Lamium galeobdolon (Galeoddolon luteum) / Gelbe Taubnessel

Lamium_galeobdolon_gelbe_taubnessel_12 Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Lamium galeobdolon (Galeoddolon luteum)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Lamium galeobdolon

Die Gelbe Taubnessel kommt in verschiedenen Kleinarten in ganz Mitteleuropa und dem gemäßigten West-Asien von den Tieflagen bis in die montane Höhenstufe vor (Karte der Gesamtverbreitung).

Die meisten dieser Kleinarten sind in Deutschland wohl nur eingebürgert. Es gibt jedoch praktisch flächendeckend urwüchsige Populationen des Artenschwarms.

Lamium galeobdolon wächst in frischen, meist basen- und mäßig stickstoffreichen Laubmischwäldern, v.a. Buchenwäldern. Die Standorte sind halbschattig bis schattig.

Insbesondere in der Nähe menschlicher Siedlungen muss davon ausgegangen werden, dass Bestände der Gelben Taubnessel nicht von der botanischen Art, sondern von verwilderten Gartenformen oder sogar von der ähnlichen, allerdings viel ausgeprägter silbrig gezeichenten, neophytischen Goldnessel (Lamium argentatum) gebildet werden.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992) ... zur Legende
Licht (3)  Temperatur (5)  Kontinentalität (4)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)



Lamium galeobdolon am Naturstandort in trauter Eintracht mit Anemone nemorosa

Beschreibung

Lamium galeobdolon bildet durch lange, kriechende Ausläufer teppichartige, wintergrüne Bestände. Im Laufe der Zeit können die Ausläufer mehrschichtig übereinander und erreichen so Höhen von bis zu 30 cm.

Ohne Konkurrenz durch andere Waldstauden werden die Teppiche dicht und bodendeckend. Die grünen Blätter sind v.a. im Winter schwach silbrig gezeichnet, es gibt aber auch gänzlich zeichnungsfreie Varietäten. Die gelben Lippenblüten erscheinen von Mai bis Ende Juni.

Die Gelbe Taubnessel wird im Handel häufig unter "Lamiastrum galeobdolon" geführt. Auch Sorten von Lamium argentatum, der starkwüchsigen Kultur-Sippe mit ausgeprägt silbriger Zeichnung, werden oft hier zugeordnet. Mitunter wird auch "Galeoddolon luteum" als korrekter wissenschaftlicher Name verwendet. Insgesamt ist die Systematik der Gelben Taubnesseln noch in der Diskussion.

Verwendungshinweise

Die Gelbe Taubnesselwird seltener verwendet als die schon erwähnte Goldnessel, da ihr Blattschmuck weniger ausgeprägt ist.

Im Grunde ist sie nur dort der Goldnessel vorzuziehen, wo dezente, naturidentische Wald-Krautschichten nachempfunden werden sollen. Während man mit der unduldsamen Goldnessel keine detailreichen Pflanzenbilder entwickeln kann, lässt die Gelbe Taubnessel auch niedrigeren Frühlingsgeophyten in der Regel genug Luft zu atmen.

Schöne, gartenwürdige Partner vom Naturstandort wären z.B. Waldmeister, Frühlings-Platterbse, die Vielblütige Weißwurz, oder das Dunkle Lungenkraut.

Als historische Gartenpflanze ist die Gelbe Taubnessel auch für schattige Partien von Bauerngärten eine gute Option.



An diesem Standort bereitet der Efeu der Gelben Taubnessel keine Probleme. Man sollte aber davon ausgehen, dass der Efeu normalerweise deutlich die Oberhand behält.

Kultur

An frischen, halbschattigen bis absonnigen, auch schattigen Standorten unter alten Laubbäumen mit tiefgründigen, humus-lehmigen Böden benötigt die Art kaum gärtnerische Unterstützung. Im tiefen Schatten ist die Laub- und Blütenentwicklung spärlicher.

Die botanische Art ist kaum im Handel, in der Regel wird eine Sorte von L. argentatum geliefert werden. Die schwachwüchsigeren, teilweise horstigen Sorten werden hier L. galeobdolon zugeordnet, obwohl dies durchaus mit Skepsis zu betrachten ist.

Sorten:

  • Hermann´s Pride: silbrige Blätter mit grünen Blattadern, schwacher Blütenflor, kompakter Wuchs durch sehr kurze Ausläufer
  • Kirkcudbright Dwarf: grüne, silbrig getupfte Blätter, schwachwüchsig, nur bis 10 cm hoch
  • Silberteppich: silbrige Blätter mit grünen Blattadern, schwacher Blütenflor, kompakter Wuchs durch sehr kurze Ausläufer, etwas wüchsiger als "Hermann´s Pride"

Bilder





Lamium_galeobdolon_gelbe_taubnessel_12

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
bis 15 cm Höhe
15-30 cm Höhe
gelb
Mai
dunkel-grün
silbrig
panaschiert
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
nicht austrocknend
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
ganzjährig schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wälder
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
gut
Sehr gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Laubwälder
Buchenwälder
Flattergrasbuchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Eichenwälder
Feuchtwälder
Auwälder
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Asiatisch-Exotischer Garten
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Raritäten/Saatgut
winter-/immergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren