Meconopsis betonicifolia // Tibet-Scheinmohn, Ziestblättriger Scheinmohn

Familie Papaveraceae, Mohngewächse
Pflanzen pro qm 12.00

Beschreibung

Naturstandort von Meconopsis betonicifolia (Tibet-Scheinmohn):


Meconopsis betonicifolia stammt aus dem zentralen Himalaya. Er kommt an Berghängen in halbschattigen Wiesen und Gebüschen vor.

Der Tibet-Scheinmohn wächst in kalkarmen, humos-sauren, sicker-frischen bis sicker-feuchten Standorten.

Die Böden sind nahrhaft und den ganzen Sommer über durch die Schmelzwasser der abtauenden Gletscher mit Wasser versorgt.



Konkurrenzfrei gehaltene, bewässerte Standorte unter lockeren Rhododendren sind eine gute Wahl für den Tibet-Scheinmohn.

Beschreibung

Der Tibet-Scheinmohn ist eine kurzlebige, sommergrüne Staude von 60 (80) cm Höhe.

Aus einer grundständigen Rosette treibt ein Blütenstiel, der im Juni/Juli mohnartige, himmelblaue Blüten mit gelbem Zentrum zeigt. Auf basenreicheren Standorten tendiert die Blütenfarbe zunehmend ins Violette. Es treten auch natürliche weiße Varietäten auf.

Die Rosetten setzen im Laufe der Zeit Tochterrosetten an, an zusagenden Standorten neigt die Art auch zur Selbstaussaat.

Verwendungshinweise

Meconopsis betonicifolia ist eine auffällige, sehr ungewöhnliche Pflanze, die selten gärtnerisch verwendet wird. Dies liegt v.a. daran, dass die Art hohe Ansprüche an die Kulturbedingungen stellt und unter normalen Umständen schnell ausfällt (s.u.).

Eine Verwendung des aparten Scheinmohns kommt daher nur in intensiv und fachmännisch betreuten Anlagen in Frage.

Dann ist sie aber eine sehr gute Option für exotische Alpinarien oder wegen des romantischen "Mohn-Habitus" für moderne Bauerngärten.

Einzigartiges Blau, aber auch sehr ansprüchlich: der Tibet-Scheinmohn (Meconopsis betonicifolia)

Das halbschattige, frische Alpinum ist ebenfalls ein überzeugender Standort.

Kultur

Das Pflanzsubstrat muss tiefgründig, sauer-humos und nahrhaft sein. Trockenphasen werden nicht vertragen. Gleichzeitig führt auch Staunässe, v.a. im Winter schnell zum Absterben. In den feuchten mitteleuropäischen Wintern gelingt winterliche Trockenheit am Besten in Hanglagen, die aber im Sommer wiederum nur mit Mühe zu bewässern sind.

Wenn die Böden im Laufe der Zeit an Nährkraft verlieren oder durch einwachsene Wurzelkonkurrenz von Sträuchern weniger Nährstoffe zur Verfügung stellen, stockt die Blütenentwicklung. Exemplare, die nicht zur Blüte kommen, sterben ebenfalls ab.

Windige Standorte sollten gemieden werden, da die Art zum Umfallen neigt. Hilfreich ist eine Einbettung in mittelhohe Pflanzungen aus verträglichen Horst-Stauden und Horst-Gräsern, die Stützfunktionen übernehmen, ohne übermäßige Wurzel- und Lichtkonkurrenz auszuüben.

Standorte, die der Mittagssonne ausgesetzt sind, führen zu Vitalitätsverlusten. Besser sind halbschattige, kühle Standorte.

Sorten:
  • Hensol Violet: gedeckt violett-rosa Blüten
  • var. alba: rein-weiße Blüten

Bilder






Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
weiß
rosa
hell-blau
blau
Juni
Juli
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
gut drainiert
nicht austrocknend
feucht
halbschattig
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
humos
keine Bodenverdichtung
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Asien
sehr gut
Sehr hoch
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
sommergrün
Alpinum