Festuca valesiaca // Walliser Schwingel

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 16.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Festuca valesiaca

Der Walliser Schwingel ist von Frankreich über ganz Mittel- und Osteuropa und nahezu daas gesamte gemäßigte Asien bis an die chinesisches Pazifikküste verbreitet.

Der Walliser Schafschwingel kommt in Deutschland nur in der Oberrheinischen Tiefebene, dem Thüringer Becken und im Tiefland östlich des Harzes sowie im Elbtal vor.In der Schweiz macht er seinem Trivialnamen alle Ehre und kommt urwüchsig fast nur im Wallis vor.



Festuca valesiaca auf einer Mauerkrone des Kloster Andechs.

Er besiedelt in erster Linie vollsonnige bis sonnige Lagen an kontinental geprägten, südexponierten Hängen. Hier ist er eine Kennart der sommerwarmen Pfriemgras-Steppenrasen. Daneben tritt er auch in Subkontinentalen Halbtrockenrasen auf.

Festuca valesiaca bevorzugt basenreiche, trocken-warme, extrem stickstoffarme Standorte.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (7)  Kontinentalität (7)  Feuchte (2)  Reaktion (7)  Stickstoff (2)



Var. glaucantha fällt variabel aus, macht sich hier dennoch sehr gut im Vordergrund von Pontechium maculatum.

Beschreibung
Die wintergrüne Festuca valesiaca bildet dichte, rundliche Horste von 30 cm, in Blüte bis 50 cm Höhe.

Die Laubfärbung ist grau-grün, v.a. im Hoch- und Spätsommer auch bläulich bereift.

Der Walliser Schwingel ist eine Kleinart des Schafschwingel-Artenschwarmes (Festuca ovina), zu dem auch der sehr ähnliche Amethyst-Schwingel gehört.



Unaufgeregte, naturhafte Bult-Matrix-Strukturen sind die Stärke der Art.

Verwendungshinweise
Festuca valesiaca ist eine v.a. in naturnahen Steppen- und Trockenrasen sinnvoll einsetzbare Art.

Das Erscheinungsbild ist zwar insgesamt eher unscheinbar. In größeren Gruppen oder flächendeckend als Matrix bildet die bultige Flächenstrucktur aber einen ansprechenden Effekt.

Betont naturhafte Pflanzenkombinationen sind der richtige Einsatzzweck. Am Naturstandort sieht man den Waliser Schwingel z.B. gerne zusammen mit Federgräsern wie dem Rossschweif-Federgras (Stipa tirsa) oder dem Grauscheidigen Federgras (Stipa pennata) und Trockenspezialisten wie dem Kugelköpfigem Lauch (Allium sphaerocephalon), Adonisröschen (Adonis vernalis) oder Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana).

Die Art spielt auch in Landschaftsrasenmischungen für Trockenlagen eine Rolle.

Sehr attraktiv und auch in prächtigeren Gestaltungsansätzen wirkungsvoll einsetzbar ist die blau-graue Varietät Festuca valesiaca var. glaucantha. Ähnlich ist die bekanntere Festuca cinerea, die schlankere Ähren hat und deutlich schwächer zur Blüte kommt.



Zwischen den niedrigen Horsten bleibt viel Raum für die vielen attraktiven Blütenstauden der Magerrasen. Hier wird davon allerdings kein Gebrauch gemacht.

Kultur
Außerhalb der beschriebenen Extremstandorte wird der Walliser Schwingel rasch von wüchsigeren Konkurenten durch Verschattung verdrängt.

Ansonsten ist er aber sehr zuverlässig zu kultivieren. Sämlinge entwickeln sich schon im zweiten Jahr zu ansehnlich blühenden Horsten.

In Neuanlagen ist eine Etablierung aus Saatgut eine sichere und kostengünstige Option. Die Saat läuft während der gesamten Vegetationsperiode bei gleichmäßiger Feuchtigkeit rasch auf.

Sie Versamungsfreude ist groß und wo immer offene Bodenstellen auftreten, finden sich Sämlinge ein. Bultig gedachte Bestände verdichten sich dadurch rasch zu rasigen Flächen, wenn man nicht entgegenwirkt.



Festuca valesiaca var. glaucantha birgt viele angenehme Überraschungen und aus der Variabilität sollten unbedingt stabile Formen ausgelesen werden.

Sorten:
  • var. glaucantha: sehr ansprechend türkis-blau-graue Varietät, in der Höhe sowie dier Blütenform allerdings variabel. Wird zwischen 25 und 40 cm hoch, oft strafff aufrechte Blütenstände, es kommen aber auch bogig überhängende Formen vor
  • Bilder















    var. glaucantha



    var. glaucantha



    var. glaucantha



    var. glaucantha



    var. glaucantha



    var. glaucantha



    var. glaucantha






    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Gras
    horstartig
    15-30 cm Höhe
    grünlich-weiß
    Juni
    Juli
    blau-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    trocken
    mäßig trocken
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
    sehr arme Böden
    arme Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Zentral-Asien
    Kleinasien
    gut
    Mittel
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    strukturbildende Matrixpflanze
    verträglich
    Sandtrockenrasen
    Steppenrasen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Wiese/Prärie
    Hauptsortiment
    zierende Winterstruktur
    winter-/immergrün
    Felssteppen
    Steppen
    Gehölzrand/Staudenfluren