-Season-Gräsern", die bei hohen Sommertemperaturen besonders effektiv Photosynthese betreiben können. Als C4-Pflanze ist es in der Lage, auch bei geschlossenen Spaltöffnungen an trocken-warmen Sommertagen auf zuvor in den Blättern gespeichertes CO2 zuzugreifen. Sie verdunsten dadurch wenig Wasser und muss weniger auf limitierte Wasserversorgung Rücksicht nehmen.

Mittlerweile wird die Art wissenschaftlich als "Cenchrus alopecuroides" bezeichnet, was sich in der Gartenkultur aber noch nicht durchsetzen konnte.

Einsetzende Herbstfärbung des Laubes an 'Hameln' in einem Kiesgarten mit Miscanthus sinensis im Hintergrund:



Verwendungshinweise: Das Lamnpenputzergras ist eines der beliebtesten Ziergräser und wird nicht zu Unrecht sehr häufig in Rabatten und Staudenanlagen aller Art als Strukturgeber eingesetzt.

Auch bei einem großflächigem Einsatz sollte ausreichend Platz zwischen den Exemplaren verbleiben, so dass sie als Einzel-Horste erkennbar bleiben. Das Lampenputzergras kann auch in nicht zu trockenen Steppenanlagen und Kiesgärten eingesetzt werden.

Eine Kultur in größeren Kübeln ist gut möglich, im Winter sollte aber das vollständige Durchfrieren des Ballens vermieden werden.

Da das Lampenputzergras im zeitigen Frühjahr zurück geschnitten wird und relativ spät austreibt, ist es gut kombinierbar mit Frühlingsgeophyten.

Insbesondere die schnell unattraktiven Blätter von Zierlauchen werden vom Lampenputzergras gerade rechtzeitig verdeckt, ohne dessen Photosynthese zu früh zu beeinträchtigen.



Selbst wenn im weiteren Verlauf des Winters sich die Samenstände sukzessive verflüchtigt haben, bleibt der Habitus des Japanischen Lampenputzergrases zierend.

Kultur: Die Art ist anspruchslos und besteht vorrangig auf möglichst sonnigen Lagen. Schon halbschattige Situationen führen zu unbefriedigender Entwicklung.

Pennisetum alopecuroides gedeiht auch auf skelettreich-lehmigen Rohbodenstandorten. Auf guten, nahrhaft-humosen Garten-Böden neigt der Habitus zu einem mastigen Erscheinungsbild und die Blühwilligkeit nimmt etwas ab. Auf weniger optimalen Böden bleibt die Art kompakter und wirkt insgesamt natürlicher.

Auf stickstoffreichen, frischen Standorten beansprucht die Art außderdem sehr viel Platz und bedrängt zu nah stehende Stauden und sogar Kleinsträucher stark.

In Mitteleuropa übersteht die Art nach der Etablierung auch auf leichteren Böden sommerliche Trockenphasen klaglos. Leichte Sand- oder Kiesböden sind nur in feuchten Senken empfehlenswert. Meist muss hier gelegentlich gedüngt werden.

Auf offenen, konkurrenzfreien Böden versamt sich die Art willig, ohne jedoch lästig zu werden.



Blüten-Detail

Sorten:
  • Cassian: bis 90 cm hoch, hell-braune Blüte August-September
  • Compressum: bis 100 cm hoch, gelblich-braun-grüne Blüte August-September (Standardsorte)
  • Hameln: bis 70 cm hoch, gelblich-rosa-braune Blüte Juli-Oktober (Standardsorte)
  • Hameln Gold: bis 60 cm hoch, frisch gelb-grünes Laub, sonst wie 'Hameln'
  • Little Bunny: bis 30 cm hoch, gelblich-braune Blüte August-September (Standardsorte)
  • Lumen Gold: bis 30 cm hoch und breit, gold-gelber Austrieb, später hell frisch-grün vergrünend, creme-beige Blüte ab Ende Juli
  • Moudry: bis 80 cm hoch, violett-braune Blüte September-Oktober, in kühlen Sommern oft ohne Blütenansatz, breite, etwas bronze-stichige Blätter
  • Red Head: 60-80 cm hoch und breit, aufrechte, nicht überneigende, rötliche Blüte ab Mitte September
  • var. viridescens: bis 100 cm hoch, dunkel-braune, leicht rötliche Blüte August-September, breiteres Laub als der Typ, schöne Variation des bekannten Lampenputzer-Themas
  • Bilder






    Compressum



    Compressum



    Moudry



    Hameln



    Hameln



    Hameln



    var. viridescens



    var. viridescens






    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Gras
    horstartig
    15-30 cm Höhe
    30-60 cm Höhe
    60-100 cm Höhe
    bräunlich/schwarz
    August
    September
    dunkel-grün
    gelblich
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    ungiftig
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    gut
    Gering
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    strukturbildende Matrixpflanze
    verträglich
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Hauptsortiment
    sommergrün
    zierende Winterstruktur
    Wiesen
    Felssteppen
    Gehölzrand/Staudenfluren