Hedera helix

Hedera_helix_efeu_13 Name Efeu
Botanischer Name: Hedera helix
Familie Araliaceae, Araliengewächse
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Hedera helix
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Arborescens, Conglomerata, Conglomerata Erecta, Glacier, Golden Kolibri, Goldheart, Hibernica, Spetchley, Woerner, Yellow Ripple

Beschreibung

Naturstandort von Hedera helix (Efeu): Hedera helix ist in ganz Europa von den Tiefebenen bis in alpine Höhenstufen verbreitet. Die nördliche Verbreitungsgrenze liegt in Süd-Skandinavien (Karte der europäischen Verbreitung).

In Deutschland ist der Efeu nahezu flächendeckend verbreitet und praktisch überall häufig.

Er kommt natürlicherweise in kühl-feuchten Schluchtwäldern, in Hartholzauwäldern, in frischen Buchenwäldern sowie feuchten und/oder nährstoffreichen Hainbuchenwäldern vor.

Efeu bevorzugt ausgesprochen ozeanisch geprägte Standorte mit milden Wintern und niederschlagsreichen Sommern. Gegenüber den Bodeneigenschaften ist er tolerant und besiedelt sowohl alkalische wie saure und nahrhafte wie ärmere Substrate.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (4)  Temperatur (5)  Kontinentalität (2)  Feuchte (5)  Reaktion (-)  Stickstoff (-)

Efeu (Hedera helix) ist eine der vielseitigsten Gartenpflanzen überhaupt und völlig zu Unrecht als Friedhofspflanze verpönt.

Efeu ist eindeutig ein Baum - auch wenn er das nur mit Hilfe anderer Bäume beweisen kann.

Beschreibung

Hedera helix ist ein immergrüner, wüchsiger und sehr ausdauernder Haftwurzel-Klimmer. Er erreicht Höhen von bis zu 16 m bei 7 m Breite. Ohne Klettermöglichkeit wächst aber bis 20 cm hoch dicht-bodendeckend.

Die Blüten sind grünlich-gelb, erscheinen im September/Oktober und riechen süßlich bis leicht unangenehm. Die reifen Früchte sind glänzend schwarz. Blüte und Frucht erscheinen erst an älteren Exemplaren, die an den Treibspitzen den Habitus ändern und eine kleine Krone mit länglichen, kleineren Blättern ausbilden.

Alle Pflanzenteile sind stark giftig. Er wird dennoch medizinisch eingesetzt bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege.



Efeu als Wandbegrünung am Kloster Andechs

Verwendungshinweise

Efeu gehört zu den am häufigsten verwendeten Gartenpflanzen und hat zu Unrecht den Ruf, eine "Friedhofspflanze" zu sein. Efeu ist extrem vielseitig einsetzbar und in den meisten Situationen eine gute Wahl. Unglücklich sieht Efeu nur bei der Begrünung von Maschendrahtzäunen, in Töpfen und herabhängend aus.

Großflächig bodendeckend verwendet entstehen sehr ruhige, minimalistische Situationen, in naturnahen Waldgärten zusammen mit Waldgräsern und Stauden pflegeleichte und strukturreiche Krautschichten.



Kontemplative Gestaltung eines entwidmeten Friedhofs mit Efeu

Die anspruchslose Art leistet sogar im Straßenbegleitgrün gute Dienste, selbst in Problemzonen wie Baumscheiben.

Als Bodendecker ist Efeu trotz der dichten Vegetationsstruktur, die Wildkräutern das Eindringen schwer macht, verträglich gegenüber höheren Zwiebelgewächsen und kräftigen Stauden. Lediglich zarte und niedrige Frühlingsgeophyten wie Buschwindröschen (Anemone nemorosa) u.ä. werden verdrängt. Mitunter bekommt auch der eigentlich robuste Waldmeister (Galium odoratum) Schwierigkeiten, sich über das Efeu-Blätterdach zu erheben.

In sonnigen, mäßig trockenen Lagen sinkt die Konkurrenzkraft des Efeus aber spürbar und man kann beobachten, dass sich hier selbst Blausterne (Scilla bifolia) gut behaupten können.

Als Kletterpflanze begrünt Efeu sonnige bis schattige Wände und Mauern. Sehr schöne Strukturen ergeben sich beim kombinierten Einsatz mit Wildem Wein (Parthenocissus quinquefolia oder Parthenocissus tricuspidata), Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla) und in lichten Lagen sogar mit kräftigeren Clematis-Arten und -Sorten.



Lässt man blühende Triebe bewurzeln, behalten diese die aufrechte Wuchsform bei ("Strauch-Efeu").

Interessante Flächen entstehen auch durch den Einsatz ganzrandiger und/oder lanzettblättriger Sorten (z.B. "Gavotte", "Brokamp" oder "Ballett"), die aber schwer zu beziehen sind.

Es gibt unzählige Sorten des Efeus. Eine breite Übersicht erhält man auf der Seite der Deutschen Efeu-Gesellschaft. Nachfolgend werden nur einige relevante und handelsgängige Sorten gelistet. Zwergsorten sind im Bezug deutlich kostenträchtiger als die wuchskräftigen Sorten.

Sorten:

  • Arborescens: Strauchform ohne Kriechtriebe, bis 200 cm hoch und breit (vegetative Vermehrung aus adulten Trieben)
  • Glacier: 5/3 m hoch/breit, silbrig-grau marmoriert, weißer Rand
  • Goldheart: 9/5 m hoch/breit, dunkelgrün mit intensiv gold-gelben Innenfleck
  • Hibernica: wuchskräftig mit sehr großen, mittel-grünen Blättern, mäßig leistungsfähige Haftwurzeln
  • Woerner: 11/7 m hoch/breit, tief dunkel-grünes bis schwarzgrünes Laub, gute Ausbildung von Haftwurzeln. Standard für großflächige Fassadenbegrünung



'Goldheart'





Zwergformen
  • Conglomerata: 1/1 m hoch breit, klimmend, kleine, rein-grüne Blätter, sehr kurze Inernodien, Blätter dadurch dachziegelartig überlappend
  • Conglomerata Erecta: wie vorige, aber kaum klimmend, bodendeckend mit 10-20 cm hoch aufgerichteten Trieben, sehr trägwüchsig
  • Spetchley: 1/1 kaum klimmend, sehr kleine Blätter, v.a. als Bodendecker sehr dichte Matten bildend, sehr trägwüchsig
  • Yellow Ripple: kaum klimmend, 1,5/1 m hoch/breit, geschlitzte Blätter, gelb gerandet, schwachwüchsig



'Yellow Ripple'

Bilder





Hedera_helix_efeu_13


Hedera_helix_efeu__12


Hedera_helix_conglomerata_erecta_efeu
Conglomerata Erecta


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Variegata


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Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
Klein-Strauch
Kletterpflanze
Klimmend
Kletternd
niederliegend/kriechend
gelblich-grün
Juli
grün
hellgrün
dunkel-grün
grau-grün
weiß
gelblich
panaschiert
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
stark giftig
Heil-/Gewürzpflanze
vorhanden
frisch
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
ganzjährig schattig
absonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
gut
Sehr gering
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Laubwälder
Buchenwälder
Moderbuchenwälder
Flattergrasbuchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Eichenwälder
Feuchtwälder
Auwälder
Asiatisch-Exotischer Garten
Bauerngarten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
Klostergarten
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Gehölz/Wald
Alpinum
Gehölzrand/Staudenfluren