Galanthus nivalis / Kleines Schneeglöckchen

Galanthus_nivalis_kleines_schneegl%c3%b6ckchen_18-1 Familie Amaryllidaceae, Amaryllisgewächse
Pflanzen pro qm 150.00
Wikipedia Galanthus nivalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Galanthus nivalis: Das Kleines Schneeglöckchen kommt natürlich von den submontanen Höhenlagen der Pyrenäen über ganz Frankreich und den Norden Italiens und dem Balkan bis in das südliche Mittel- und Osteuropa vor.

In Deutschland hat das Kleine Schneeglöckchen ursprünglich nur auf der Schwäbischen Alb und im östlichen Alpenvorland natürliche Vorkommen. Es hat sich als Gartenflüchtling allerdings in der Nähe von Siedlungen in allen Naturräumen eingebürgert. In der Schweiz ist es im Mittelland und im Jura relativ häufig, wobei die meisten Standorte auf verwilderte Gartenflüchtlinge zurückgehen dürften.



Galanthus nivalis 'Flore Pleno' in Vollblüte

Galanthus nivalis ist eine Kennart der submontanen Edellaubwälder und mit gehäufter Stetigkeit in Hartholz-Auwäldern sowie in frischen bis grundfeuchten Eichen-Hainbuchen-Wäldern.

Die Art bevorzugt den licht halbschattigen bis sommer-schattigen Unterstand von Bäumen und Gehölzen. Sie entwickelt sich optimal auf frischen bis feuchten, meist basenreichen und nahrhaft-humosen Lehmböden in wärmebegünstigten Lagen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (6)  Kontinentalität (4)  Feuchte (6)  Reaktion (7)  Stickstoff (7)



Verwilderter Bestand im Buchen-Wald

Beschreibung

Das Kleine Schneeglöckchen ist ein vorsommergrüner Frühlingsgeophyt von 10 bis 15 cm Wuchshöhe. Durch Tochterzwiebeln entstehen kompakte Horste und durch willige Versamung früher oder später rasige Bestände.

Die nickenden, weißen Blüten erscheinen je nach Witterungsverlauf schon ab Februar und gehören zu den frühesten Frühjahrsblühern überhaupt. Charakteristisch ist die grünliche Zeichnung der inneren Perigonblätter.

Alle Pflanzenteile, insbesondere die Zwiebeln sind leicht giftig. Der Verzehr mehrerer Zwiebeln führt oft zu Erbrechen und Durchfall sowie Kreislaufstörungen.



Gartenflüchtlinge auf einer halbschattigen Straßenböschung

Verwendungshinweise

Schneeglöckchen sind eine historische, allgegenwärtige Erscheinung in allen denkbaren Grünanlagen und Gartenformen. Dass der Betrachter ihrer nicht überdrüssig wird, liegt an ihrer hoffnungsfroh stimmenden Frühlingsbotschaft. Außerdem hat sie einen unaufdringlichen, bescheidenen und mithin sympathischen Auftritt.

Zumindest in Bauern- und ländlichen Gärten darf die Art kaum fehlen. Sie kommt hier auch in extensiven Wiesen z.B. unter Obstbäumen romantisch zur Wirkung.

Generell sollte sie großflächig in hoher Individuendichte verwendet werden.

In explizit naturhaften Waldgärten und Parkanlagen wirkt sie zwischen heimischen Frühlingsgeophyten zumindest für den Puristen kontraproduktiv, weil sie so eng mit Kulturstandorten assoziiert wird. Der seltener kultivierte und dafür an Naturstandorten viel verbreitetere Märzenbecher ist zumindest in Mittel- und Süddeutschland die glaubwürdigere Wahl.

Eine optisch interessante Alternative stellt auch Galanthus elwesii dar. Sie hat durch deutlich breitere Laubblätter ein eigenständiges Erscheinungsbild, vermehrt sich aber deutlich träger. Beide Arten hybridisieren auch miteinander.



Auch unter Sträuchern fühlt sich das Kleine Schneeglöckchen sehr wohl.

Kultur

Auf zusagenden Standorten versamt sich die Art willig und benötigt keine gärtnerische Unterstützung. Auf überdüngten Böden wächst das Laub mastig bei geringem Blütenansatz.

Das Kleine Schneeglöckchen ist Gegenstand einer aktiven Liebhaberszene mit unzähligen, überwiegend nur im Versandhandel erhältlichen Sorten.

Sorten (handelsgängige Auswahl):
  • Flore Pleno: gefüllte Blüte, artifizieller Duktus
  • Viridiapice: großblumig, auffällige grüne Spitzen

Bilder





Galanthus_nivalis_kleines_schneegl%c3%b6ckchen_18-1


Galanthus_nivalis_flore_pleno_schneegl%c3%b6ckchen
'Flore Pleno'


Galanthus_nivalis_kleines_schneegl%c3%b6ckchen_22


Galanthus_nivalis_kleines_schneegl%c3%b6ckchen___(3)


Galanthus_nivalis_kleines_schneegl%c3%b6ckchen__


Galanthus_nivalis_kleines_schneegl%c3%b6ckchen___(2)

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Zwiebel/Knolle
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
bis 15 cm Höhe
grünlich-weiß
weiß
Februar
März
blau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
vorhanden
frisch
sommertrocken
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wälder
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
befriedigend
Sehr gering
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Laubwälder
Buchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Eichenwälder
Feuchtwälder
Erlenbruchwälder
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
vorsommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren