Malus domestica / Kulturapfel

Malus_domestica_kulturapfel_11 Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Malus domestica

Beschreibung

Herkunft von Malus domestica

Der Kulturapfel ist eine sehr alte Arthybride insbesondere aus Auslesen des Altai-Apfels (Malus sieversii) und nachgeordnet des Kaukasus-Apfels (Malus orientalis). Der auch in Mitteleuropa heimische Holz-Apfel (Malus sylvestris) spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle, wurde aber erst später mit der Westausbreitung der Kulturäpfel eingekreuzt. In neuer Zeit wird gelegentlich auch der als Zier-Apfel beliebte Malus floribunda hinzugefügt.



Apfelbäume entlang alter Wege werden in der Agrarlandschaft seltener.

Beschreibung

Malus domestica ist ein kleiner bis mittelgroßer Baum, der je nach Sorte bzw. Unterlage und Standort Wuchshöhen von 7-16 m erreicht.

Die Krone ist rundlich und breit ausladend.

Die weißen, oft rosa-überlaufenen Blüten erscheinen im April. Die Fruchtreife erreichen Äpfel je nach Sorte zwischen Mitte August und Ende Oktober.



Apfelbaum-Alleen entlang von Straßen sind wohl ebenfalls ein Auslaufmodell.

Verwendungshinweise

Der Kulturapfel ist als Hochstamm ein in ländlichen Regionen beinahe unentbehrliches Gestaltungselement für Bauerngärten, historische Gebäudeensemble, Streuobstwiesen und als Alleebaum an Landstraßen.

In urbanen Räumen wird das anfallende Obst meist als störend empfunden, weshalb hier der Einsatz auf Sonderfälle begrenzt ist. Am konsequentesten ist der Einsatz von Hochstämmen, die auf Sämlingsunterlagen aus der jeweiligen Sorte veredelt wurden.

Sehr schön, aber auch aufwändig ist die Kultur als Spalierobst an ost- oder west-orientierten Hausfassaden und hohen Mauern.



Ein alter, aber noch prächtiger Apfelbaum am Rande eines dorfnahen Feuchtgebietes.

Halbstämme und strauchförmige Veredelungen auf schwachwüchsigen Unterlagen "verschenken" das Entwicklungspotenzial zu charakterstarken Solitären und sind für die Gartengestaltung schwierige Partner, die nur scheinbar platzsparend sind, da der Kronenbereich bodennah viel nutzbaren Platz beansprucht.

Kultur

Der Kulturapfel ist bezüglich der Standortbedingungen relativ anpassungsfähig. Besonders günstig sind humose, nährstoffreiche Lehmböden mit guter Wasserversorgung ohne Staunässe. Trocken-warme Südexposition mindert die Vitalität. Die Blüten des Kulturapfels sind spätfrostgefährdet, eine Reihe von Sorten erleidet in rauhen Lagen oder in Bergregionen auch Frostschäden im Holz.

Es gibt eine enorme Vielfalt an Apfelsorten, wobei im Handel nur 40 bis 50 Sorten standartmäßig erhältlich sind. In spezialisierten Baumschulen sind aber über 500 alte Apfelsorten erhältlich. Von besonderer kulturhistorischer Bedeutung sind v.a. die alten Sorten, die im gewerblichen Obstbau bis auf wenige Ausnahmen heute keine Rolle mehr spielen. Ein gutes Auswahltool für Apfelsorten mit regionalem Bezug liefert die Seite www.streuobstapfel.de.



In manchen Regionen gehört der Apfel als Spalierobst zu den traditionellen Elementen.

Sorten (Auswahl):

Eine umfassende Datenbank regionaler Apfelsorten für den Streuobstanbau findet sich hier

Tafel-Sommeräpfel (Genussreife August-September)
  • Benoni: starkwüchsig, geschützte Lagen, durchlässige Böden
  • Dorpater Erdbeerapfel: wüchsig und robust
  • Pfirsichroter Sommerapfel: robust, für nahrhafte, nicht trockenfallende Böden
  • Weißer Klarapfel: Genussreife ab Mitte Juli, robust, nahrhafte, frische Böden, mittelstarker Wuchs

Tafel-Herbstäpfel (Genussreife ab Oktober bis Dezember)
  • Alantapfel: schwachwüchsig, robust
  • Biesterfelder Renette: durchlässige Böden, robust
  • Drüwken: schwachwüchsig, robust
  • Holsteiner Cox: niedrig-breitwüchsig, frost- und trockenheitsempfindlich
  • McIntosh: zum Frischverzehr, robust
  • Goldrenette: wüchsig, nahrhafte, frische Böden, robust
  • Roter Gravensteiner: wüchsig, nahrhafte, frische Böden, robust
  • Roter Hauptmannsapfel: sehr wüchsig, ausgesprochen frosthart, anspruchslos und robust
  • Roter Metternich: frosthart, anspruchslos und robust
  • Roter Papenburger: frosthart, für Sandböden geeignet
  • Wünneberger Zuckerapfel: sehr wüchsig, sehr frosthart, anspruchslos und robust

Tafel-Winteräpfel (Genussreife November bis März)
  • Aderslebener Kalvill: mittelwüchsig, frosthart, nahrhafte, frische, gut drainierte Böden
  • Berlepsch: mittelwüchsig, frostanfällig, nahrhafte, warme, frische und gut drainierte Böden
  • Elstar: süß, wüchsig, nahrhafte Böden, warme, geschützte Lagen, regelmäßiger Schnitt erforderlich
  • Grüner Boskoop: säuerlich, v.a. in BW und Hessen angebaut
  • Jonagold: süß, mittelwüchsig, nahrhafte, tiefgründige Böden, trockenheitsempfindlich, wärmeliebend
  • Notarisapfel: starkwüchsig, robust
  • Roter Boskoop: säuerlich, deutschlandweit als Wirtschaftsapfel angebaut
  • Schöner von Wiedenbrück: wuchskräftig, frostunempfindliche Blüte



Sommer-Aspekt

Bilder





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Baumhöhle


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Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Baum
Kleinbäume
Mittelgroße Bäume
rundlich
breit ausladend
weiß
rosé-weiß
April
grün
dunkel-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
essbar
vorhanden
frisch
gut drainiert
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Zuchtform
sehr gut
Gering
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Ländlicher Garten
Klostergarten
öffentliches Grün
Straßenbäume
Hauptsortiment
sommergrün