Hedera helix / Efeu

Familie Araliaceae, Araliengewächse
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Hedera helix
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Hedera helix: Efeu ist in ganz Europa von den Tiefebenen bis in alpine Höhenstufen verbreitet. Die nördliche Verbreitungsgrenze liegt in Süd-Skandinavien (Karte der europäischen Verbreitung).

In Deutschland ist Hedera helix nahezu flächendeckend verbreitet und praktisch überall häufig.

Er kommt natürlicherweise in kühl-feuchten Schluchtwäldern, in Hartholzauwäldern, in frischen Buchenwäldern sowie feuchten und/oder nährstoffreichen Hainbuchenwäldern vor.

Efeu bevorzugt ausgesprochen ozeanisch geprägte Standorte mit milden Wintern und niederschlagsreichen Sommern. Gegenüber den Bodeneigenschaften ist er tolerant und besiedelt sowohl alkalische wie saure und nahrhafte wie ärmere Substrate.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (4)  Temperatur (5)  Kontinentalität (2)  Feuchte (5)  Reaktion (-)  Stickstoff (-)

Efeu (Hedera helix) ist eine der vielseitigsten Gartenpflanzen überhaupt und völlig zu Unrecht als Friedhofspflanze verpönt.

Efeu ist eindeutig ein Baum - auch wenn er das nur mit Hilfe anderer Bäume beweisen kann.

Beschreibung: Hedera helix ist ein immergrüner, wüchsiger und sehr ausdauernder Haftwurzel-Klimmer. Er erreicht Höhen von bis zu 16 m bei 7 m Breite. Ohne Klettermöglichkeit wächst aber bis 20 cm hoch dicht-bodendeckend.

Die Blüten sind grünlich-gelb, erscheinen im September/Oktober und riechen süßlich bis leicht unangenehm. Die reifen Früchte sind glänzend schwarz. Blüte und Frucht erscheinen erst an älteren Exemplaren, die an den Treibspitzen den Habitus ändern und eine kleine Krone mit länglichen, kleineren Blättern ausbilden.

Alle Pflanzenteile sind stark giftig. Er wird dennoch medizinisch eingesetzt bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege.



Efeu als Wandbegrünung am Kloster Andechs

Verwendungshinweise: Efeu gehört zu den am häufigsten verwendeten Gartenpflanzen und hat zu Unrecht den Ruf, eine "Friedhofspflanze" zu sein. Efeu ist extrem vielseitig einsetzbar und in den meisten Situationen eine gute Wahl. Unglücklich sieht Efeu nur bei der Begrünung von Maschendrahtzäunen, in Töpfen und herabhängend aus.

Großflächig bodendeckend verwendet entstehen sehr ruhige, minimalistische Situationen, in naturnahen Waldgärten zusammen mit Waldgräsern und Stauden pflegeleichte und strukturreiche Krautschichten.



Kontemplative Gestaltung eines entwidmeten Friedhofs mit Efeu

Die anspruchslose Art leistet sogar im Straßenbegleitgrün gute Dienste, selbst in Problemzonen wie Baumscheiben.

Als Bodendecker ist Efeu trotz der dichten Vegetationsstruktur, die Wildkräutern das Eindringen schwer macht, verträglich gegenüber höheren Zwiebelgewächsen und kräftigen Stauden. Lediglich zarte und niedrige Frühlingsgeophyten wie Buschwindröschen (Anemone nemorosa) u.ä. werden verdrängt. Mitunter bekommt auch der eigentlich robuste Waldmeister (Galium odoratum) Schwierigkeiten, sich über das Efeu-Blätterdach zu erheben.

In sonnigen, mäßig trockenen Lagen sinkt die Konkurrenzkraft des Efeus aber spürbar und man kann beobachten, dass sich hier selbst Blausterne (Scilla bifolia) gut behaupten können.

Als Kletterpflanze begrünt Efeu sonnige bis schattige Wände und Mauern. Sehr schöne Strukturen ergeben sich beim kombinierten Einsatz mit Wildem Wein (Parthenocissus quinquefolia oder Parthenocissus tricuspidata), Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla) und in lichten Lagen sogar mit kräftigeren Clematis-Arten und -Sorten.



Lässt man blühende Triebe bewurzeln, behalten diese die aufrechte Wuchsform bei ("Strauch-Efeu").

Interessante Flächen entstehen auch durch den Einsatz ganzrandiger und/oder lanzettblättriger Sorten (z.B. "Gavotte", "Brokamp" oder "Ballett"), die aber schwer zu beziehen sind.

Es gibt unzählige Sorten des Efeus. Eine breite Übersicht erhält man auf der Seite der Deutschen Efeu-Gesellschaft. Nachfolgend werden nur einige relevante und handelsgängige Sorten gelistet. Zwergsorten sind im Bezug deutlich kostenträchtiger als die wuchskräftigen Sorten.

Sorten:
  • Arborescens: Strauchform ohne Kriechtriebe, bis 200 cm hoch und breit (vegetative Vermehrung aus adulten Trieben)
  • Glacier: 5/3 m hoch/breit, silbrig-grau marmoriert, weißer Rand
  • Goldheart: 9/5 m hoch/breit, dunkelgrün mit intensiv gold-gelben Innenfleck
  • Hibernica: wuchskräftig mit sehr großen, mittel-grünen Blättern, mäßig leistungsfähige Haftwurzeln
  • Woerner: 11/7 m hoch/breit, tief dunkel-grünes bis schwarzgrünes Laub, gute Ausbildung von Haftwurzeln. Standard für großflächige Fassadenbegrünung



  • 'Goldheart'

    Zwergformen
  • Conglomerata: 1/1 m hoch breit, klimmend, kleine, rein-grüne Blätter, sehr kurze Inernodien, Blätter dadurch dachziegelartig überlappend
  • Conglomerata Erecta: wie vorige, aber kaum klimmend, bodendeckend mit 10-20 cm hoch aufgerichteten Trieben, sehr trägwüchsig
  • Spetchley: 1/1 kaum klimmend, sehr kleine Blätter, v.a. als Bodendecker sehr dichte Matten bildend, sehr trägwüchsig
  • Yellow Ripple: kaum klimmend, 1,5/1 m hoch/breit, geschlitzte Blätter, gelb gerandet, schwachwüchsig



  • 'Yellow Ripple'

    Bilder












    Conglomerata Erecta



    Variegata



    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit
    Staude
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    Klein-Strauch
    Kletterpflanze
    Klimmend
    Kletternd
    bodendeckend
    bis 15 cm Höhe
    niederliegend/kriechend
    gelblich-grün
    Juli
    Blattfärbung Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt
    grün
    hellgrün
    dunkel-grün
    grau-grün
    weiß
    gelblich
    panaschiert
    zierend/strukturstark
    stark giftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    vorhanden
    frisch
    feucht
    Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft
    halbschattig
    sommerlich schattig
    ganzjährig schattig
    absonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    Ton
    humos
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    BEWERTUNGEN Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    gut
    Sehr gering
    strukturbildende Matrixpflanze
    verträglich
    Laubwälder
    Buchenwälder
    Moderbuchenwälder
    Flattergrasbuchenwälder
    Mull-Buchenwälder
    Montane Buchenwälder
    Eichenwälder
    Feuchtwälder
    Auwälder
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    Klostergarten
    öffentliches Grün
    Straßenbegleitgrün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
    Hauptsortiment
    winter-/immergrün
    Lebensbereich
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Gehölzrand/Staudenfluren