Hydrangea paniculata // Rispen-Hortensie

Familie Hydrangeaceae, Hortensiengewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Hydrangea paniculata
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Hydrangea paniculata: Die Rispen-Hortensie wächst in lichten Laubmischwäldern von Sachalin, den Kurilen bis Japan und Taiwan in Höhenlagen zwischen 300 m und etwa 2.000 m üNN. Auf der koreanischen Halbinsel sowie in der Osthälfte Nordamerikas ist sie eingebürgert.

Hydrangea paniculata bevorzugt neutrale bis saure, frische bis sickerfeuchte und skelettreiche, sandig- bis kiesig-humose Böden.



Hydrangea paniculata wird hier als Blüten-Solitär im dunkel-grünen Rahmen effektvoll in Szene gesetzt.

Beschreibung: Hydrangea paniculata ist ein sommergrüner, buschiger, bis 3 m hoher und breiter Normalstrauch. Am Naturstandort können auch 5 bis 7 m Höhe erreicht werden.

Die mehr oder weniger aufrechten Äste sind bei den großblütigen Zuchtformen zur Blütezeit unter dem Gewicht der großen, zunächst grünlich-weißen, später weißen Blüten-Bälle leicht bogig übergeneigt. Die Doldenrispen der Wildform sind deutlich luftiger und zarter. Im Abblühen verfärben sich die Schaublüten je nach Sorte mehr oder weniger ausgeprägt in Rosa-Tönungen.

Die Blüten erscheinen als eine der letzten Hortensien-Blüten von Ende Juli bis September und bleiben auch über Winter attraktiv.

Das Laub fällt sehr spät im Herbst und verfärbt sich nur für kurze Zeit gelblich-grün. Die Auslese 'Diamont Rouge' verfärbt sich allerdings gelblich-rot.

Die ähnliche Wald-Hortensie (Hydrangea arborescens) unterscheidet sich durch die kugeligen, grünlich-weiß aufblühende Blütenstände, eine geringerer Wuchshöhe und die breit-buschige Entwicklung durch Ausläufer im Alter.



Die Wildform hat einen deutlich zierlicheren Blütenstand als die Kulturformen.

Verwendungshinweise: Hydrangea paniculata hat einen elegantem Habitus und wird sehr gerne in gepflegten Gärten aller Art eingesetzt. Man ist fast überrascht, wenn sie mal in einem neu angelegten Objekt fehlt. Die besonders großblütigen Sorten sind zumindest in der Jugendphase oft nicht ausreichend standfest und die auf dem Boden aufliegenden Blüten verfehlen ihre Wirkung.

Die Art kann vielfältig verwendet werden in Innenhöfen, in exotischen Waldgärten und gleichermaßen im Kontext historischer wie modern-funktionaler Architektur.

In niederschlagsreichen Regionen funktioniert sie sogar in öffentlichen Grünanlagen.

Auch in großen Pflanzgefäßen ist sie wirkungsvoll, zumal die Samenstände über den Winter attraktiv bleiben.

Es werden auch Halb- und Hochstämme angeboten, die zumindest ungewöhnliche Anblicke sind, oft aber recht artifiziell wirken.

Kultur: Die Rispen-Hortensie ist die anspruchsloseste unter den Hortensien-Arten.

Sie bevorzugt neutrale bis saure, frische bis feuchte, tiefgründige, humose Substrate. Es werden aber auch basenreichere Böden klaglos toleriert. Die Stickstoffversorgung sollte in Maßen gehalten werden, um übermäßig lange, nicht strukturstabile Triebe zu vermeiden.

Gut geeignet sind in sonnige bis licht absonnige Lagen. In schattigeren Situationen erscheint der Habitus oft etwas sparrig. 

Staunässe bekommt der Art nicht. Trockenphasen verzögern das Wachstum und die Vitalität sinkt sichtbar. Generell sollte daher die Möglichkeit bestehen, sommerliche Trockenphasen mit Bewässerung überbrücken zu können. Dies gilt insbesondere für die ersten Jahre nach der Pflanzung, voll etablierte Exemplare sind dann weniger ansprüchlich.



Mit anderen Hortensien -hier mit der Bauern-Hortensie - lassen sich eindrucksvolle Stimmungen herstellen.

Hydrangea paniculata ist gut winterhart, Frostschäden treten kaum auf. Dennoch stärken auch bei dieser Art windgeschützte Standorte die Vitalität.

Schnittmaßnahmen sind nicht zwingend erforderlich, fördern aber die Verzweigung und damit die Blütenfülle. Der Schnitt erfolgt im Spätwinter bis Vorfrühling und reduziert die Sträucher um etwa ein Drittel bis maximal zur Hälfte. Die Blüten erscheinen an den neuen Austrieben.



