Gypsophila paniculata // Rispiges Gipskraut, Schleier-Gipskraut, Riesen-Schleierkraut

Familie Caryophyllaceae, Nelkengewächse
Pflanzen pro qm 2.00
Wikipedia Gypsophila paniculata
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Gypsophila paniculata

Das Rispige Gipskraut ist in Mittel-Ost-Europa sowie in den Steppen Zentral-Asiens heimisch. In weiten Teilen Nord-Amerikas ist das Rispige Gipskraut neophytisch eingebürgert und in den niederschlagsarmen Präriestaaten verhält es sich oft aggressiv in Prärien, Brachfeldern und ruderalen Straßensäumen.

In Deutschland ist das Rispige Gipskraut in den mitteldeutschen und brandenburgischen Trockengebieten ein eingebürgerter Neophyt. Auch in Österreich ist die Art stellenweise eingebürgert.

Auf alten, vermörtelten Mauern etabliert sich Gypsophila paniculata mit Hilfe der feinen, vom Wind verdrifteten Samen.

Die ursprünglichen Naturstandorte sind basenreichere und stickstoffärmere Sandsteppen, Voll- und Halbtrockenrasen in (voll-)sonnigen Expositionen.

In Mitteleuropa wächst sie in Sandtrockenrasen und trocken-warmen, gut drainierten, stickstoffarmen Unkrautfluren z.B. entlang von Bahndämmen oder auf Stadtbrachen mit schottrigen oder sandigen "Stadtböden". In urbanen Räumen ist es glegentlich auch auf alten Mauerkronen zu finden.

Schleierkraut mit Hoher Schafgarbe und Silber-Perowskie

Beschreibung
Die sommergrüne Gypsophila paniculata bildet bis zu 80 cm hohe und bis zu 130 oder gar 150 cm breite, buschige Horste mit wolkenartigen weißen Blütenrispen von Juni bis Juli.

Das ledrig-steife Laub ist auffallend bläulich-grün.

Verwendungshinweise
Das Rispige Gipskraut wird häufig in Rabatten eingesetzt und ist ein traditionelles Element der ländlichen Gärten. Der wolkenartige Habitus sorgt hier am vorderen Rand von Beeten und entlang von Kieswegen für romantische Stimmungen.

Es ist außerdem gut zur Verwendung in Steppen- oder Kiesgärten geeignet. Allerdings sollten die Anlagen eine gewisse Weitläufigkeit aufweisen, da das Rispige Gipskraut ziemlich viel Platz beansprucht.

Bei aller Freude über die sommerliche Pracht darf man die herbstliche und winterliche Situation nicht außer Acht lassen ....

Nach der Blüte sind die vertrocknenden, hinfälligen Wolken-Büsche leider unattraktiv und sollten beseitigt werden. In Steppenanlagen hinterlässt dies allerdings im Hochsommer unschöne Kahlflächen, da die lagernden Blatt- und Blütenmassen alles darunterliegende ausgedunkelt haben. Es empfiehlt sich daher, das Gipskraut zwischen zwei oder drei kräftige Horstgräser wie dem Silberhaarigen Rauhgras (Achnatherum calamagrostis) oder dem Kleinen Präriegras (Schizachyrium scoparium) zu setzen, damit diese die Lücke kaschieren können.

Sehr eindrucksvoll sieht es auch aus, wenn sich Gypsophila paniculata von einer höheren Trockenmauer herabwallen lässt. Hier wären die beliebten Spornblumen (Centranthus ruber und Centranthus angustifolius) stimmige Partner. Alle drei sind sehr keimfreudig und es kann sinnvoller sein, die Etablierung in Mauern über Saatgut zu initiieren.

... die Winterstruktur ist nämlich desaströs. Die Alternative ist nacktes Erdreich.

Kultur
Gypsophila paniculata ist sehr empfindlich gegen Staunässe, v.a. im Winter führt dies regelmäßig zum Totalausfall der Pflanze. Ansonsten ist es völlig winterhart, selbst in Pflanzgefäßen.

Auf stickstoffreichen Böden neigt das Schleierkraut zum lagernden Wuchs und ist sehr anfällig für mechanische Schäden. In halbschattigen Lagen kommt es kaum zur Blüte.

Ein tiefer Rückschnitt auf etwa 1/3 der Wuchshöhe unmittelbar nach der Blüte führt zu einer Nachblüte im Laufe des August.


Sorten:
  • Bristol Fairy: weiße, gefüllte Blüten
  • Flamingo: zart-rosa, halb-gefüllte Blüte
  • Schneeflocke: weiße, ungefüllte und gefüllte Blüten
  • Bilder

































    'Bristol Fairy'

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    weiß
    rosé-weiß
    Juli
    blau-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    trocken
    mäßig trocken
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
    sehr arme Böden
    arme Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Sibirien
    Zentral-Asien
    gut
    Mittel
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Felssteppen
    Steppen
    Gehölzrand/Staudenfluren