Leucojum vernum / Märzenbecher, Frühlings-Knotenblume

Leucojum_vernum_m%c3%a4rzenbecher Familie Amaryllidaceae, Amaryllisgewächse
Pflanzen pro qm 100.00
Wikipedia Leucojum vernum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Leucojum vernum (Märzenbecher): Leucojum vernum ist schwerpunktmäßig süd-ost-europäisch verbreitet, kommt aber von den Pyrenäen über Teile Mitteleuropas bis in den Süden Polens natürlicherweise vor. Nach Osten reichen die Vorkommen bis in die Ukraine. In Groß Britannien, den Niederlanden und Dänemark ist der Märzenbecher eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

Die Nordgrenze des natürlichen Verbreitungsgebietes liegt im nördlichen Vorland des Harzes. Die Art ist in praktisch allen deutschen Mittelgebirgsregionen anzutreffen, stellenweise jedoch nur sehr zerstreut und im Rückgang befindlich. Sie gilt daher als gefährdet. Standorte in der Norddeutschen Tiefebene gehen auf Gartenflüchtlinge zurück.

Der Märzenbecher ist eine Charakerart der Waldmeister-Buchenwälder auf basen- und sehr stickstoffreichen, dauerfrischen bis feuchten Standorten in licht halbschattigen bis licht schattigen Lagen.

Weitere Schwerpunktvorkommen hat er in Auwäldern, in montanen Linden-Ahorn-Schluchtwäldern und auch in montanen Feuchtwiesen als Ersatzgesellschaft von gerodeten Erlen-Auwäldern. 

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992) ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (5)  Kontinentalität (4)  Feuchte (6)  Reaktion (7)  Stickstoff (8)



Auch der Märzenbecher kommt in größeren Beständen besser zur Geltung

Beschreibung

Leucojum vernum ist ein vorsommergrüner Zwiebelgeophyt mit glockenförmig-nickenden, weißen Blüten im März/Apri. Kennzeichnend sind die grünlichen bis gelblichen Zipfel der Kronblätter.

Die Pflanzen erreichen Wuchshöhen von etwa 20 cm. Durch Tochterzwiebeln bilden sich kleinere "Horste". An zusagenden Standorten verwildert der Märzenbecher durch Selbstaussaat, breitet sich aber eher selten flächenhaft aus.

Der Märzenbecher ist stark giftig.

Pflanzen mit gelblichen Blütenspitzen sind meist der östlich verbreiteten Varietät "L. vernum var. carpathicum" zuzuordnen und solche mit grünlichen Spitzen der westlichen Unterart "L. vernum var. vernum".

Im Vergleich zum mitunter verwechselten Kleinem Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) ist der Märzenbecher deutlich kräftiger, blüht etzwas später und hat bauchigere Blüten.

Verwendungshinweise

Der Märzenbecher ist eine beliebte, traditionelle Gartenpflanze. Sie ist gut verwendungswürdig in Bauerngärten und frischen bis feuchten Waldgärten.

Generell ist eine großflächige Verwendung empfehlenswert, um dem gewöhnlichen Verwendungsmuster zu entgehen. Sinnvoll, aber nicht zwingend, ist eine Kombination mit anderen Wald-Frühlingsgeophyten.

Am Naturstandort ist sie u.a. mit dem Gefleckten Aronstab (Arum maculatum), der Finger-Zahnwurz  (Cardamine pentaphyllos), dem Echten Lungenkraut  (Pulmonaria officinalis) oder dem Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) vergesellschaftet. Dazu gesellen sich Vorsommerblüher wie das Ausdauernde Silberblatt (Lunaria rediviva) und das Christophskraut (Actaea spicata). Im Frühsommer folgt vielerorts dann noch die Breitblättrige Glockenblume (Campanula latifolia).

Kombinationen mit niedrigen, schwachwüchsigen, wintergrünen Waldgräsern wie z.B. der Behaarten Hainsimse (Luzula pilosa) sind gut möglich. Schon die Wald-Segge (Carex sylvatica) oder auch die Wald-Marbel (Luzula sylvatica) überfordern dagegen die Kampfkraft des Märzenbechers meistens früher oder später.



Eine Verwechslung mit Schneeglöckchen ist wenn überhaupt höchstens bei flüchtiger Betrachtung mit dem laubkräftigen Galanthus elwesii möglich.

Kultur

An die Kulturbedingungen werden geringe Anforderungen gestellt. Ideal sind nahrhafte, im Frühling frische bis feuchte Lehmböden.

Die Art funktioniert gut unter sommergrünen Gehölzen, kann aber bei ausreichend Feuchtigkeit auch vollsonnig stehen.

Durch Aussat und Ameisenverbreitung entstehen mit der Zeit größere Bestände auf zusagenden Standorten. Durch Tochterzwiebeln verdichten sich die Bestände langsam, aber kontinuierlich.

Sorten:
  • Butter-Churn: 8-10 verwachsene Kronblätter (Petalen) mit grünlich-gelben Spitzen
  • Eva Habermeier: Kronblätter mit gelben Spitzen, meist zwei Blütenstiele pro Zwiebel
  • Golden Bell: gelber Fruchtknoten und gelbe Spitzen, meist zwei Blütenstiele pro Zwiebel
  • Hoch die Tassen: typische Blütenform mit grünlichen Spitzen, aber nicht nickend, sondern aufrecht bis waagerecht stehend
  • Klara: trichterförmige Blüten mit grünlich-gelben Spitzen, zierliche Wuchsform
  • Lothar: grünliche Sptizen, lang gestielt, zwei bis drei Blütenstiele pro Zwiebel
  • Milly: klassische Blütenform it grünen Spitzen, aber meist mehreren Neben-Petalen, die aus dem Fruchtknoten entspringen und grünlich-weiß gefärbt sind (Samenecht)
  • Null Punkte: klassische Blütenform, deren grünliche Punkte aber sehr klein sind und die Blüten fast rein-weiß erscheinen lassen
  • Podpolozje: große, klassische Blütenform mit grünlich-gelben Spitzen, i.d.R. zwei Blüten pro Stiel
  • Tentacular: 10-12 Kronblätter, nicht verwachsen, grüne Spitzen

Die sortenechte Vermehrung ist bis auf wenige Ausnahmen nur vegetativ gewährleistet. Die Sorten sind nur im Spezialversand erhältlich und mehr oder weniger deutlich teurer als die Normalform.

Bilder





Leucojum_vernum_m%c3%a4rzenbecher

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Zwiebel/Knolle
horstartig
15-30 cm Höhe
grünlich-weiß
weiß
März
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
stark giftig
unbedeutend
frisch
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
gut
Sehr gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Feuchtwiesen
Gebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Schlehen-Gebüsche
Laubwälder
Buchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Feuchtwälder
Auwälder
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Steingarten/Alpinum
Waldgarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
vorsommergrün
Lebensbereich
Gehölz/Wald
Wiesen
Gehölzrand/Staudenfluren