Die Auslese 'Pinky Winky' passt gut zu ihrem zuckrigen Namen.

Sorten:
  • Bobo: sehr gute Sorte, 70/80 cm hoch/breit, kompakte, straff aufrecht und sehr standfest mit kleinen Bättern, weiße Blüte
  • Candelight: ausgezeichnete Sorte, 90/90 cm hoch/breit, straff aufrecht und sehr standfest, große Blüten, im Abblühen rosa-rot verfärbend
  • Diamant Rouge: sehr gute Sorte, 80/100 cm hoch/breit, aufrechter, etwas überhängender Wuchs, ausreichend standfest, große Blüten, weiß aufblühend und zu einem tiefen Himbeerton wechselnd. Bis in den Frühwinter bleibt eine wein- bis rostrote Trockenrispe erhalten. Orange-rotes Herbstlaub.
  • Early Sensation: ausgezeichnete Sorte, 110/115 cm hoch/breit, aufrecht und standfest, große Blüten, früh rosa-rot verfärbend, starker Ansatz zierender Fruchtstände
  • Grandiflora: entbehrliche Sorte, 90/120 cm hoch/breit, aufrecht-überhängend und mäßig standfest, mit bis zu 35 cm langen, weißen Blütenrispen
  • Greenspire: große Blütenrispen, sterile Blüten grün, fertile Blüten weiß
  • Kyushu: ausgezeichnete Sorte, 135/130 cm hoch/breit, sehr große, creme-weiße, duftende Blüten, gute Bienenweide
  • Levana: sehr gute Sorte, 140/140 cm hoch/breit, sehr große Blüten
  • Limelight: ausgezeichnete Sorte, 125/140 cm hoch/breit, grünlich-weiß aufblühende, später creme-weiße, rundliche, mittelgroße Blüten, gute Bienenweide
  • Magical Candle: ausgezeichnete Sorte, 135/130 cm hoch/breit, grünlich-weiß aufblühende, später creme-weiße, ovale, mittelgroße bis große Blüten
  • Magical Fire: ausgezeichnete Sorte, 90/125 cm hoch/breit, grünlich-weiß aufblühende, später creme-weiße und im Abblühen rosa, große Blüten
  • Magical Flame: ausgezeichnete Sorte, 90/115 cm hoch/breit, zunächst creme-weiße und rasch rosa verfärbende, im Abblühen rosa-rote, mittelgroße Blüten, rötlich-braune Triebe
  • Magical Moonlight: sehr gute Sorte, 115/125 cm hoch/breit, grünlich-weiß aufblühende, später creme-weiße, sehr große Blüten
  • Phantom: ausgezeichnete Sorte, 115/125 cm hoch/breit, grünlich-weiß aufblühende, später weiße, große Blüten
  • Pinky Winky: ausgezeichnete Sorte, 110/100 cm hoch/breit, grünlich-weiß aufblühende, später creme-weiße, rasch rosa verfärbende, im Abblühen rosa-rote, große Blüten
  • Silver Dollar: sehr gute Sorte, 95/115 cm hoch/breit, grünlich-weiß aufblühende, später weiße und im Abblühen zart-rosa, große Blüten
  • Sundae Fraise: sehr gute Sorte, 95/125 cm hoch/breit, grünlich-weiß aufblühende, später weiße und rasch rosa verfärbende, große Blüten, sehr große Blüten
  • Tardiva: spät blühend, kleinere weiße Blütenrispen
  • Unique: wie 'Grandifora', etwas frühere Blüte
  • Vanille Fraise: sehr gute Sorte, 120/145 cm hoch/breit, grünlich-weiß aufblühende, später creme-weiße, dann weiße und rosa, später tief-rosa verfärbende, sehr große Blüten
  • Wim´s Red: ausgezeichnete Sorte, 110/125 cm hoch/breit, weiß aufblühende, später später kräftig rosa verfärbende große Blüten, gute Bienenweide

Bewertungen auf Basis der Ergbnisse des Arbeitskreis Bundesgehölzsichtung 2013-2016

Bilder






Grandiflora



Grandiflora



Grandiflora



Grandiflora



Pinky Winky



Pinky Winky



Wildform

Attribute

Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Zierwert Frucht
Strauch
Normalstrauch
grünlich-weiß
weiß
rosa
August
grün
zierende Herbstfärbung
zierend/strukturstark
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
vorhanden
unbedeutend
frisch
gut drainiert
nicht austrocknend
feucht
sonnig
halbschattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
stark sauer
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
wintermilde Lage
Warmlagen
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
gut
Sehr gering
strukturbildender Solitär
verträglich
Asiatisch-Exotischer Garten
Ländlicher Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Hecken
Freie Blütenhecke
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
sommergrün
zierende Winterstruktur
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren