Filipendula ulmaria // Echtes Mädesüß

Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 5.00
Wikipedia Filipendula ulmaria
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Filipendula ulmaria

Das Verbreitungsgebiet des Echten Mädesüß reicht von ganz Mittel- und Nordeuropa sowie das gesamte gemäßigte Asien. Auch im Osten Kanadas ist es heimisch.

In Deutschland und der Schweiz ist Filipendula ulmaria flächendeckend häufig.



Echtes Mädesüß in einer feuchten Hochstaudenflur mit Sumpf-Schwertlilie und Gewöhnlichem Gilbweiderich.

Filipendula ulmaria ist von den Tiefebenen bis in alpine Höhenlagen auf allen feuchten bis nassen, v.a. im Bergland auch sickerfeuchten, ärmeren bis mäßig nahrhaften Standorten weit verbreitet.

Die eigentlich lichtliebende Art ist mäßig schattentolerant und gedeiht auch in lichteren Bereichen von Erlen-Eschen-Wäldern oder im landseitigen Unterwuchs von Schilf-Röhrichten. Gegenüber der Bodenreaktion ist sie anspruchslos und besiedelt sowohl alkalische bis saure Substrate.



Uferbegleitende Mädesüß-Flur mit Veronica longifolia.

Filipendula ulmaria ist eine Kennart der von Hochstauden beherrschten Mädesüß-Fluren, die als Ersatzgesellschaft der Erlen-Bruchwälder anzusehen ist. In grundwassernahen, brachgefallenen Nasswiesen auf degradierten Niedermoorstandorten entwickeln sich die sonst streifenartig an Gräben und Bachufern ausgebildeten Mädesüß-Fluren rasch in die Fläche. Gegen Mahd ist die Art dagegen empfindlich und kann sich in bewirtschafteten Feuchtwiesen nur in den spät gemähten Pfeifengras-Wiesen halten.

Weitere Hauptvorkommen hat Filipendula ulmaria in nitrophytischen Uferstaudenfluren.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (5)  Kontinentalität (-)  Feuchte (8)  Reaktion (-)  Stickstoff (4)



Hier beweist sie ihre Standhaftigkeit und hält Schilf und Land-Reitgras in Schach.

Beschreibung
Filipendula ulmaria erreicht eine Höhe von 100 bis 150 cm. Die Art bildet durch kurze Wurzelausläufer im Laufe der Zeit recht ausladende Horste und kann durch Selbstaussat über die Jahre in die Fläche gehen.

Die weißen Trugdolden erscheinen von Juni bis August und duften ausgeprägt süßlich.

Verwendungshinweise
Filipendula ulmaria ein wichtiges, charakteristisches Element naturnah gestalteter Feuchtfluren und Gewässerufer. Sie kommt v.a. vor dunkleren Hintergründen schön zur Geltung.

Für naturidentische, hochwüchsige Ufersäume eignen sich Partner wie der spreizklimmenden Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre), die Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum), Verschiedenblättrige Kratzdistel (Cirsium heterophyllum), mit Starthilfe in den ersten Jahren die Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris), der Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) oder Echter Baldrian (Valeriana officinalis)

Die buntlaubigen Auslesen 'Aurea' und 'Variegata' eignen sich aufgrund ihres Blattschmuckes auch gut für die Kübelkultur auf Balkonen und Terrassen zusammen mit feuchtigkeitsliebenden Ziergräsern. Idealerweise hat der Kübel kein Abflussloch, um den Bewässerungsaufwand zu minimieren.



Filipendula ulmaria an einem sickerfeuchten Hang mit Kohl-Kratzdisteln.

Kultur
Das Echte Mädesüß ist auf geeigneten Standorten ohne nennenswerte gärtnerische Betreuung zu kultivieren.

Im Verbund mit konkurrenzstarken Hochstauden wird die ausbreitungswillige Art nicht allzu lästig. Sie benötigt hier auch nicht zwingend feuchte oder gar nasse Bedingungen. Nur regelmäßiger Trockenstress sollte nicht auftreten.

Schwächere Partner werden nicht für immer toleriert, es dauert aber einige Jahre, bis die Horste größere Flächen einnehmen bzw. sich Sämlinge spürbar breitmachen. Mit etwas bändigender Kulturführung darf man die Art als verträglich betrachten.



'Aurea' hat einen deutlich minimierten Expansionsdrang.

Sorten:
  • Aurea: schwachwüchsiger, mit gelblich-grünem Laub, sehr auffällig, etwas chlorotisch wirkend, nicht vorrangig für Naturanlagen gemacht
  • Plena: wie die Art, gefüllte Blüten
  • Variegata: schwachwüchsiger, grünes Laub mit unregelmäßigen, gelben Flecken, etwas befremdliche, aber nicht uninteressante Wirkung



  • 'Variegata' wächst ebenfalls zivilisiert, geht aber trotzdem spürbar in die Breite.

    Bilder


















    'Aurea'



    'Variegata'


















    'Variegata'



    'Aurea'



    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    flächendeckend
    horstartig
    100-150 cm Höhe
    weiß
    Juli
    gelblich
    panaschiert
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    ausgeprägt
    frisch
    wechselfeucht
    nass
    nicht austrocknend
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    Ton
    humos
    organische Böden
    starker Wurzeldruck
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gewässer/Gewässerrand
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Sibirien
    Zentral-Asien
    gut
    Gering
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Stillgewässer
    Mesotroph
    Nährstoffreich
    Fliessgewässer
    Quellfluren
    Bäche
    Flüsse
    Moore und Sümpfe Staudenfluren Gebüsche Wälder Einsatzbereich
    Niedermoore
    Großröhrichte
    Großseggenriede
    Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
    Feuchtgebüsche
    Grauweidengebüsche
    Feuchtwälder
    Erlenbruchwälder
    Auwälder
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Wassergarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    Duftgarten
    Duft ausgeprägt
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Insektenweide
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Wasserrand/Sumpf
    Gehölzrand/Staudenfluren