Geranium pratense // Wiesen-Storchschnabel

Familie Geraniaceae, Storchschnabelgewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Geranium pratense
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Geranium pratense (Wiesen-Storchschnabel): Geranium pratense ist in mehreren Unterarten in Europa und nahezu dem gesamten gemäßigten Asien weit verbreitet. Im Nordosten Nordamerikas ist der Wiesen-Storchschnabel neophytisch eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland konzentrieren sich die Vorkommen auf die Mittelgebirgsregionen. Im Norddeutschen Tiefland ist die Art nur zerstreut anzutreffen.



Geranium pratense in Massen in einer typischen Frischwiese mit Scharfem Hahnenfuß (Ranunculus acris)

Der etwas wärmeliebende Wiesen-Storchschnabel ist eine Charakterart der frischen, nährstoff- und basenreichen Wirtschaftswiesen.

Er kommt zudem regelmäßig in stickstoffreichen, frischen und sonnigen Giersch-Saumgesellschaften an Waldrändern vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (5)  Reaktion (8)  Stickstoff (7)



Naturstandort im Übergang von einem Brennessel-Giersch-Saum zu einer Weide in der Holsteinischen Schweiz

Beschreibung

Der Wiesen-Storchschnabel bildet locker-buschige, bis 60 cm hohe, sommergrüne Horste.

Die violett-hellblauen, dunkler geaderten Blüten erscheinen von Juni bis Anfang August.

Der ähnliche Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) unterscheidet sich durch die etwas zu Rosa-Violett tendierende Blütenfarben sowie meist weniger fein gelappte Blätter.

Verwendungshinweise

Man sollte erwägen, Geranium pratense einmal etwas unkonventioneller einzusetzen als in den üblichen Staudenbeetformaten. Er ist nämlich eine gute Art für naturnahe, einmalig und spät im Jahr gemähte Wiesen und für sonnig-frische Säume vor Gehölzen (außerhalb des direkten Gehölzwurzelraumes).

Gute, auch am Naturstandort begleitende Arten für naturalistische Staudensäume wären z.B. Nickender Milchstern (Ornithogalum nutans), Wohlriechendes Veilchen (Viola odorata) und Kriechender Günsel (Ajuga reptans) für den Frühlingsaspekt sowie Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) und Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) als Blühpartner.

Auch im Kontext naturnaher Gewässer außerhalb der nassen Uferbereiche ist die Art überzeugend.

Der Wiesen-Storchschnabel ist außerdem eine wichtige Art für Staudenbeete und bäuerliche Gärten. Er reiht sich hier in den sehr beliebten Storchschnabel-Komplex ein. Es gibt dabei allerdings einige recht ähnliche Vertreter, die sich durch längeren und/oder prächtigeren Blütenflor auszeichnen. Insbesondere der Prächtige Storchschnabel (Geranium x magnificum) wäre hier zu nennen.



Geranium pratense var. alba in einem vom Glatthafer geprägten Wiesensaum

Kultur

Wiederkehrende Trockenphasen führen zu Kümmerwuchs, in halbschattigen Lagen bleiben die Pflanzen spärlich belaubt und blühen spürbar schwächer.

An zusagenden Standorten samt sich Geranium pratense gerne aus, wird aber nicht lästig.



Geranium pratense var. alba

Sorten (Auswahl):
  • Albiflorum: rein-weiße, etwas cremige Blüten
  • Album: gute Sorte, 70-80 cm hoch, rein-weiße Blüten mit hell-grüner Aderung, mäßig standfest
  • Dark Reiter: braunes Laub, bläulich-violette Blüten, kompkter Wuchs, bis 25 cm hoch
  • Midnightlyona: rot-braunes Laub und weiße bis zart-rosa Blüten
  • Mrs Kendall Clark: blass-blau-violette, hell geaderte Blüten, benötigt Anlehnböglichkeiten an benachbarte Stauden
  • Plenum Album: leicht gefüllte, weiße Blüte mit schwach violetter Aderung
  • Plenum Violaceum: rosenartig dicht gefüllte, rot-violette Blüte
  • Striatum: weiße Blüte mit zart-violetten Streifen und Flecken 
  • Summer Skies: blass-violett-hell-blaue Blüte mit fast weißem Zentrum
  • t Sticht: gute Sorte, 80-90 cm hoch, blass-blaue Blüte

Bewertungen gemäß Arbeitskreis Staudensichtung



Gelegentlich trifft man auch auf blass violett-blaue Exemplare.

Bilder






Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
weiß
violett
hell-blau
blau
rosé-weiß
Juni
bräunlich
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
Kleinasien
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Frischwiesen
Alpine Felsfluren Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Kalk
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
sommergrün
Lebensbereich
Wiesen
Gehölzrand/Staudenfluren