Luzula pilosa

Luzula_pilosa_behaarte_hainsimse_11 Name Behaarte Hainsimse
Botanischer Name: Luzula pilosa
Familie Juncaceae, Sauergräser
Pflanzen pro qm 30.00
Wikipedia Luzula pilosa
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Grünfink, Igel

Beschreibung

Naturstandort von Luzula pilosa: Die Behaarte Hainsimse ist in ganz Europa und praktisch im gesamten gemäßigten Asien von den Tiefebenen bis in hochmontane Höhenstufen verbreitet.

In Deutschland und auch in der Schweiz ist sie mit Ausnahme der Hochlagen der Alpen praktisch flächendeckend verbreitet.



Luzula pilosa im Buchenwald mit Anemone nemorosa

Sie wächst vorrangig in stickstoffärmeren Buchen-Wäldern, beerstrauchreichen, montanen Kiefern-Fichten-Wäldern und bodensauren Eichen-Mischwäldern.

Luzula pilosa besiedelt bodenfrische Standorte in (tief-)schattigen Lagen. Beliebte Wuchsorte sind die Wurzelteller umgestürzter Bäume. Hier kommt es v.a. in den Sommermonaten regelmäßig zu Trockenstress.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (2)  Temperatur (-)  Kontinentalität (3)  Feuchte (5)  Reaktion (5)  Stickstoff (4)



An diesem ausgehagerten Steilhang im Buchenwald steht sie mit Hungerformen der Wald-Segge zusammen.

Beschreibung

Die Behaarte Hainsimse ist ein wintergrünes, horstiges Gras von 15-30 (40) cm Höhe. Durch sehr kurze Ausläufer wachsen die Horste mit Zeit in etwas die Breite und können bei dichtem Stand zu rasig anmutenden Beständen zusammenwachsen.

Die grünlich-braunen Blütenstände im April sind unscheinbar. Im Frühjahr bestimmen vorübergehend die Brauntöne des absterbenden Vorjahreslaubes das Erscheinungsbild.



Auf dieser Waldlichtung wird sie schon bald vom Adlerfarn verschattet sein.

Verwendungshinweise

Luzula pilosa kann in naturnahen Waldgärten v.a. an schattigen Problem-Stellen, wo z.B. die attraktivere Luzula nivea oder die wuchsstärkere Luzula sylvatica nicht mehr überzeugend gedeiht, als bestandsbildende Matrix mit ansprechender Wirkung eingesetzt werden.

Sie kann hier als unscheinbarer, aber funktional wichtiger Begleiter die Basis für blühende Wald-Schatten-Stauden und Frühlingsgeophyten bilden. Aufgrund ihrer geringen Wuchshöhe kann sie auch mit zarten Frühjahrsblühern vergesellschaftet werden.

Gelegentlich wird die Behaarte Hainsimse auch in sehr gepflegten Schattengärten zu Halbkugeln in Form geschnitten und dient dann als ungewöhnliches, aber reizvolles Strukturelement. Meist ist es die Auslese 'Igel', die hierfür eingesetzt wird.



Auf umgestürzten Baumtellern keimt die Behaarte Hainsimse sehr gerne und bleibt hier von unnötiger Konkurrenz verschont.

Kultur

Auf schattigen, stickstoffärmeren, frischen Standorten ist die Art spätestens nach dem Flächenschluss pflegeleicht und in der Lage, das Aufkommen von Wildkräutern zu verzögern. Sie versamt sich auch moderat und sucht sich selbst zusagende neue Wuchsorte.

Gelegentlicher Trockenstress stellt die Art vor keine besonderen Herausforderungen. Auch bezüglich der Bodenreaktion ist sie sehr tolerant.

Unter etwas günstigeren Kulturbedingungen als am Naturstandort wird der Wuchs kräftiger und vitaler. Sie wirkt dann wie eine zierliche Form von Luzula sylvatica.

Sorten:

  • Grünfink: wüchsiger, bis 25 cm hoch
  • Igel: trägwüchsig, bis 10 cm hoch

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
bodendeckend
15-30 cm Höhe
bräunlich/schwarz
April
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
ganzjährig schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
organische Böden
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
stark sauer
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wälder
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
befriedigend
Mittel
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Laubwälder
Buchenwälder
Moderbuchenwälder
Flattergrasbuchenwälder
Montane Buchenwälder
Eichenwälder
Bodensauere Eichenmischwälder
Fichtenwälder
Zwergstrauchreiche Tannen-Fichtenwälder
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
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Substratstärke über 15 cm
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Grünanlagen hoher Pflegestufe
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