Mespilus germanica (Crataegus germanica)

Mespilus_germanica_deutsche_mispel_111 Name Deutsche Mispel
Botanischer Name: Mespilus germanica (Crataegus germanica)
Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Mespilus germanica (Crataegus germanica)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Mespilus germanica:  Die Deutsche Mispel ist eine sehr alte Kulturpflanze, deren ursprüngliche Herkunft vermutlich in der Türkei, dem Kaukasus und dem Norden des Irans liegt. Sie ist in weiten Teilen Europas als Archaeophyt eingebürgert.

In Deutschland gibt es einzelne archaeophytische Vorkommen am Niederrhein, Eifel und Westerwald, im Oberheingraben und im oberen Elbetal (Verbreitungskarte Deutschland).



Die harntreibenden Früchte spielten im Mittelalter auch in der Volksheilkunde eine wichtige Rolle.

Mispeln kommen vorrangig in Schlehen-Gebüschen, trocken-warmen Eichen-Hainbuchen-Wäldern vor.

Die ausgesprochen wärmeliebende Deutsche Mispel gedeiht in mehr oder weniger neutralen, gut drainierten Böden. Hinsichtlich der Bodenreaktion zeigt sie sich flexibel und kommt sowohl in sauren wie alkalischen Substraten vor. 

Die Standorte sind (voll-)sonnig bis halbschattig.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (8)  Kontinentalität (6)  Feuchte (4)  Reaktion (6)  Stickstoff (-)



Eine alte Mispel sehr stilecht vor der Orangerie des Schlosses Charlottenburg

Beschreibung

Mespilus germanica ist ein breitwüchsiger Großstrauch oder kurzstämmiger Kleinbaum von etwa 5 m Höhe und 7 m Breite.

Blätter und Blüten sind vergleichsweise groß. Die weißen Blüten erscheinen im Mai/Juni.

Die braunen Früchte sind mit ihren kräftig ausgebildeten Kelchblättern von unverwechselbarer Gestalt. Sie spielten im Mittelalter als Obst eine wesentlich größere Rolle als heute. Die Früchte werden erst durch Frosteinwirkung oder durch lange Lagerung weich und süßlich. Sie können für Marmeladen und Fruchtsäfte verwendet werden.

Kulturformen zeichnen sich durch größere Früchte aus und müssen wie andere Obstsorten auch vegetativ vermehrt werden.

Im Herbst verfärbt sich das Laub in ein tiefes Rot-Braun.



Die großen Einzelblüten sind gut wahrnehmbar, insgesamt ist der Blütenflor aber weniger wirksam, als bei den meisten anderen Obstgehölzen.

Verwendungshinweise

Die Deutsche Mispel ist als uralte Nutzpflanze von kulturhistorischem Wert. Sie entwickelt im Alter einen charakterstarken, knorrigen Wuchs. Jüngere und strauchförmige Exemplare haben dagegen einen undefinierten Habitus, der den Betracher etwas ratlos zurücklässt. Die einzelnen Blüten sind zwar für ein Obstgehölz relativ groß, dafür sind sie aber nicht sonderlich zahlreich. Auch die Früchte sind letztlich unauffällig.

Unter dem Strich muss man wohl sagen, dass die Art nur für den kulturhistorisch versierten Betrachter einen besonderen Gartenwert entfaltet. Die allermeisten Betrachter würden wohl mit einer Echten Quitte mehr anfangen können.

In geräumigen Bauern- und Klostergärten kann die Art natürlich trotzdem sinnvoll eingesetzt werden, benötigt aber aufgrund des breit-ausladenden Wuchses relativ viel Platz. Sehr schön sind hier warme Plätze vor alten Mauern oder bei ausreichend Platz solitäre Standorte.

Im Kontext historischer Gartenanlagen oder historischer Bausubstanz kann die Art auch in freien, hohen Blütenhecken  bereichernd sein.



Dieser Mispelstrauch an der Bernauer Stadtmauer fällt nur dem kundigen Betrachter als Kleinod auf.

Kultur

An windgeschützten Standorten ist die Deutsche Mispel befriedigend winterhart. Sie liebt aber auch im Sommer stark wärmebegünstigte Standorte und entwickelt sich an kühl-zugigen Standorten zurückhaltend.

An die Bodeneigenschaften werden geringe Anforderungen gestellt. Die Substrate sollten tiefgründig gut drainiert sein, um auch im Winter dauerhaft feuchte oder gar staufeuchte Bedingungen zu vermeiden.

Etablierte Exemplare benötigen dann prinzipiell nur noch sehr wenig Aufmerksamkeit. Will man allerdings sichergehen, dass sich ein charakteristischer Habitus einstellt, muss man mit einigem Fingerspitzengefühl die entsprechenden Pflege- und Formschnitte durchführen können.

Bilder





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Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Strauch
Großstrauch
Baum
Kleinbäume
breit ausladend
weiß
Mai
grün
dunkel-grün
zierende Herbstfärbung
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gebüsche
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Asien
Kleinasien
befriedigend
Mittel
strukturbildender Solitär
verträglich
Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
Schlehen-Gebüsche
Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Laubwälder
Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
Eichenwälder
Steppen-Eichenwälder
Felshang Traubeneichenwälder
Bauerngarten
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Gehölzrand/Staudenfluren