Goniolimon collinum // Steppenschleier

Familie Plumbaginaceae, Bleiwurzgewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Goniolimon collinum

Der Steppenschleier stammt vom östlichen Balkan bis zur Schwarzmeerküste, aus den Karpaten und aus Griechenland. Er wächst dort in felsigen, oft von Schafen extensiv beweideten Federgras-Steppen.

Goniolimon collinum benötigt durchlässige, mehr oder weniger trockene und stickstoffarme, basen- reiche Kalk-Schotterböden.

Die Standorte sind vollsonnig und sehr wärmebegünstigt.



Prächtiges Exemplar des Steppenschleiers im sonnig-trockenen Alpinarium

Beschreibung
Der Steppenschleier bildet 30 bis 40 cm hohe und bis zu 50 cm breite Horste. Die Blätter sind bläulich grau-grün und steif.

Im Juli/August erscheint eine steifer, vielblütiger, weißlicher Blütenstand von beeindruckender Größe.

Fast identisch ist der besser erhältliche Tatarenschleier (Goniolimon tataricum). Ähnliche Wirkungen kann man auch mit dem handelsüblichen Breitblättrigen Strandflieder (Limonium latifolium) erreichen. Dieser kommt auch natürlicherweise gemeinsam mit dem Steppenschleier vor.

Verwendungshinweise
Der Anblick einiger prächtig entwickelter Goniolimon collinum ist ein ungewöhnliches, etwas bizarres Erlebnis der besonderen Art. Um in diesen Genuss zu kommen, muss man einen geduldigen Charakter mitbringen und darf bei der Standortwahl keine Kompromisse eingehen (s.u.).

Außerdem ist er schwer erhältlich, oft sogar nur als Saatgut. Im Prinzip muss man sagen, dass es für den in erster Linie optisch orientierten Gartenfreund keinen relevanten Unterschied macht, den handelsüblichen Tatarenschleier zu verwenden.

Der Steppenschleier eignet sich trotzdem hervorragend für niedrigere, trocken-warme und vollsonnige Felssteppen oder Alpinarien sowie mediterraner Kiesbeete.

Am Naturstandort ist er mit einer unglaublichen Fülle bekannter Stauden vergesellschaftet, mit denen sich sehr stimmungsvolle Trockenbiotope nachempfinden lassen. Kongeniale Partner z.B. für in gelb-weiß gehaltene Entwürfe wären insbesondere Goldquirl-Schafgarbe (Achillea clypeolata), Junkerlilie (Asphodeline lutea), Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites), Nizza-Wolfsmilch (Euphorbia nicaensis) oder Weinraute (Ruta graveolens).

Eine etwas farbigere Variation des Themas könnte zusätzlich z.B. auf Feinblättrige Pfingstrose (Paeonia tenuifolia) und Ausdauernden Lein (Linum perenne) zurückgreifen.

Auch große Tuffsteine lassen sich gut mit Goniolimon collinum bestücken.



Jugendliche Rosetten ohne Nebenrosetten zeigen eine attraktive graphische Struktur.

Kultur
Sommertrockenheit macht der Art nichts aus, sondern sind im Gegenteil sehr hilfreich für eine erfolgreiche Kultur. Auch im Winter sollten die Standorte gelegentlich abtrocknen können und stauende Feuchtigkeit ist unbedingt zu vermeiden. Generell ist der Steppenschleier aber gut winterhart.

Empfehlenswert sind stickstoffärmere, humus- und feinerdefreie Substrate, um das Aufkommen von Wildkräutern zu reduzieren und einen mastigen Wuchs der Art zu vermeiden. Ohne regelmäßige Wildkrautbeseitigung wird die Art aber dennoch dauerhaft zumindest in sommerfeuchten Regionen nicht bestehen.



Zarte Erstblüte eines jugendlichen Exemplares, das sich noch seinen Platz zwischen den begleitenden Horsten von Festuca valesiaca var. glaucantha erobern muss.

Zu berücksichtigen ist ferner die sehr träge Jugendentwicklung. Bis es von der Keimung zur ersten Blüte reicht, vergehen mindestens zwei, meistens drei Jahre. Ansehnliche, vieltriebig blühende Exemplare sind nicht vor dem fünften Jahr zu erwarten. Eine leichte Kopfdüngung auf armen Sand- oder Schotterböden in den ersten ein oder zwei Jahren beschleunigt den Prozess spürbar. Von weiteren Folgedüngungen sollte man aber absehen, um einen natürlichen Habitus und die Winterhärte nicht zu gefährden.

Die Art ist ausgesprochen keimfreudig. Bei gleichmäßiger, moderater Bodenfeuchte und Temperaturen um 20 Grad laufen die Samen innerhalb von zwei Wochen zahlreich auf. Auf vegetationsarmen Kies- und Schotterböden ist mit Selbstversamung zu rechnen, ohne dass dies aber lästig werden könnte.

Sorten:
  • Seaspray: wie die Art, keine offensichtlichen Unterschiede ersichtlich (handelsüblich)
  • Bilder















    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    30-60 cm Höhe
    weiß
    rosé-weiß
    Juli
    blau-grün
    grau-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    trocken
    mäßig trocken
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    arme Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Süd-Osteuropa
    gut
    Hoch
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    Mediterraner Garten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Steppenpflanzung
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Raritäten/Saatgut
    sommergrün
    Alpinum
    Felssteppen