Gymnocarpium robertianum / Ruprechtsfarn

Familie Dryopteridaceae, Wurmfarngewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Gymnocarpium robertianum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Gymnocarpium robertianum (Ruprechtsfarn): Gymnocarpium robertianum ist in den Gebirgsregionen von nahezu ganz Europa bis zum Kaukasus sowie im algerischen Teil des Atlasgebirges und im östlichen Nordamerika verbreitet (Karte der europäischen Verbreitung).

In Deutschland ist die Art außerhalb der Mittel- und Hochgebirge nur in Brandenburg nennenswert verbreitet. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es Einzelstandorte.



Gymnocarpium robertianum bildet auf frischen, sonnigen Standorten extrem dichte Teppiche.

Gymnocarpium robertianum ist eine Charakterart der bewegten Kalk- und Gipsschutthalden. Hier kommt ihm der kriechende Wuchs entgegen, der einerseits Bodenrutschungen gut kompensieren kann und andererseits nach größeren Rutschungen rasch die entstandenen vegetationsfreien Schuttkegel wieder zurückerobern kann.

Regelmäßige Vorkommen hat die Art zudem in überrieselten oder sickerfeuchten Fels- und Mauergesellschaften und im Unterwuchs von lichten Schluchtwäldern über Kalkschotter.

Am Naturstandort bevorzugt der Ruprechtsfarn stickstoffarme, frische Kalkschotterböden in vollsonnigen bis licht halbschattigen Lagen. Die Tieflandvorkommen sind aufgrund der geringeren Niederschläge und der höheren Temperaturen auf etwas schattigere Lagen konzentriert.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (7)  Temperatur (4)  Kontinentalität (5)  Feuchte (5)  Reaktion (8)  Stickstoff (3)



Ob der einsame Fingerhut-Bartfaden dem Ansturm der Ruprechts-Farn-Welle ohne Hilfe gewachsen sein wird, ist nicht ausgemacht.  

Beschreibung

Der sommergrüne Ruprechtsfarn bildet sehr dichte Teppiche aus bis zu 30 (40) cm hohen, fein gegliederten Wedeln.

Er entwickelt lange Ausläufer und kann relativ rasch größere Flächen bodendeckend besiedeln. Am Naturstandort tritt er oft bestandsbildend auf.



Natürlicher Sekundärstandort auf einer verfugten Kalksteinmauer in Oberbayern. Ein solcher Standort ist nicht bepflanzbar, sondern kann nur spontan über Sporen besiedelt werden.

Verwendungshinweise

Gymnocarpium robertianum ist eher selten in unseren Gärten zu sehen. Er hat aber einen ganz eigenständigen Charakter und die flächenhafte, niedrige Wuchsform ist ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal unter den gartenwürdigen Farnen.

Er kann insbesondere im weitläufigeren Alpinum oder in Trockenmauern mit hinterfülltem Erdreich gut eingesetzt werden. Es ist immer interessant anzusehen, wie er sich durch die Spaltensysteme größerer Felsen schlängelt oder sich der Fugen von Trockenmauern bemächtigt.

An solchen Standorten ist er gegenüber alpinen Polsterstauden unduldsam, es empfiehlt sich daher für betont naturhafte Gestaltungen eine Kombination mit kräftigeren alpinen Stauden wie der allerdings selten angebotenen Großblütigen Gämswurz (Doronicum grandiflorum).

Für etwas schattigere Partien unter lichten Baumbeständen wären z.B. Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), Klebriger Salbei (Salvia glutinosa) und der Turiner Meier (Asperula taurina) eine interessante Partner.



Im Austrieb wirkt der Ruprechtsfarn noch nicht wie eine Bedrohung der Artenvielfalt im Alpinarium...

Kultur

Im Flachland sollten generell halbschattige bis absonnige Standorte gewählt werden. In sommertrockenen Regionen sind zudem Standorte mit zusätzlicher Wasserversorgung für eine optimale Entwicklung erforderlich.

Etablierte, dichte Bestände sind dann relativ pflegeleicht, weil sie wenig Wildkrautaufkommen zulassen.

Bilder






Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blattfärbung Duft Wasserhaushalt
Staude
Farn
bodendeckend
15-30 cm Höhe
grün
unbedeutend
frisch
nicht austrocknend
Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Afrika
Nordafrika
Amerika
Nordamerika
BEWERTUNGEN Alpine Felsfluren Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
Kalk
Laubwälder
Blockschutthalden-Wälder
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Waldgarten
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
Gehölz/Wald
Alpinum
Gehölzrand/Staudenfluren