Molinia caerulea / Gewöhnliches Pfeifengras, Moor-Pfeifengras

Molinia_caerulea_gew%c3%b6hnliches_pfeifengras_dauerstrahl Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Molinia caerulea
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Molinia caerulea: Das Gewöhnliches Pfeifengras kommt in ganz Europa, im westlichen Asien und im westlichen Nordafrika in extrem nährstoffarmen, feuchten Niedermoorwiesen, wechselfeuchten Zwergstrauchheiden sowie lichten Stellen von Bruchwäldern vor.

In Deutschland ist die Art fast flächendeckend, allerdings mit einem deutlichen Verbreitungsschwerpunkt in der moorreichen nordwestdeutschen Tiefebene, verbreitet. In der Schweiz ist sie ebenfalls in allen Naturräumen verbreitet und steigt stellenweise bis in die alpine Stufe auf.



Molinia caerulea in Herbstfärbung in einer Feuchtwiese

Sie ist eine Kennart der Pfeifengraswiesen, die aus der historischen Landnutzungsform der erst im Herbst gemähten Streuwiesen auf armen Niedermoorböden.

Molinia caerulea ist zudem hochstet in frischen bis feuchten Borstgras-Rasen. Bezüglich der Bodenraktion verhält sich die Art indifferent. Entscheidend ist die extreme Stickstoffarmut der Substrate. Bevorzugt werden vollsonnige bis licht halbschattige Lagen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (3)  Kontinentalität (3)  Feuchte (7)  Reaktion (-)  Stickstoff (1)



Die Blüten zerfallen schon im Spätsommer, die Blütenstiele verbleiben jedoch als zierendes Gerüst bis weit in den Winter erhalten.

Beschreibung: Molinia caerulea ist ein sommergrünes Horst-Gras mit bläulich-grünem Laub. Die Blütenrispen stehen von Juli bis September an langen, steif-aufrechten Halmen und erreichen Höhen von bis zu 70 cm, in Sorten auch über 100 cm.

Die Herbstfärbung ist zierend gelblich-rötlich. Das abgestorbene Laub sowie die verbleibenden Stiele der Blüten sind über den Winter strukturstabil und zierend.



Hochsommeraspekt mit Gagelstrauch am Rand eines Niedermoores

Verwendungshinweise: Das Gewöhnliche Pfeifengras wird etwas seltener gärtnerisch verwendet als das ähnliche, wuchskräftigere Rohr-Pfeifengras. Letzteres wird im Winter nach den ersten Schneefällen aber etwas unansehnlicher.

Molinia caerulea kann vom geduldigen Gärtner gut als zurückhaltender, naturnaher Bestandsbildner in stickstoffarmen, frischen bis feuchten Heidegärten, als Matrix in blütenreichen Wiesen oder Moorbeeten eingesetzt werden.

In größeren Beständen entstehen ruhige, dezente Bilder. Mosaikartig eingestreute kleine Trupps sorgen auf angenehme Weise für eine strukturelle Belebung.

Öfter als in betont naturnahen Arrengements sieht man dieses Gras als kleinen, ganzjährig strukturstarken Solitär im Vordergrund von Staudenbeeten. Auch hier passt es sich mit seiner unaufgeregten Art gut ein.



Molinia caerulea in der minimalistischen Gestaltungsversion mit Kletter-Spindelstrauch

Kultur: Die Art kann auch auf stickstoffreicheren, frischen und gelegentlich abtrocknenden Böden kultiviert werden, wird hier allerdings stärker durch Widkräuter bedrängt.

Generell muss man sagen, dass sich das Gewöhnliche Pfeifengras relativ viel Zeit lässt mit der Entwicklung ansehnlicher, robuster Horste. Auch mit der ersten nennenswerten Blüte ist erst nach drei oder vier Jahren zu rechnen.

Sorten:
  • Dauerstrahl: 40/80 cm (Laub/Blüte) hoch, dichtwüchsig und straff aufrecht
  • Edith Dudszus: 40/120 cm (Laub/Blüte) hoch, straff aufrecht
  • Moorhexe: 40/60 cm (Laub/Blüte) hoch, schwarz-braune Blütenstände
  • Variegata: schwachwüchsige, mäßig vitale, bis 50 cm hohe Sorte mit gelblich längsgestreiften Blättern

Bilder





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Molinia_caerulea_variegata_buntes_pfeifengras
Variegata

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
30-60 cm Höhe
60-100 cm Höhe
bräunlich/schwarz
Juli
August
September
blau-grün
gelblich
panaschiert
zierende Herbstfärbung
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
frisch
wechselfeucht
nass
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
stark sauer
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
sehr gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Moore und Sümpfe Wiesen Trockenrasen Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder
Niedermoore
Hochmoore
Feuchtwiesen
Bodensaure Borstgrasrasen
Feucht- und Moorheiden
Feuchtwälder
Erlenbruchwälder
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Heidegarten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
sommergrün
Wasserrand/Sumpf
Wiesen
Heiden
Gehölzrand/Staudenfluren