Lathyrus latifolius

Lathyrus_latifolius_breitbl%c3%a4ttrige_platterbse_(3) Name Breitblättrige Platterbse, Zaunwicke
Botanischer Name: Lathyrus latifolius
Familie Fabaceae, Hülsenfrüchtler
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Lathyrus latifolius
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Rosa Perle, Rote Perle, Weiße Perle

Beschreibung

Naturstandort von Lathyrus latifolius: Die Breitblättrige Platterbse ist vom südlichen und östlichen Mitteleuropa bis Griechenland und Nord-Afrika heimisch. In Teilen Mittel- und Westeuropas, des Baltikums und in Weißrussland ist die Art verwildert.

In Deutschland ist Lathyrus latifolius mit Ausnahme der größten Teile von Schleswig-Holstein und Ost-Bayern nahezu flächendeckend neophytisch eingebürgert. In der Schweiz gelten die Vorkommen ebenfalls als verwildert. Sie findet sich hauptsächlich im Mittelland und am Südfuß des Juras vom Genfer See bis zum Bodensee sowie zerstreut im Wallis und Tessin vor.



Dominanter Bestand von Lathyrus latifolius in einem halbruderalen Queckenrasen

Lathyrus latifolius ist im natürlichen Verbreitungsgebiet eine Kennart der Klee-Odermennig-Gesellschaften, die sich meist saumartig vor trockeneren, sonnigen Rändern der Eichen-Hainbuchen-Wälder im Übergangsbereich zu mageren Wirtschaftswiesen einstellen. Neophytische Vorkommen finden sich vorrangig in gestörten Quecken- und Halbtrockenrasen sowie in ruderalen Staudenfluren.

Die Breitblättrige Platterbse ist konkurrenzfähig auf sehr warmen, mäßig trockenen bis frischen, stark basenreichen und stickstoffärmeren Böden in vollsonnigen bis licht halbschattigen Lagen. Die Substrate sind bevorzugt lehmige Sandböden bis sklettreich-durchlässige Lehmböden.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (8)  Kontinentalität (4)  Feuchte (4)  Reaktion (9)  Stickstoff (3)



Das Aufkommen der Breitblättrigen Platterbse leitet den Übergang zu ausdauernden Ruderalfluren ein, in denen sich zumindest die Graukresse und die Gelbe Resede aber noch eine ganze Weile werden halten können.

Beschreibung

Lathyrus latifolius bildet bis zu 2 m lange Triebe, die mit Hilfe von Ranken an vertikalen Strukturen in die Höhe oder andernfalls kriechend wachsen. Die Triebe und auch die Blattstiele sind deutlich geflügelt und die beiden paarigen Blattfiedern bis zu 4 cm breit. Die Laubstruktur ist derb-ledrig und oft blau-grün gefärbt.

Die großen Schmetterlingsblüten können, Weiß, Rosa oder Pink sein und erscheinen von Juni bis August. Die traubigen Blütenstände setzen sich aus in der Regel 8-10, ausnahmsweise auch bis zu 15 Einzelblüten zusammen.

Die Zaunwicke treibt lange, unterirdische Ausläufer und kann in Gartenkultur etwas lästig werden.



Die Blütenfarbe ist von Natur aus variantenreich.

Verwendungshinweise

Die Zaunwicke ist eine historische Zierpflanze, die schon seit dem Spät-Mittelalter in Mitteleuropa kultiviert wird. Sie ist auch heute noch eine beliebte, robust-pflegeleichte Variante zur Begrünung von Maschendrahtzäunen. An Zäunen aus historischen Materialien ist sie im ländlichen Garten weiterhin eine stimmungsvolle Option. Die filigranere Lathyrus odoratus ist hier eine traditionelle Alternative.

Für naturnahe Säumen und Kräuterwiesen ist sie aufgrund ihrer Nähe zu gestörten Plätzen zumindest nördlich der Alpen meist suboptimal.

In naturhaften, sonnigen Säumen vor Gehölzen sind natürliche Partner wie Odermennig, Brauner Storchschnabel, Purpur-Fetthenne, Wald-Bergminze, Weiches Honiggras, Echter Steinsame, Gemeiner Dost, oder die Bunte Kronwicke stimmig.   

Mit der Samenreife trocknen die oberirdischen Teile meistens ein und werden unattraktiv. V.a. dominant flächige Bestände sind dann ein desolater Anblick, dem nur ein tiefer Rückschnitt Abhilfe schafft.




Wo sich vertikale Strukturen wie an diesem Gehölzrand bieten, rankt Lathyrus latifolius gut zwei Meter in die Höhe.


Kultur

Die Zaunwicke ist sehr pflegeleicht und benötigt nach der raschen Etablierung in mehr oder weniger sonnigen, nicht zu trockenen und nicht zu feuchten Lagen praktisch keine weitere Unterstützung.

Im Gegenteil, sie neigt zur willigen vegetativen Ausbreitung und Selbstversamung.

Sorten:

  • Rosa Perle: rein-rosa Blüte
  • Rote Perle: kräftig rötlich-rosa Blüte
  • Weiße Perle: rein-weiße Blüte

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
Kletterpflanze
Rankend
flächendeckend
15-30 cm Höhe
150-250 cm Höhe
weiß
rosa
rosé-weiß
pink
Juli
August
blau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
vorhanden
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
Normal- bis winterrauhe Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Südeuropa
Hügelland (collin)
Afrika
Nordafrika
befriedigend
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Bauerngarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Wiese
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
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Wiesen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren