Hibiscus moscheutos // Sumpfeibisch, Staudenhibiskus

Familie Malvaceae, Malvengewächse
Pflanzen pro qm 5.00
Wikipedia Hibiscus moscheutos
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Hibiscus moscheutos: Der Sumpfeibisch stammt aus dem östlichen Nordamerka. Das Verbreitungsgebiet reicht hier vom Norden Mexikos bis in den Süden Kanadas.

Im warm-gemäßten bis subtropischen Westen Chinas gilt Hibiscus moscheutos stellenweise als eingebürgert. In Europa gilt er von der Iberischen Halbinsel über Süd-Frankreich bis Italien als Neophyt.

Der Sumpfeibisch wächst in stickstoffreichen Sümpfen und Röhrichten, an (voll-)sonnigen Gewässerrändern und in Überschwemmungsgebieten der Tieflandflüsse. Insbesondere im vom Tidehub beeinflussten, salzhaltigen Flussmarschen im Mündungsbereich zum Golf von Mexiko und des Atlantiks tritt er gehäuft auf.

Stetig anzutreffen ist er zudem in feuchten Hochstaudenfluren vor sonnigen Waldrändern oder auf Lichtungen in Feuchtwäldern. Daneben verwildert er aus Gartenkulturen auch in frische Ruderalfluren.

Die Substrate sind neutral bis sauer und humos-sandig bis humos-tonig. Die Sumpfeibisch bildet oft dominante Bestände aus.



Hibiscus moscheutos (Wildform) mit einsetzender Herbstfärbung

Beschreibung

Hibiscus moscheutos ist eine sommergrüne Staude, die an feuchten bis nassen, sehr stickstoffreichen Standorten bis zu 200 cm hohe, buschige Horste entwickeln kann. Die Art treibt keine Ausläufer.

Markant sind v.a. die in Mitteleuropa in Wärmegebieten oder kleinklimatisch wärmebegünstigten Lagen ab Mitte Juni bis Ende August erscheinenden Blüten. Die Blütenfarben der Kultivare reichen von Weiß über Rosa zu Pink und Rot. Einige Sorten erreichen Blütengrößen von bis zu 30 cm Durchmesser. Sie sind hybriden Ursprungs und korrekterweise als "Hibiscus x moscheutos" anzusprechen. Beteiligt sind unter anderem Hibiscus coccineus und Hibiscus laevis.

Das Laub nimmt später im Herbst tiefe, warme Gelbtöne an (Wildform):



Die Wildform blüht rosa oder weiß und hat einen insgesamt luftigeren Habitus. Ihre Blüten erreichen Durchmesser von etwa 10-15 cm.

Im Herbst verfärbt sich das Laub durchaus zierend gelblich. Die Blätter sind angedeutet bis ausgeprägt dreilappig.

Gelegentlich wird auch "Hibiscus palustris" als botanische Bezeichnung verwendet.

Verwendungshinweise

Die extrem großen Blüten der Sumpfeibisch-Hybriden rufen regelmäßig großes Erstaunen hervor. In exotischen Gestaltungsansätzen sowie auf Terrassen- oder großen Balkongärten kann eine Verwendung in großen Kübeln erwogen werden.

Die plakative Wirkung der Blüten ist ansonsten schwierig in ein stimmiges Gesamtbild zu integrieren. Eine Möglichkeit ist, auf starke Kontraste zu setzen, indem man z.B. ein betont naturalisitsches Groß-Röhricht in einen Rahmen ausgesprochen minimalistischer Architektur setzt.

Als Pflanzpartner bieten sich hierfür insbesondere Schmalblättriger Rohrkolben (Typha angustifolia) und Teichbinse (Schoenoplectus lacustris), Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Mädesüß (Filipendula ulmaria) und Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) an.

Die Wildform bietet etwas unaufdringlichere Blüten an, ist aber dafür mühevoller zu beziehen.



Die Hybriden (Hibiscus x moscheutos) zeigen in vielen Formen gigantische, deutlich steifere Blüten. Die Standfestigkeit wird dabei mitunter schwer geprüft.

Kultur

In gärtnerischer Kultur reichen frische, nicht austrocknende Böden aus. Die Hybriden vertragen nasse Standorte sogar nicht dauerhaft.

Generell ist der Sumpfeibisch sonnen- und wärmebedürftig. Auch für die Winterfestigkeit sind vorsichtshalber windgeschützte Standorte von Vorteil. Die Mehrzal der Sorten ist aber in Mitteleuropa praktisch überall ausreichend winterhart.

In Topfkultur ist die Art nicht winterhart, sondern muss kühl und frisch überwintern.

Die meisten Sorten setzen keimfähige Samen an. Diese werden geschützt bei etwa 18 bis 22 Grad und gleichmäßiger Feuchte rasch zur Keimung gebracht. Die Versamung ist bei den vegetativ vermehrten Sorten nicht sortenecht, was aber Spielräume für eigene Auslesen eröffnet.

Sorten (großblütige, vegetativ vermehrte Sorten):
  • Anne Arundel: rosa Blüten
  • Blue River: weiße Blüten
  • Cranberry Crush: leuchtend tief-rote Blüte, tief-grünes, dreilappiges Laub, kompakter Wuchs (bis 100 cm hoch)
  • Fantasia: einfarbige, kräftig-rosa Blüten
  • Kopper King: weiße Blüte mit purpur-rotem Zentrum und Aderung, rötlich-bronze überlaufene Blätter
  • Lady Baltimore: rosa Blüte mit roter Mitte
  • Lord Baltimore: rote Blüte, die erste im Handel eingeführte Hybride
  • Midnight Marvel Summerific: leuchtend-rote Blüte, bräunlich-rotes, dreilappiges Laub
  • Plum Crazy: violett-rosa Blüte mit etwas gekräuselter Oberfläche der Blütenblätter
  • Robert Fleming: kräftig weinrote Blüten, tief-grünes Laub
  • Summer Storm: zart-rosa Blüte mit purpur-rotem Zentrum und Aderung, kräftig braun-rot überlaufene, dreilappige Blätter
  • Turn of the Century: 2 bis 2,5 m hoch, rosa-rote Blüten

Bilder






Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
100-150 cm Höhe
150-250 cm Höhe
weiß
rot
rosa
rosé-weiß
pink
Juli
grün
zierende Herbstfärbung
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
nass
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
salzhaltig
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
keine Bodenverdichtung
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
reiche Böden
sehr reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Nordamerika
gut
Hoch
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
für Pflanzgefäße geeignet
Rabatte
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Nebensortiment
sommergrün
Wasserrand/Sumpf
Gehölzrand/Staudenfluren