Juniperus communis / Gemeiner Wacholder

Juniperus_communis_gemeiner_wacholder_24 Familie Cupressaceae, Zypressengewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Juniperus communis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Juniperus communis: Der Gemeine Wacholder ist in verschiedenen Unterarten auf der Nordhalbkugel außerhalb der Tropen weltweit verbreitet.

In Deutschland hat er einige Verbreitungslücken in den Tiefebenen, ist aber in allen Naturräumen vertreten. In der Schweiz ist er überall häufig, nur im Mittelland lückig verbreitet.

In Mitteleuropa besiedelt er von den Tiefebenen bis in die alpine Stufe trocken-warme, sonnenexponierte Berberitzen-Gebüsche, lichte Stellen in Flaum-Eichen-Wäldern und montanen Schneeheide-Kiefern-Wäldern. Da er vom Vieh nicht verbissen wird, entstehen auf Grenzstandorten teilweise ausgedehnte Wacholder-Heiden.



Juniperus communis bilderbuchartig in einem Heidegarten

Der Gemeine Wachholder stellt bezüglich der Standorteigenschaften eigentlich kaum Ansprüche, er gedeiht sowohl auf kalkreichen wie sauren, stickstoffreichen wie sticktsoffarmen Substraten, erträgt große Trockenheit bis gut wasserversorgte Böden.

Als langsam wachsendes, lichthungriges Gehölz wird es am Naturstandort allerdings auf trockene, stickstoffarme Ungunstlagen verdrängt.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (-)  Kontinentalität (-)  Feuchte (4)  Reaktion (-)  Stickstoff (-)



Halbnatürlich als Weideunkraut unter Kiefern

Beschreibung: Juniperus communis ist ein formenreiches, immergrünes Nadelgehölz, das natürlicherweise sowohl als Großstrauch, als kleiner Baum mit kurzem Stamm oder auch niederliegend breitwüchsig vorkommt.

Die Baumform erreicht Höhen von bis zu 12 m bei einer Breite von 3 bis 4 m. Die Strauchform wächst meist mehrstämmig straff aufrecht bis 5 m hoch.

Das steife, stechend-nadelförmige Laub ist grau-blau-grün, die unscheinbaren Blüten erscheinen im April/Mai. Die kleinen, kugeligen Scheinbeeren sind zunächst grün und zur Reife schwarz mit blauer Bereifung.

Die "Wacholderbeeren" werden aufgrund ihrer süßlich-würzigen ätherischen Öle zur Herstellung von Spirituosen, sowie als Speisegewürz verwendet und sind traditionelles Heilmittel in Form von destillierten Ölen, getrockneten Tees oder in Tablettenform. Es ist harntreibend und wird bei Beschwerden der Harnwege sowie des Verdauungstraktes eingesetzt. Öle werden äußerlich bei Muskel- und Gelenkschmerzen aufgebracht.



Trocken-heißer Felsstandort auf Sardinien

Verwendungshinweise: Der Gemeine Wacholder gehört zu den beliebtesten Nadelgehölzen und wird in vielfältigen Situationen verwendet. Es gibt zahlreiche Zuchtformen mit farbigem Laub oder kriechendem Wuchs, die allesamt eine Tendenz zum Friedhofsambiente haben.

Auch die Säulenformen sind außerhalb von großräumigen Heideanlagen nur mit großer Vorsicht einzusetzen. Für große Heidegärten ist die Säulenform dagegen ein im Grunde unverzichtbares Gestaltungselement.

Man kann auch erwägen, den Gemeinen Wacholder in großen mediterranen Gärten als nicht ganz stilechten "Zypressen-Ersatz" zu verwenden. Unter Umständen können auch in vollsonnigen, warmen Innenhöfen mit einem Wacholder-Solitär in Kombination mit Kalkfelsen/-Schotter schöne Effekte erzielt werden.



Die "Wacholderbeeren" offenbaren nur beim Blick aus nächster Nähe ihren Zierwert.

Kultur: Einen angewachsenen Wacholder hält praktisch kein suboptimaler Standortparameter mehr vom Überleben und Wachstum ab. In schattigeren Lagen ist aber das Wuchsbild wenig überzeugend.

Sorten:

Säulenformen

  • Arnold: Säulenform, 5/1,0 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Barmstedt: Säulenform, 3/0,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Bruns Wildform: Säulenform, 5/1,2 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Compressa: Zwerg-Säulenform, 1,5/,04 m hoch/breit, dunkel-grünes Laub
  • Gold Cone : Säulenform, 4/1,0 m hoch/breit, gold-gelbes Laub
  • Hibernica: Säulenform, 5/1,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Meyer: Säulenform, 5/1,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Oblonga Pendula: bogig überhängende Triebe, hängende Zweige, 5/3,0 m hoch/breit, grünes Laub
  • Pendula: bogig überhängende Triebe, hängende Zweige, 6/3,0 m hoch/breit, dunkel-grünes Laub
  • Sentinel: Säulenform, 4/0,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Suecica: Säulenform, 8/1,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub

Kriechformen
  • Depressa Aurea: breitwüchsig, 0,8/2,5 m hoch/breit, blau-grünes Laub
  • Golden Carpet: Kriechform, 0,3/1,5 m hoch/breit, gelblich-grünes Laub
  • Green Carpet: Kriechform, 0,3/1,5 m hoch/breit, grünes Laub
  • Hornibrookii: Kriechform, 0,5/2,5 m hoch/breit, grünes Laub
  • Repanda: Kriechform, 0,5/2 m hoch/breit, dunkel-grünes Laub

Bilder





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'Pendula'


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'Repanda'


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Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Strauch
Klein-Strauch
Normalstrauch
Großstrauch
Baum
Kleinbäume
niederliegend/kriechend
säulenartig
hängend
gelblich-grün
gelb
April
Mai
grün
hellgrün
dunkel-grün
blau-grün
gelblich
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
stark sauer
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
Afrika
Nordafrika
Amerika
Nordamerika
Mittelamerika
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Bodensaure Borstgrasrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Alpine Felsfluren Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche Wälder
Silikat
Kalk
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Trockene Sandheiden
Bergheiden
Besenginsterheiden
Wacholdergebüsche
Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
Eichenwälder
Steppen-Eichenwälder
Felshang Flaumeichenwälder
Subkont. Kiefern-Eichenwälder
Nadelwälder
Sand-Kiefernwälder
Kiefern-Steppenwälder
Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Heidegarten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Gehölz/Wald
Alpinum
Felssteppen
Steppen
Heiden
Gehölzrand/Staudenfluren