Horminum pyrenaicum

Horminum_pyrenaicum_drachenmaul_11 Name Drachenmaul
Botanischer Name: Horminum pyrenaicum
Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Horminum pyrenaicum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Horminum pyrenaicum (Drachenmaul): Horminum pyrenaicum ist von den Pyrenäen bis Mitteleuropa, Italien und dem Balkan verbreitet. Das Drachenmaul besiedelt hier die hochmontanen bis alpinen Höhenstufen.

Seine nördlichsten und gleichzeitig einzigen deutschen Vorkommen hat die Art auf einigen wenigen Reliktstandorten in den Berchtegardener Alpen.

Das Drachenmaul bevorzugt ausgesprochen kalkreiche und stickstoffarme Kalkschotterböden.

Horminum pyrenaicum ist eine Charakterart der alpinen Blaugras-Horstseggenhalden auf feinerdereicheren, frischen Schotterflächen, kommt aber auch in montanen Magerrasen vor. Zur Blütezeit ist sie oftmals ein individuenreicher Aspektbildner in diesen Habitaten.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (9)  Temperatur (2)  Kontinentalität (4)  Feuchte (5)  Reaktion (9)  Stickstoff (2)

Horminum pyrenaicum wird hier etwas unglücklich isoliert präsentiert:



Beschreibung

Horminum pyrenaicum bildet wintergrüne, bis 30 cm hohe Horste, die aus einer grundständigen Rosette hervorgehen. Die recht lang gestielten Blätter sind auffällig runzelig.

Zur Blüte erinert die Art auf den ersten, flüchtigen Blick an die Wiesensalbei (Salvia pratensis). Die blauen Lippenblüten erscheinen von Mitte Mai bis Ende Juni.

Verwendungshinweise

Das Drachenmaul wird eher selten eingesetzt, ist zumindest im Versandhandel aber problemlos zu beziehen.

Es ist eine interessante Art für (voll-)sonnige Standorte im stickstoffarmen Kalk-Alpinum. Am besten wird sie innerhalb von Fels-Rasen individuenreich eingestreut verwendet. 

Gartenwürdige Partner vom Naturstandort sind hierfür z.B. Weißer Affodil (Asphodelus albus), Alpen-Aster oder die selten kultivierte Kugelige Teufelskralle (Phyteuma orbiculare) und die Glanz-Skabiose (Scabiosa lucida). Für den Wiesenaspekt drängt sich das Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea) auf.

Kultur

Die Art ist für einen Kältezeiger der Hochgebirge im Flachland erstaunlich zuverlässig zu kultivieren. Natürlich ist sie hier einem hohen Verdrängungsdruck wüchsiger Gegner ausgesetzt, dem sie ohne des gütigen Gärtners Hand nicht standhalten kann.

In sommertrockenen Regionen muss die Möglichkeit zur künstlichen Bewässerung in langen Trockenphasen gegeben sein. Kürzere Trockenstressphasen sind dagegen unproblematisch.

Wärme- oder gar Hitzestandorte sind der Vitalität abträglich. Dennoch ist auf möglichst sonnige Lagen zu achten.

Bilder





Horminum_pyrenaicum_drachenmaul_11

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
blau
Juni
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
gut drainiert
nicht austrocknend
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Alpine Schuttfluren/Blockhalden
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
alpin
Mitteleuropa
Südeuropa
gut
Hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
konkurrenzschwach
Kalk
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Steingarten/Alpinum
Nebensortiment
winter-/immergrün
Alpinum