Festuca filiformis / Haar-Schwingel

Festuca_filiformis_haar-schwingel_11 Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 20.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Festuca filiformis (Haar-Schwingel): Festuca filiformiskommt von den Gebirgszügen Spaniens über Frankteich und Italien bis Mitteleuropa und Teilen Skandinaviens vor. Nach Osten reicht die Verbreitung über Rumänien und die Ukraine bis an das Kaspische Meer (Karte der europäischen Verbreitung).

In Deutschland hat der Haar-Schwingel seinen Verbreitungsschwerpunkt in den ozeanisch geprägten Tiefebenen Mitteleuropas und in den westlichen Mittelgebirgen. Die Nordgrenze der Verbreitung verläuft in etwa entlang des Elbetals, wobei vereinzelte Vorkommen nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hineinreichen.



Die polsterartigen Horste mit den feinen Blättern kennzeichnen den HAbitus des Haar-Schwingels.

Der wärmeliebende Haarschwingel ist eine Charakterart bodensauerer, mäßig trockener bis frischer Borstgrasheiden und Magerrasen auf Felsbändern und Sandflächen.

Weitere Schwerpunktvorkommen hat die Art in bodensauren Eichenmischwäldern der eiszeitlichen Geestrücken der norddeutschen Tiefebene sowie schwach humosen, festgelegten Pionier-Sandtrockenrasen. Die Standorte sind vollsonnig bis licht halbschattig.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (7)  Temperatur (6)  Kontinentalität (2)  Feuchte (4)  Reaktion (3)  Stickstoff (2)

Beschreibung

Die wintergrüne Festuca filiformis bildet 15 bis 25 cm hohe, in Blüte bis 30 cm hohe, dichte Horste. Die Blütenstände erscheinen von Mai bis Juli.

Namensgebend sind die auffällig feinen Blätter.

Verwendungshinweise

Der Haar-Schwingel ist eine durchweg unspektakuläre Erscheinung und spielt in der Gartenkultur keine herausragende Rolle. Das Erscheinungsbild ist sehr unauffällig und zurückhaltend. In großen Gruppen oder gar als flächige Matrix erzeugen die kleinen Polster dennoch eine ansprechende Optik.

Will man ihn verwenden, bieten sich v.a. naturnahe Trockenrasen bodensauerer Standorte und trockene Sand-Heiden an. Gerade in lückigen Sandflächen wirkt eine Gruppe von Haar-Schwingel-Büscheln ganz rührend.

Die Büschel stellen eine gute Matrix für zarte Blütenstauden dar. Am Naturstandort sieht man den Haar-Schwingel oft im Verbund mit gartenwürdigen Zeitgenossen wie der Heide-Nelke (Dianthus deltoides), dem Deutschen Ginster (Genista germanica) und dem Flügelginster (Genista sagittalis) oder der Besenheide (Calluna vulgaris).

Möglich ist auch die Verwendung auf südexponierten Wurzeltellern von Bäumen.

Kultur


Außerhalb stickstoffarmer, bodensauerer und relativ trockener Standorte ist Festuca filiformis nur mit hohem Aufwand vor wuchskräftigeren Konkurrenten zu schützen.

Bilder





Festuca_filiformis_haar-schwingel_11

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Geniessbarkeit/Giftwirkung
Staude
Gras
horstartig
15-30 cm Höhe
gelblich-grün
Mai
Juni
Juli
ungiftig
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
stark sauer
sehr arme Böden
arme Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen Alpine Felsfluren
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Hügelland (collin)
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Sandtrockenrasen
Bodensaure Borstgrasrasen
Silikat
Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Trockene Sandheiden
Besenginsterheiden
Eichenwälder
Bodensauere Eichenmischwälder
Nadelwälder
Sand-Kiefernwälder
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Heidegarten
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Lebensbereich
Felssteppen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren