Osmunda regalis // Königsfarn

Familie Osmundaceae, Königsfarngewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Osmunda regalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Osmunda regalis: Der Königsfarn ist auf der Nordhalbkugel  mit einigen Verbreitungslücken circumpolar verbreitet (Karte der europäischen Verbreitung).

Der Königsfarn wächst in feuchten bis nassen, neutralen bis sauren und nur meist mäßig nahrhaften Moorwäldern.

In Deutschland hat Osmunda regalis seinen Verbreitungsschwerpunkt in den Torfmoos-Erlen-Bruchwäldern des Nord-West-Deutschen Tieflandes. Auf den Friesischen Inseln gedeiht er sogar in den feuchten Tälern alter Stranddünen. Im Osten ist er etwas weniger verbreitet, in den Mittelgebirgsregionen fehlt er weitgehend und gilt insgesamt als gefährdet.



Eindrucksvoller, ideal entwickelter Königsfarn

Die wärmeliebende Art bevorzugt halbschattige bis licht schattige Standorte, ausgesprochen atlantisch geprägte Lagen mit milden Wintern und niederschlagsreichen Sommern. Sie kommt auf Mineralböden nicht vor, sondern benötigt organische Nieder- oder Hochmoorböden.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (6)  Kontinentalität (2)  Feuchte (8)  Reaktion (4)  Stickstoff (5)



Mächtiger Frühjahrsaustrieb im Sumpfbeet

Beschreibung: Der langlebige Königsfarn ist ein sommergrüner, horstiger Farn, der im Alter bis 150 (180) cm Wuchshöhe erreichen kann.

Die Wedel haben fertile Spitzen, die mit dem Blattaustrieb erscheinen und im Sommer dunkel-braun mit dem licht-grünen Laub kontrastieren.

Das Herbstlaub verfärbt sich zierend gelb und bleibt lange haften.

Eine interessante Variation des Königsfarn-Themas stellt der selten eingesetzte Osmunda claytoniana dar.



Der junge Austrieb ist von bizarrer Form. Im Hintergrund blüht Weiße Scheinkalla.

Verwendungshinweise: Osmunda regalis hat einen für Farne etwas untypischen Habitus und wirkt nach der vollständigen Laubentwicklung fast strauchartig.

Der Königsfarn entwickelt sich langsam und nur unter optimalen Bedingungen zu stattlicher Größe und ansprechender ästhetischer Wirkung. Wo diese nicht gegeben sind, ist die Art oft eine jahrelang kümmerliche Enttäuschung.



Bei ausreichend Boden- und Luftfeuchte sind sonnige Standorte günstiger als stark verschattete.

Er ist eine gute Option für naturnahe Moorbeete und Moorwälder. Er kommt sowohl als Solitär wie auch in großflächigem Einsatz in Parkanlagen gut zur Geltung. Urige Kombinationen entstehen z.B. zusammen mit großlaubigen Sumpfstauden wie Schildblatt (Darmera peltata), Tafelblatt (Astilboides tabularis) oder Rodgersien wie Rodgersia pinnata.

Eine Kultur in großen Kübeln für schattige Terassenplätze und luftfeuchte Innenhöfe ist eine ausgesprochen distinguierte Option für geduldige und disziplinierte Gartenfreunde. Der Kübel sollte nicht ganzlich durchfrieren.



Junge Sporenanlage an den Triebspitzen

Kultur: Osmunda regalis benötigt unbedingt organische, kalkfreie Substrate. Diese dürfen ruhig auch sehr nahrhaft sein, reiner Laubkompost oder Komposterde sind gut geeignet und beschleunigen die Entwicklung spürbar.

Trockenphasen müssen vermieden werden. In nassen Böden kann die Art gut in sonnigen Lagen kultiviert werden und entwickelt sich hier sogar besonders dicht und üppig. In tief-schattigen Lagen bleiben die Horste schütter und wirken kümmerlich.

Unter optimalen Bedingungen sind alte Exemplare robust und durchsetzungsfähig und kommen ohne weitere Betreuung zurecht. Dennoch ist der Königsfarn nur für intensiv gepflegte Anlagen geeignet, weil Jungpflanzen während der langjährigen Etablierungsphase stark von Wildkräutern bedrängt werden und dies nach einer aufmerksamen und kundigen Begleitung verlangt.



Herbsfärbung

Sorten:
  • Gracilis: nur bis 70 cm hoch
  • Purpurascens: bis 150 cm hoch, Laub im Austrieb kupfer-rot überlaufen, später vergrünend, dunkel braun-rote Stiele
  • Bilder















    Frühjahrsaustrieb












    Sporen



    Herbstfärbung



    Purpurascens

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blattfärbung Duft Wasserhaushalt
    Staude
    Farn
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    150-250 cm Höhe
    grün
    zierende Herbstfärbung
    unbedeutend
    nass
    nicht austrocknend
    feucht
    Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft
    halbschattig
    sommerlich schattig
    absonnig
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    humos
    organische Böden
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    mittlere Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    Sibirien
    Zentral-Asien
    Amerika
    Nordamerika
    BEWERTUNGEN Moore und Sümpfe Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich
    gut
    Mittel
    strukturbildender Solitär
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Niedermoore
    Hochmoore
    Feucht- und Moorheiden
    Laubwälder
    Feuchtwälder
    Erlenbruchwälder
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Wassergarten
    Heidegarten
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Gehölz/Wald
    Wasserrand/Sumpf
    Heiden