Fritillaria meleagris / Gewöhnliche Schachblume

Fritillaria_meleagris_gew%c3%b6hnliche_schachblume_201.04.2018 Familie Liliacea, Liliengewächse
Pflanzen pro qm 60.00
Wikipedia Fritillaria meleagris
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Fritillaria meleagris (Gewöhnliche Schachblume): Das Verbreitungsgebiet der Gewöhnlichen Schachblume reicht von Frankreich und Groß-Britannien über ganz Mittel-Europa und den Balkan bis Osteuropa. In Belgien gilt sie als ausgestorben, wogegen sie sich im südlichen Skandinavien und den Baltischen Republiken neophytisch einbürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland kommt sie nur sehr zerstreut vor und ist wohl nur in Schleswig-Holstein als Archaeophyt zu betrachten. Diese Vorkommen sind hier allerdings weitgehend erloschen und die Art gilt entsprechend als stark gefährdet. In den Elbmarschen bei Hamburg finden sich heute die stabilsten und individuenreichsten, allerdings wohl nicht urwüchsigen Vorkommen.



Das Nebeneinander von dunklen und hellen Varietäten wie hier am sonnigen Rand eines Bruchwaldes aus Schwarz-Erlen ist nicht unüblich. Sie blühen sogar noch vor der Sumpf-Dotterblume.

Fritillaria meleagris wächst in mäßig stickstoff- und basenreichen, (voll-)sonnigen, extensiv bewirtschafteten Feuchtwiesen und Mädesüßfluren. Viele Wuchsorte werden im Frühjahr überschwemmt.

In brachgefallenen Feucht- und Nasswiesen kann sich die Gewöhnliche Schachblume unter den aufkommenden Hochstauden und Hochgräsern recht gut halten, weil sie als lichtliebende Vorsommergrüne dem im Jahresverlauf zunehmenden Schattendruck ausweicht.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (7)  Kontinentalität (4)  Feuchte (8)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)

Im Alpinum macht sich die Gewöhnliche Schachblume an sickerfeuchten Stellen sehr schön:



Beschreibung

Fritillaria meleagris ist ein vorsommergrüner Zwiebegeophyt. Das etwas blaustichige Laub ist grasartig.

Im April/Mai treibt die Schachblume an einem bis 30 cm hohen Stiel 1 bis 2 glockenförmige Blüten. In der Regel weisen die Blüten das charakteristische violett-braune, dunkler schachbrettartig gemusterte Erscheinungsbild. Rein weiße Blüten sind aber eine natürliche Varietät, die in den meisten Populationen vorkommt.



'Alba'

Verwendungshinweise

Die Gewöhnliche Schachblume wird interessanterweise überwiegend als Frühlingsaspekt in frischen Staudenbeeten eingesetzt. So recht stimmig ist sie hier aber nicht. Viel ansprechender ist die dezente, aber edle Art für den großflächigen Einsatz in naturnahen, spät gemähten Feucht- bis Nasswiesen und für naturnahe Ufer von Gewässern.

Gut geeignete, naturidentische Partner sind z.B. Die Bach-Kartzdistel (Cirsium rivulare), das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), die beliebte Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa), Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) und Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi), Schlangenknöterich (Bistorta officinalis) oder Eisenhutblättriger Hahnenfuß (Ranunculus aconitifolius).

Generell ist der individuenreiche Einsatz zu empfehlen. Einzelne Exemplare oder auch Tuffs verlieren sich meist. In gößeren Anlagen sollten zudem Plätze in der Nähe von Wegen und Sitzgelegenheiten gewählt werden, damit man die liebliche Musterung der Blüten auch wahrnehmen kann.

Beliebt ist auch die Verwendung in Töpfen. Die Zwiebeln sind hier absolut winterhart, allerdings ist die zierende Phase der Schachblume für eine Balkonpflanze nicht sonderlich lang. Will man sie nicht zu Einwegblumen degradieren, empfehlen sich daher etwas größere Gefäße mit Mischbepflanzung  z.B. aus kleinen, feuchtigkeitsliebenden Seggen, zarten Farnen und anderen, später blühenden Feuchtstauden.



In Garten und Park kommt die Schachblume sehr gut in spät gemähten, frischen und nicht zu stickstoffreichen Wiesen zurecht.

Kultur

Ideal sind ausgeprägt wärmebegünstigte Lagen. In Kultur gedeiht sie auch in dauerhaft nur frischen Gartenböden befriedigend.

Der massive Rückgang der Art in der freien Landschaft ist v.a. auf die Entwässerung von Feuchtwiesen und dem damit ermöglichten frühen Schnitttermin vor der Samenreife zurück zu führen.

Unter gärtnerischen Bedingungen ist die Art recht pflegeleicht. Lediglich auf zu stickstoffreichen Wiesen führt der Schattendruck der Obergräser zum langfristigen Ausfall der lichtliebenden Schachblume.

An geeigneten Standorten samt sich die Art dagegen aus, bildet auch Tochterknollen und ist zum Verwildern geeignet.

Sorten:
  • Alba: wie die Art, weiße Blüte mit hell-grünlicher Aderung

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Geniessbarkeit/Giftwirkung
Staude
Zwiebel/Knolle
horstartig
15-30 cm Höhe
weiß
violett
bräunlich/schwarz
April
Mai
giftig
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
unbedeutend
wechselfeucht
nass
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
organische Böden
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Moore und Sümpfe Wiesen
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
sehr gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Niedermoore
Kleinseggenriede
Nasswiesen
Feuchtwiesen
Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
für Pflanzgefäße geeignet
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