Helleborus niger

1871-1 Name Christrose, Schneerose
Botanischer Name: Helleborus niger
Familie Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Helleborus niger
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

HGC Jonas, HGC Josef Lemper, Praecox

Beschreibung

Naturstandortvon Helleborus niger (Christrose):  Helleborus niger kommt von den Zentral- und Ost-Alpen über Norditalien bis zum westlichen Balkan von den Tallagen bis in subalpine Höhenlagen vor. Ob die Vorkommen in den französischen Alpen urwüchsig sind, ist unsicher (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland hat die Christrose nur in den östlichen bayerischen Alpen natürliche Vorkommen. Alle anderen Einzelvorkommen in den Mitttelgebirgsregionen sind unbeständig und an menschliche Siedlungen gebunden.

Die gut schattenverträgliche Art kommt hauptsächlich in frischen bis mäßig trockenen, basenreichen und stickstoffarmen bis mäßig nahrhaften Orchideen-Buchenwäldern vor.

Daneben wächst sie auch in trocken-warmen Flaumeichenwäldern sowie in basenreichen Schneeheide-Kiefernwäldern.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (3)  Temperatur (5)  Kontinentalität (4)  Feuchte (5)  Reaktion (8)  Stickstoff (4)

 :

Wildform am naturhaften Waldrand

Beschreibung

Helleborus niger ist eine wintergrüne bis immergrüne Staude, die bis 30 cm hohe Horste bildet, die durch Rhizomausbreitung im Laufe der Jahre stattliche Umfänge erreichen können.Es gibt allerdings auch Formen, die kurze Stämme ausbilden.

Die Christrose ist ausgesprochen langlebig. Das Laub ist glänzend dunkelgrün und handförmig geteilt. Die weißen bis zartrosa Blüten erscheinen von Dezember bis in den März.

Die Sommerlaubblätter ziehen mit Beginn der Blüte oft ein. Die Photosynthes wird dann nach der Blüte durch vergrünende Hochblätter teilweise übernommen, bis die eigentlichen Laubblätter im Frühjahr wieder austreiben. Diese Wuchsform ist daher im Jahresverlauf im Erscheinungsbild sehr variabel. Die im Handel befindlichen Auslesen zeigen diesen Wechsel nicht und behalten die Laubblätter ganzjährig.

Die Pflanze ist in allen Teilen giftig und kann insbesondere bei Verzehr von Samen und Wurzeln zum Tode führen.

Der Trivialname "Nieswurz" rührt von der Verwendung zerriebenen und getrockneten Wurzelpulvers als Schnupftaback her.

Zusammen mit Helleborus lividus ist sie eine der beiden Elternarten von Helleborus x ballardiae. Auch  mit der bereits hybridisierten Helleborus x sternii wird sie gekreutzt (Helleborus x ericsmithii).

Verwendungshinweise

Die Christrose gehört zu den traditionellen und seit Jahrhunderten kultivierten Garten- bzw. Heil- und Zauberpflanzen. In der antiken und mittelalterlichen Medizin und Mythologie spielte sie eine bedeutende Rolle.

Sie wird auch heute noch häufig in Privatgärten in allerlei, nicht immer überzeugenden Einatzfeldern benutzt. 

Die botanische Art oder naturhaft anmutende Auslesen sind eine gute Option für naturnahe, felsige Waldgartensituationen oder absonnige Hanglagen von Alpinarien. Sie sorgt hier für Aufmerksamkeit, weil die Christrose in dieser Form als Wildpflanze kaum noch wahrgenommen wird. Passende Begleiter für diese Verwendung sind z.B. Mandel-Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides), Wald-Labkraut (Galium sylvaticum), Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) und dazu niedrige Seggen wie Carex montana.



Die Kombination mit wintergrünen Gräsern sorgt für schöne Hell-Dunkel-Kontraste im Winter. Die noch nicht blühenden Helleborus-Horste gehören zu Helleborus foetidus 'Blaulaub'.


Die Wildform und auch die Auslesen können gut in Klostergärten und traditionellen Bauerngärten in halbschattigen bis schattigen Lagen eingesetzt werden.

Generell kommen Nieswurze besser als Streupflanzen im sehr weitläufigen Verbund denn in klassischer Gruppenpflanzung zur Geltung.



Bei Wildformen wie hier bei der Unterart Helleborus niger ssp. macranthus vergeht das Laub zum Winterende in der Regel.

Kultur

Etablierte Exemplare sind robust und durch die hohe Schattenverträglichkeit und Toleranz gegen Sommertrockenheit benötigen sie kaum Pflege.

Die Entwicklung der Pflanze verläuft ziemlich träge, so dass man sich nach der Pflanzung trotzdem eine Weile darum kümmern muss, ihr allzu aufdringliche Nachbarn etwas vom Halse zu halten.

In Kultur kommt die Christrose auch mit stark humosen, relativ saueren Substraten gut zurecht.

Sorten:

  • HGC Jonas: reinweiße Einzel-Blüten von November bis Februar, immergrüne Laubblätter
  • HGC Josef Lemper: reinweiße Einzel-Blüten von Dezember bis März, immergrüne Laubblätter
  • Praecox: reinweiße Blüte von September bis Dezember, immergrüne Laubblätter

Bilder





1871-1
Auslese


1872-1
subsp. macranthus


Helleborus_niger____(2)
Auslese


Helleborus_niger___
Wildform


Helleborus_niger


Helleborus_niger_christrose_11

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
weiß
rosé-weiß
Januar
Februar
März
Dezember
dunkel-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
tödlich
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
frisch
sommertrocken
halbschattig
sommerlich schattig
ganzjährig schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wälder
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
alpin
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Laubwälder
Buchenwälder
Moderbuchenwälder
Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Eichenwälder
Felshang Traubeneichenwälder
Nadelwälder
Kiefernwälder
Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Bauerngarten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Gehölz/Wald