Lavatera thuringiaca / Thüringische Strauchpappel, Buschmalve

Malva_thuringiaca_th%c3%bcringische_strauchpappel Familie Malvaceae, Malvengewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Lavatera thuringiaca
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Malva thuringiaca (Thüringische Strauchpappel): Malva thuringiaca kommt von Italien bis Mitteldeutschland und über Mittel-Ost-Europa bis zum Balkan und weiter über die Türkei in den Kaukasus urwüchsig vor. In Frankreich gilt die Thüringische Strauchpappel als Archeophyt, in Schweden und dem Baltikum ist sie eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

Die Art ist eine der wenigen Strauchpappel-Vertreter, die nördlich der Alpen gedeihen. In Deutschland hat sie Hauptverbreitungsgebiet im Thüringer Becken und ist auch nur hier urwüchsig. Alle übrigen, sehr zerstreuten Vorkommen sind auf Gartenflüchtlinge zurückzuführen.



Lavatera thuringiaca entwickelt mächtige Horste.

Die Thüringische Strauchpappel besiedelt wärmebegünstigte Ruderalfluren auf relativ stickstoffreichen, frischen und vollsonnigen bis licht halbschattigen Standorten.

Malva thuringiaca ist eine lokale Charakterart der ruderalen Klettenfluren an gestörten Standorten in mehr oder weniger urbanen Räumen, z.B. an Bahndämmen, an Straßenböschungen und auf den Steinpackungen von Kanalufern.

Sie kommt aber auch stetig in wärmebegünstigten, oft sommertrockenen Wirbeldostsäumen vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992) ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (6)  Kontinentalität (4)  Feuchte (5)  Reaktion (?)  Stickstoff (7)

Beschreibung

Die sommergrüne Staude bildet strauchförmige, bis zu 150 (200) cm hohe Horste, die im Laufe der Jahre langsam in die Breite wachsen. In den ersten 2-3 Jahren nach der Pflanzung ist die Entwicklung oft zurückhaltend, bevor die wahre Wuchskraft zutage tritt.

Die Blätter sind weißlich bemehlt. Die rosa Malven-Blüten erscheinen von Juli bis in den September hinein.

Die Art wird auch unter der Bezeichnung "Lavatera thuringiaca" geführt, die mittlerweile aber als Synonym betrachtet wird. Verwechslungsgefahr besteht bei flüchtigem Blick mit Althaea officinalis.

Verwendungshinweise

Malva thuringiaca ist eine pflegeleichte und durchsetzungsfähige Art, die ergänzend in warmen, ausreichend frischen und nahrhaften Steppenpflanzungen, naturnahen Staudenanlagen und natürlich auch in Bauerngärten eingesetzt werden kann.

Natürlicherweise trifft man die Art wie beschrieben gerne in Klettenfluren, denen man nur mit viel Enthusiasmus gartenästhetische Potenziale abgewinnen kann.

Wobei sich mit einigen Partnern solcher Naturstandorte durchaus unkonventionelle Pflanzenbilder entwickeln lassen. Die riesigen Blätter der Großen Klette und des Meerrettichs (Armoracia rusticana) zusammen mit alten Gartenflüchtlingen wie dem Mutterkraut (Tanacetum parthenium), der Zitronen-Melisse (Melissa officinalis), Löwenschwanz (Leonurus cardiaca) oder Neubürgern wie der Amerikanischen Kermesbeere (Phytolacca americana) in Kombination mit einigen Thüringischen Strauchpappeln hätten zweifellos Unterhaltungswert. Leider wäre die Herbst- und Winterstruktur dieser Kombination weniger überzeugend.

Der hohe Platzbedarf ist bei der Planung zu berücksichtigen. Sie ist v.a. als Hintergrundpflanze in Staudenbeeten bzw. als Einfassung für Kies- und Präriegärten mit ihrem markanten Erscheinungsbild wirkungsvoll. Nach der Blüte werden die Horste etwas unansehnlich und ein Rückschnitt um 1/3 ist empfehlenswert.

In den meisten Fällen sind niedrigere, kompakt-wüchisge Auslesen die ansprechendere Wahl. Sie wirken länger gepflegt und sind standfester als die Wildform oder die meisten hohen Auslesen.

Kultur

Die Buschmalve empfiehlt sich besonders dort, wo eine regelmäßige Pflege nicht gewährleistet werden kann, da sie in Mitteleuropa auch trockene Sommer ohne Bewässerung übersteht und von Wildkrautaufkommen nicht bedrängt wird.

Die Buschmalve selbst hat dabei keinen störenden Ausbreitungsdrang, neigt aber zu vehementer Selbstaussaaat auf freien Flächen.

Sorten:
  • Bella Rosa: blühstarke und hochwüchsige Auslese mit rosa Blüten, auf zu stickstoffreichen Böden mitunter nur mäßig standfest. Wärmebedürftiger als die Art
  • First Light: nur bis 120 cm hoch, vergleichseise kompakter Habitus, standfest, rein weiße Blüte,
  • Ice Cool: rein weiße Blüte, wärmebedürftig

Bilder





Malva_thuringiaca_th%c3%bcringische_strauchpappel

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
150-250 cm Höhe
weiß
rosa
rosé-weiß
Juli
grau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
gut
Gering
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Hauptsortiment
sommergrün
Gehölzrand/Staudenfluren