Helleborus orientalis / Orientalische Nieswurz

Helleborus orientalis orientalische nieswurz 11 Familie Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Helleborus orientalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Helleborus orientalis: Die Orientalische Nieswurz kommt in Bergregionen der Türkei der Region zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer von den Tallagen bis in subalpine Höhenlagen vor.

Als historische Gartenpflanze ist sie in Mitteleuropa, dem südlichen Skandinavien und auf den Britischen Inseln neophytisch eingebürgert oder auf dem Wege zur Einbürgerung. In Deutschland verwildert sie nur selten, in der Schweiz gibt es im Mittelland und den Voralpen einige neophytische Populationen.

Die gut schattenverträgliche Helleborus orientalis wächst hauptsächlich in mäßig trocken-warmen bis frischen, neutralen bis basenreichen und mäßig nahrhaften Laubmischwäldern.

Sie findet sich vorrangig auf humos-skelettreichen und gut drainierenden Lehmböden.



Helleborus orientalis gegen Ende der Blütezeit

Beschreibung

Helleborus orientalis ist eine immergrüne Staude, die gut 30 cm hohe Horste bildet. Sie können durch Rhizomausbreitung im Laufe der Jahre stattliche Umfänge erreichen. Das Laub ist mettallisch-glänzend grün und handförmig geteilt.

Die gelb-grünlichen Blüten erscheinen von Dezember bis in den März/April. Eine Reihe von ebenfalls gelb-grünen Hochblättern verstärken die Blütenwirkung erheblich.

Die Sommerlaubblätter ziehen mit Beginn der winterlichen Blüte mitunter ein. Die Photosynthes wird dann nach der Blüte durch die vergrünenden Hochblätter teilweise übernommen, bis die eigentlichen Laubblätter im Frühjahr wieder austreiben. Die Wuchsform ist daher im Jahresverlauf im Erscheinungsbild sehr variabel. Die im Handel befindlichen Auslesen/Hybriden zeigen diesen Wechsel nicht und behalten die Laubblätter ganzjährig.

Die Pflanze ist in allen Teilen extrem giftig.

Die botanische Art ist im Handel praktisch nicht erhältlich, sie ähnelt aber stark der handelsüblichen Helleborus foetidus.

Gehandelt werden Hybriden mit diversen Elternteilen wie Helleborus dumetorum, Helleborus odorus u.a.. Die botanisch korrekte Bezeichnung wäre "Helleorus x hybridus". Gehandelt werden sie allerdings als "Helleborus x orientalis". Diese Hybriden zeichnen sich durch größere Einzelblüten und einen reicheren Blütenflor aus und wirken insgesamt kräftiger. Ihre natürliche Ausstrahlung haben sie dabei aber weitgehend eingebüßt.

Verwendungshinweise

Helleborus orientalis ist eine ganzjährig überzeugende Erscheinung mit attraktivem Laub und ausdauernder, ungewöhnlicher, aber trotzdem dezenter Blüte.

Für beton naturalistische Wald- und Gebüschsituationen sind die ähnlichen Helleborus foetidus oder auch Helleborus dumetorum etwas besser geeignet.

Im gebäudenahen Kontext kann die Art ergänzend im Schatten von Mauern und Gebäudeteilen oder unter Gehölzen verwendet werden.

Generell kommen Nieswurze besser als Streupflanzen im sehr weitläufigen Verbund denn in klassischer Gruppenpflanzung zur Geltung.



Nach der Blüte verwandeln sich die Hochblätter in Photosynthese-Organe.

Kultur

Etablierte Exemplare benötigen nur noch wenig Unterstützung. Sie überstehen die mitteleuropäischen Sommer auch im trockeneren Schatten klaglos.

Auf dauerhaft frischen Böden treten mitunter Wurzelfäulen auf. Generell bekommt es der Art gut, wenn das Substrat gelegentlich abtrocknet.

Höhere Stickstoffversorgung wird gut in üppiges Wachstum umgesetzt, ohne unnatürlich zu wirken.

Die Blüten können bei Harten Frösten etwas leiden, ansonsten ist die Art aber ausreichend winterhart.

Bilder





Helleborus orientalis orientalische nieswurz 11


Helleborus orientalis orientalische nieswurz 24


Helleborus orientalis orientalische nieswurz


Helleborus orientalis orientalische nieswurz (2)

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
grün
gelblich-grün
März
grün
dunkel-grün
blau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
tödlich
stark giftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Kleinasien
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
winter-/immergrün
Gehölz/Wald