Juniperus communis // Gemeiner Wacholder

Familie Cupressaceae, Zypressengewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Juniperus communis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Juniperus communis

Der Gemeine Wacholder ist in verschiedenen Unterarten auf der Nordhalbkugel außerhalb der Tropen weltweit verbreitet.

In Deutschland hat er einige Verbreitungslücken in den Tiefebenen, ist aber in allen Naturräumen vertreten. In der Schweiz ist er überall häufig, nur im Mittelland lückig verbreitet.

In Mitteleuropa besiedelt er von den Tiefebenen bis in die alpine Stufe trocken-warme, sonnenexponierte Berberitzen-Gebüsche, lichte Stellen in Flaum-Eichen-Wäldern und montanen Schneeheide-Kiefern-Wäldern. Da er vom Vieh nicht verbissen wird, entstehen auf Grenzstandorten teilweise ausgedehnte Wacholder-Heiden.

Juniperus communis bilderbuchartig in einem Heidegarten

Der Gemeine Wachholder stellt bezüglich der Standorteigenschaften eigentlich kaum Ansprüche, er gedeiht sowohl auf kalkreichen wie sauren, stickstoffreichen wie sticktsoffarmen Substraten, erträgt große Trockenheit bis gut wasserversorgte Böden.

Als langsam wachsendes, lichthungriges Gehölz wird es am Naturstandort allerdings auf trockene, stickstoffarme Ungunstlagen verdrängt.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (-)  Kontinentalität (-)  Feuchte (4)  Reaktion (-)  Stickstoff (-)

Halbnatürlich als Weideunkraut unter Kiefern

Beschreibung
Juniperus communis ist ein formenreiches, immergrünes Nadelgehölz, das natürlicherweise sowohl als Großstrauch, als kleiner Baum mit kurzem Stamm oder auch niederliegend breitwüchsig vorkommt.

Die Baumform erreicht Höhen von bis zu 12 m bei einer Breite von 3 bis 4 m. Die Strauchform wächst meist mehrstämmig straff aufrecht bis 5 m hoch.

Das steife, stechend-nadelförmige Laub ist grau-blau-grün, die unscheinbaren Blüten erscheinen im April/Mai. Die kleinen, kugeligen Scheinbeeren sind zunächst grün und zur Reife schwarz mit blauer Bereifung.

Die "Wacholderbeeren" werden aufgrund ihrer süßlich-würzigen ätherischen Öle zur Herstellung von Spirituosen, sowie als Speisegewürz verwendet und sind traditionelles Heilmittel in Form von destillierten Ölen, getrockneten Tees oder in Tablettenform. Es ist harntreibend und wird bei Beschwerden der Harnwege sowie des Verdauungstraktes eingesetzt. Öle werden äußerlich bei Muskel- und Gelenkschmerzen aufgebracht.

Diese kriechende Form geriert sich als Weideunkraut in einer extensiven, alpinen Rinderweide.

Verwendungshinweise
Der Gemeine Wacholder gehört zu den beliebtesten Nadelgehölzen und wird in vielfältigen Situationen verwendet. Es gibt zahlreiche Zuchtformen mit farbigem Laub oder kriechendem Wuchs, die allesamt eine Tendenz zum Friedhofsambiente haben.

Auch die Säulenformen sind außerhalb von großräumigen Heideanlagen nur mit großer Vorsicht einzusetzen. Für große Heidegärten ist die Säulenform dagegen ein im Grunde unverzichtbares Gestaltungselement.

Man kann auch erwägen, den Gemeinen Wacholder in großen mediterranen Gärten als nicht ganz stilechten "Zypressen-Ersatz" zu verwenden. Unter Umständen können auch in vollsonnigen, warmen Innenhöfen mit einem Wacholder-Solitär in Kombination mit Kalkfelsen/-Schotter schöne Effekte erzielt werden.

Die "Wacholderbeeren" offenbaren nur beim Blick aus nächster Nähe ihren Zierwert.

Kultur
Einen angewachsenen Wacholder hält praktisch kein suboptimaler Standortparameter mehr vom Überleben und Wachstum ab. In schattigeren Lagen ist aber das Wuchsbild wenig überzeugend.

Sorten:
Säulenformen

  • Arnold: Säulenform, 5/1,0 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Barmstedt: Säulenform, 3/0,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Bruns Wildform: Säulenform, 5/1,2 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Compressa: Zwerg-Säulenform, 1,5/,04 m hoch/breit, dunkel-grünes Laub
  • Gold Cone : Säulenform, 4/1,0 m hoch/breit, gold-gelbes Laub
  • Hibernica: Säulenform, 5/1,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Meyer: Säulenform, 5/1,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Oblonga Pendula: bogig überhängende Triebe, hängende Zweige, 5/3,0 m hoch/breit, grünes Laub
  • Pendula: bogig überhängende Triebe, hängende Zweige, 6/3,0 m hoch/breit, dunkel-grünes Laub
  • Sentinel: Säulenform, 4/0,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Suecica: Säulenform, 8/1,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub

  • Kriechformen
  • Depressa Aurea: breitwüchsig, 0,8/2,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Golden Carpet: Kriechform, 0,3/1,5 m hoch/breit, gelblich-grünes Laub
  • Green Carpet: Kriechform, 0,3/1,5 m hoch/breit, grünes Laub
  • Hornibrookii: Kriechform, 0,5/2,5 m hoch/breit, grünes Laub
  • Repanda: Kriechform, 0,5/2 m hoch/breit, dunkel-grünes Laub
  • Bilder


















    'Pendula'



    'Repanda'









    Attribute

    Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Strauch
    Klein-Strauch
    Normalstrauch
    Großstrauch
    Baum
    Kleinbäume
    niederliegend/kriechend
    säulenartig
    hängend
    gelblich-grün
    gelb
    April
    Mai
    grün
    hellgrün
    dunkel-grün
    blau-grün
    gelblich
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    unbedeutend
    trocken
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    kalk-/basenreich
    stark sauer
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
    sehr arme Böden
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    Sibirien
    Zentral-Asien
    Kleinasien
    Vord. Orient
    Afrika
    Nordafrika
    Amerika
    Nordamerika
    Mittelamerika
    befriedigend
    Sehr gering
    strukturbildender Solitär
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Sandtrockenrasen
    Steppenrasen
    Bodensaure Borstgrasrasen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Alpine Felsfluren Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche Wälder
    Silikat
    Kalk
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Trockene Sandheiden
    Bergheiden
    Besenginsterheiden
    Wacholdergebüsche
    Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
    Eichenwälder
    Steppen-Eichenwälder
    Felshang Flaumeichenwälder
    Subkont. Kiefern-Eichenwälder
    Nadelwälder
    Sand-Kiefernwälder
    Kiefern-Steppenwälder
    Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Heidegarten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Klostergarten
    öffentliches Grün
    Straßenbegleitgrün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Hauptsortiment
    winter-/immergrün
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Felssteppen
    Steppen
    Heiden
    Gehölzrand/Staudenfluren